CD-Review: Get Your Gun - Doubt Is My Rope Back To You

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Empty Tape
  • Spielart: Rock
Besetzung

Andreas Westmark – Gesang, Gitarre, Orgel, Synthesizer
Mark Kühn – Bass, Lap Steel, Orgel, Synthesizer, Gesang
Simon Westmark – Schlagzeug, Percussions, Gesang
Zeki Jindyl – Saxophon
Asger Christiensen – Geige

Tracklist

01. Love Like Feathers
02. Stray
03. Haywire
04. Joy Of Recognition
05. You're Nothing
06. Open Arms
07. Enough For Everyone


2017 scheint ein gutes Jahr für düsteren Rock zu sein: Nicht nur die dänischen Kellermensch sind nach acht Jahren mit einem wirklich beeindruckenden zweiten Album zurück. Auch ihre Landsmänner GET YOUR GUN legen dieser Tage ihren zweiten Langspieler vor. Wenn die Band ihre Fans auch mit zwei Jahren nicht ganz so lange hat warten lassen, sind die Erwartungen an den Nachfolger des spannenden Erstlings „The Worrying Kind“ doch nicht weniger hoch.

Unter dem etwas sperrigen Titel „Doubt Is My Rope Back To You“ präsentieren GET YOUR GUN dem Hörer nun sieben neue Songs, auf die das Attribut sperrig mitunter ebenso zutrifft – was jedoch eher als Herausforderung denn als Warnung zu verstehen ist. Beginnt „Love Like Feathers“ atmosphärisch sehnsuchtsvoll und musikalisch zärtlich, zeigen GET YOUR GUN schon hier, im furiosen Songausklang, zu welch eruptiven Emotionen sie fähig sind.

Dieser Ambivalenz zwischen bedächtig und bedrohlich zieht sich als Muster konsequent durch „Doubt Is My Rope Back To You“: Stets pendeln GET YOUR GUN zwischen düster-melancholischer Stimmung („Joy Of Recognition“, „Open Arms“) und eskalierenden Gefühlen, die in aggressiven Ausrastern („Haywire“) gipfeln. Im Mittelpunkt des Geschehens steht, wann immer es ruhiger zur Sache geht, Andreas Westmarks wehklagender Stimme, die für sich genommen schon hörenswert ist. In den harten Parts hingegen sprechen mit wildem Geschrammel und experimentellen Soli ausschließlich die Instrumente – Schreigesang, wie ihn die Kollegen von Kellermensch hier einsetzen, sucht man bei GET YOUR GUN vergebens.

Das Resultat dieser emotionalen Berg- und Talfahrt ist ein durchweg spannendes, geheimnisvolles Album, das vor allem durch seine eindringliche Atmosphäre begeistert: Experimenteller als Kellermensch, düsterer als Shearwater, Rock-lastiger als Black Heart Rebellion und etwas bodenständiger als Wovenhand haben GET YOUR GUN spätestens mit diesem, ihrem zweiten Album, ihren Platz in der Art-Rock-Szene gefunden.

Bewertung: 8.5 / 10

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