CD-Review: Goblins Blade - Of Angels And Snakes

Besetzung

Florian Reimann - Gesang
Jörg M. Knittel - Gitarre
Roberto Palacios- Bass
Claudio Sisto - Schlagzeug

Tracklist

01. Snakes From Above
02. Pay For Your Sins
03. Blink Of An Eye
04. Final Fall
05. Utopia
06. When The Night Follows The Day
07. The Bell Is Broken
08. Fall Into Darkness
09. Call For Unity


Die 2018 gegründeten GOBLINS BLADE werden von Gitarrist Jörg M. Knittel angeführt – der ist im hiesigen Metal-Untergrund kein Unbekannter, hob er doch 1997 mit Sacred Steel eine der angesehensten Underground-Formationen der Szene und vermutlich die einzige echte U.S.-Metal-Band außerhalb der Vereinigten Staaten aus der Taufe. Nachdem der Mann nun lange Zeit eher im Death- und Doom-Bereich unterwegs war, hat er seit zwei Jahren offenbar wieder Lust auf traditionellen Metal bekommen, weshalb er für seine neue Band kurzerhand den Großteil seiner Death-Metal-Band My Darkest Hate verpflichtete und eine erste EP namens „Awakening“ aufnahm. Die kam so gut an, dass sich GOBLINS BLADE einen Vertrag mit Massacre Records sichern konnten, die nun ihr erstes volles Album „Of Angels And Snakes“ veröffentlichen.

„Of Angels And Snakes“ macht schnell deutlich, dass GOBLINS BLADE sich auf ähnliche Tugenden wie Sacred Steel berufen: Das theatralische Synthie-Intro von „Snakes From Above“ wird rasch von wuchtigem Riffing und gnadenlosem Doublebass-Sperrfeuer abgelöst und ab diesem Moment regiert auf dieser Platte der Metal traditioneller Machart. Dabei flirten die Herren unverhohlen mit dem U.S. Metal, was nicht zuletzt an der Stimme von Frontmann Florian Reimann liegt, die sofort an Genre-Größen wie Manilla Road oder Omen denken lässt. In Verbindung mit den kernigen Riffs, die GOBLINS BLADE auf ihrem Debüt auffahren, ergibt das ein stimmiges Gesamtbild.

Das Songwriting von GOBLINS BLADE kann dabei als grundsolide bezeichnet werden – die Burschen verstehen sich auf energetischen, Riff-orientierten Metal mit ordentlicher Wucht, wobei die Truppe bei all ihrem unüberhörbaren Traditionsbewusstsein nie altbacken klingt. Besonders gut klappt das in angriffslustigen Uptempo-Nummern wie „Blink Of An Eye“, „Final Fall“ und „Fall Into Darkness“. Die letzteren beiden Songs erinnern dabei nicht selten an die U.S.-Metal-Mitbegründer Omen, weshalb hier zwangsläufig auch das Erbgut von Herrn Knittels Ex-Band Sacred Steel auf angenehme Weise durchkommt. Neben kompromisslosem Uptempo gibt’s auf „Of Angels And Snakes“ noch epische, erhabene Midtempo-Songs wie „Pay For Your Sins“ oder „When The Night Follows The Day“. Auch die funktionieren, stehen der Band aber nicht ganz so gut – vor allem, weil Sänger Reimann hier hörbar an seine Grenzen stößt.

Leadgitarren haben GOBLINS BLADE ebenfalls zu bieten, allerdings fallen die eher zweckdienlich als spektakulär aus und sind in den meisten der neun Songs daher auch eher kurz gehalten. Das ist vermutlich auch gar nicht so verkehrt, denn während sie wie gesagt ihren Zweck erfüllen, stellen sie kaum den Höhepunkt des Gebotenen dar, zumal hier mindestens die meisten Bendings gehörig danebengehen. Das würde allerdings gar nicht so sehr stören, wenn „Of Angels And Snakes“ etwas professioneller gemischt worden wäre. So kommt das Debüt der Herren GOBLINS BLADE zwar hinreichend druckvoll aus den Boxen, allerdings klingen vor allem die Rhythmusgitarren oftmals nach Hinterzimmer-Produktion und die erwähnten Soli wirken nasal und übermäßig präsent. Zusammen mit der nicht zu leugnenden Gleichförmigkeit des Materials ermüdet das die Ohren unnötig schnell und nimmt einem grundsätzlich soliden Album die Chance, sich voll zu entfalten.

Wenn sich eine Heavy-Metal-Band schon nach einem Song der Thrasher Heathen benennt, dann hat Kitsch hier keinen Platz und dieses Versprechen lösen GOBLINS BLADE voll und ganz ein: „Of Angels And Snakes“ ist ein hartes und doch oft eingängiges Album, das viele der Vorzüge des klassischen Teutonenstahls mit den stilbildenden Elementen des U.S. Metals der alten Schule verbindet. Zwar leidet das Erstlingswerk von GOBLINS BLADE noch an ein paar Kinderkrankheiten wie mangelnder Abwechslung und Nachbesserungsbedarf in Sachen Produktion, Fans von U.S.-Metal-Größen wie Omen und Savage Grace sowie deutscher Nachahmer wie Sacred Steel oder Paragon sind allerdings gut beraten, der Truppe mal beide Ohren zu leihen.

Bewertung: 6.5 / 10

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