CD-Review: Defeater - Defeater

Besetzung

Derek Archambault - Gesang
Adam Crowe - Gitarre, Gesang
Jake Woodruff - Gitarre, Piano
Mike Poulin - Bass, Gesang
Joe Longobardi - Schlagzeug, Percussion, Gesang

Gastmusiker:
Pat Flynn - Gesang (Track 3)
Jeff Eaton - Gesang (Track 11)

Tracklist

01. The Worst Of Fates
02. List & Heel
03. Atheists In Foxholes
04. Mothers' Sons
05. Desperate
06. All Roads
07. Stale Smoke
08. Dealer / Debtor
09. No Guilt
10. Hourglass
11. No Man Born Evil


Als Teil der Post-Hardcore-Bewegung „The Wave“ mit La Dispute, Pianos Become The Teeth oder Touché Amoré haben sich die Bostoner DEFEATER einen Namen in der Szene gemacht. Nicht zuletzt fielen sie durch ihr prägnantes Storytelling über eine Familie der Arbeiterklasse in der Nachkriegszeit auf, welches sich über mehrere Alben erstreckte. Das selbstbetitelte „Defeater“ ist nun das erste Album seit dem Weggang von Gitarrist Jay Maas.

Der verhaltene Opener „The Worst Of Fates“ verbindet verzweifelt-garstige Screams mit einem über weite Strecken lieblichen Post-Rock-Fundament. Eine härtere Gangart wird dann erstmals mit „Atheists In Foxholes“ aufgegriffen, welches sich als schleppender Hybrid aus Metal- und melodischem Hardcore entpuppt. Intensiv sind DEFEATER zweifelsohne, haben aber leider ein Manko in Sachen Vocals mitgebracht: Dadurch, dass diese oftmals von den Instrumenten übertönt werden, gehen die dahinter stehenden Geschichten etwas unter.

Im weiteren Verlauf bedienen sie sich immer wieder einer Mixtur aus Core, Post-Rock und Punk, verarbeiten diese zu unterschiedlichen Stimmungen und Rhythmen, was der Abwechslung folgerichtig sehr zuträglich ist. So geben sich DEFEATER mal wehmütig („Desperate“), dann wieder brachial („All Roads“, „Dealer / Debtor“) oder verbinden beide Anteile („No Guilt“). Langeweile lassen DEFEATER somit keinesfalls aufkommen, sondern sorgen dafür, dass der Hörer aufmerksam das Geschehen verfolgt und erzeugen über die knapp 35 Minuten eine fast hypnotische Wirkung mit dezentem Noise-Rock-Charakter.

DEFEATER sind ein kleines Phänomen, wenn man betrachtet mit welchem künstlerischen Aspekt sie ihren Post-Hardcore präsentieren und ihn mit Storytelling sowie anderen Genres zusammenführen. Leider kann „Defeater“ in Sachen Produktion die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Wo die Gitarren und das Schlagzeug sehr prägnant dominieren, da rücken die Screams in den Hintergrund. Das ist anhand Archambaults Leistung und rau-gebrochener Stimme ziemlich schade. Neben diesem nicht unerheblichen Manko kombinieren sie in wohlwollender Weise tiefgreifende Titel und Songs für den nächsten Moshpit. Fans können weitgehend zufrieden sein, aber auch für alle zeigt sich eine weiterhin kreative und spannende Band.

Bewertung: 7 / 10

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