CD-Review: Forlet Sires - Journey Towards Ruin

Besetzung

Kilian Schmid – Gesang
Tobias Kalt – Gitarre
Sebastian Vogt – Gitarre
Daniele Brumana – Schlagzeug

Tracklist

01. Journey Towards Ruin
02. Suffocating On Time
03. … And By Dawn There Will Be Silence
04. The Peak Of Ease
05. Deadlocked
06. Worlds Collide


FORLET SIRES kommen aus dem schönen Winterthur und spielen Musik, die mit Schönheit recht wenig am Hut hat. Black Metal bildet dabei die Basis, die immer wieder mit Strukturen aus dem Post Metal, Doom-Elementen und Ambient-Passagen erweitert wird. Mit „Journey Towards Ruin“ liegt nun das Debüt der jungen Schweizer vor.

Der Titeltrack eröffnet „Journey Towards Ruin“ mit atmosphärischem Black Metal, der abwechselnd in ruhige Post-Rock-Gefilde und Blast Beats abdriftet, jedoch immer seinern Weg zurück zum Ausgangspunkt findet. Ein sicher nicht neues Konzept, jedoch hier von FOLRET SIRES höchst patent umgesetzt. Zudem begeistert der Sound von „Journey Towards Ruin“ vom Start weg, da sich auch dieser zwischen zwei Welten bewegt. Auf der einen Seite klingt die Scheibe Lo-Fi, nach klassischem Black Metal und doch kommt sie mit einem gewissen Druck aus den Boxen und lässt auch immer wieder Feinheiten und Melodien durchschimmern – sehr gelungen.
Dieses Wechselspiel dominiert „Journey Towards Ruin“ auch in seinem weiteren Verlauf, immer wieder prallen pechschwarze Distortion-Wände auf Melodien, gesellen sich spielerischen Feinheiten zu brutalen Blasts und erschaffen somit ganz zarte Momente des Lichtes ebenso wie tiefschwarze Abgründe.
Das mag nun arg pathetisch klingen, aber FORLET SIRES gelingt es auf ihrem ersten Album tatsächlich eine Vielfalt verschiedener Stimmungen einzufangen, wiederzugeben und aufeinanderprallen zu lassen – eine wirklich tolle Leistung. Zudem gelingt es der Band das Gefühl eines Hardcore-Albums in ihre Musik einfließen zu lassen, ohne auch nur ansatzweise musikalisch mit dieser Spielart zu flirten. Lediglich Kilians Gesang hat bisweilen einen Hauch von Hardcore inne, ehe er sich wieder den Black-Metal-Schreien widmet. Und doch hat „Journey Towards Ruin“ diese Intensität und dieses Gefühl von Gewalt und Aggression inne – kontrapunktiert von Momenten absoluter Ruhe und Schönheit, wie etwa während des weiblichen Gesanges auf „Suffocation On Time“, neben „Deadlocked“, sicher dem besten Track des Albums.

„Journey Towards Ruin“ ist ein Album für alle, die ihren Black Metal atmosphärisch und abwechslungsreich mögen. Messerscharfe Riffs und zarte Melodien wechseln sich hier ebenso ab wie Blastbeats und Post-Rock-Momente, alles gekleidet in ein passendes Soundgewand. FORLET SIRES sind auf jeden Fall eine Empfehlung – die Scheibe ist super geschrieben und absolut befriedigend für alle, die mit Black Metal etwas anfangen können.

Bewertung: 8 / 10

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