CD-Review: By The Spirits - Visions

Besetzung

Michal Krawczuk – Gesang, Gitarre

Tracklist

01. My Sun
02. Secret Trees
03. Serpent's Light
04. Visions
05. Holy Mother
06. Fir And Pine
07. Watch The Stars
08. Land Of Light
09. Church
10. Fields
11. Fire Of The Mind (Coil-Cover)
12. We Are Falling (Alternate Version)
13. Watch The Stars (Alternate Version)


(Neofolk / Country / Singer/Songwriter) Das Prinzip Singer/Songwriter definiert generell genauer als andere Genres, was zu erwarten ist – der musikalische Spielraum ist schließlich auch kleiner. BY THE SPIRITS jedenfalls, ein polnisches Ein-Mann-Projekt, ist ein so typisches Ding aus dem Bereich Metal-affiner Singer/Songwriter, dass man es guten Gewissens jedem Fan von King Dude und Konsorten ans Herz legen kann.

Ohne tiefer in die spirituellen Hintergründe von „Visions“ eindringen zu wollen, kommt schon in den ersten Songs oft genug das Wort Lucifer vor, dass der Vergleich mit dem bekennenden Luziferaner TJ Cowgill alias King Dude auch dahingehend nicht aus der Luft gegriffen wirkt. Mit dem textlichen Konzept („connections between man and nature, the spirituality within, love and death“) dürfte er jedenfalls auch kein Problem haben.

Vor allem aber ist es die Musik, die diesen Vergleich quasi aufzwingt: Zu lässig geschrammelten Akkorden auf der Konzertgitarre singt Michal Krawczuk bei BY THE SPIRITS mit ähnlich tiefer, durchdringender Stimme. Damit ist das Arrangement so rudimentär, dass sich ein gewisser Wiederholungseffekt über die Spielzeit von gut 45 Minuten kaum vermeiden lässt. Da fällt auch gar nicht weiter auf, dass es sich bei BY THE SPIRITS „Visions“ eigentlich nicht um ein Album im klassischen Sinn, sondern eher um eine Compilation handelt: Neu gemixt von Martin van Valkenstijn (Mosaic / House Of Inkantation) und anschließend von Danijel Zambo (Walden, At Sea Compilations) gemastert, vereint die CD das Material einer Demo und einer EP, drei neue Songs, ein Cover („Fire In The Mind“ von Coil) und zwei alternative Versionen früher veröffentlichter Songs.

Zwar wären die beiden „Alternate Versions“ musikalisch und strategisch verzichtbar gewesen, da sie „Visions“ gegen Ende doch noch ein wenig zum Sammelsurium machen. Bis dahin jedoch ist tatsächlich kein Qualitätsunterschied zwischen alt und neu festzustellen – weder in Sachen Sound, noch stilistisch oder spielerisch.

So ist „Visions“ insgesamt eine in sich runde Veröffentlichung. Weil Abwechslungsreichtum beim Singer/Songwriter-Genre sowieso nicht im Mittelpunkt steht und Michal Krawczuk mit BY THE SPIRITS gelingt, worum es hier vornehmlich geht – nämlich emotional zu berühren – kann „Visions“ Genrefans guten Gewissens ans Herz gelegt werden.

Bewertung: 7.5 / 10

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