CD-Review: Discharge - End Of Days

Besetzung

JJ Janiak – Gesang
Bones – Gitarre
Rainy – Gitarre
Tezz – Bass
Dave – Schlagzeug

Tracklist

01. New World Order
02. Raped And Pillaged
03. End Of Days
04. The Broken Law
05. False Flag Entertainment
06. Meet Your Maker
07. Hatebomb
08. It Can’t Happen Here
09. Infected
10. Killing Yourself To Live
11. Looking At Pictures Of Genocide
12. Hung Drawn And Quartered
13. Population Control
14. The Terror Alert
15. Accessories By Molotov (Part 2)


Sieben Jahre mussten sich die Fans seit „Disensitise“ gedulden, doch nun sind DISCHARGE endlich mit einem neuen Album am Start. Eine gute halbe Stunde Spielzeit, verteilt auf 15 Songs – diese Rahmenbedingungen geben dem Hörer schon vor den ersten Tönen eine Vorstellung davon, was ihn auf „End Of Days“ erwartet.

Und dieser wird die Scheibe auch komplett gerecht. Der Opener „New World Order“ ist der einzige auf „End Of Days“, der die drei-Minuten-Marke überschreitet, vier der auf der Scheibe enthaltenen Tracks sind sogar kürzer als zwei Minuten. DISCHARGE zeigen sich also auch 39 Jahre nach ihrer Gründung kein bisschen ruhiger als zu Zeiten von Klassikeralben wie „Hear Nothing See Nothing Say Nothing“ oder der „Why?“-EP.
Mit diesen Scheiben waren DISCHARGE Anfang der 80er eine der, wenn nicht gar die erste Band, die in Europa Hardcore spielte und damit Unmengen an anderen Bands wie etwa Napalm Death inspirierte. Ein weiterer Markenkern, der natürlich auch auf „End Of Days“ vertreten ist, ist der Proto-D-Beat, den man exemplarisch auf „Raped And Pillaged“ hören kann.
„Infected“ wiederum knallt dermaßen mitreißend und eingängig aus den Boxen, dass es sich problemlos als Nachfolger für die Bandhymne „Protest And Survive“ bewerben kann, während „False Flag Entertaiment“, „Meet Your Maker“ und „The Terror Alert“ allesamt klassische DISCHARGE-Songs sind, die diesen unvergleichlichen Mix aus Anarcho Punk und Britishness versprühen. Doch nicht alles auf „End Of Days“ ist Vintage-DISCHARGE, selbst in der heutigen Zeit können die Briten anscheinend noch ein paar neue Tricks dazulernen, wie die massiv gesteigerte Anzahl an Soli auf „End Of Days“ beweist.

Und doch ist dieses Album natürlich eine Variation dessen, was diese legendäre Band über ihre gesamte, beeindruckende Karriere hinweg abgeliefert hat: Angepisster, politisch aufgeladener Hardcore. Die Welt geht nach wie vor vor die Hunde, „End Of Days“ wird das nicht ändern, aber allen Fans von DISCHARGE bringt die Unfähigkeit der Menschheit, aus ihren Fehlern zu lernen zumindest ein weiteres großartiges Album einer der einflussreichsten Bands dieses Genres.

Bewertung: 8.5 / 10

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