CD-Review: Hatesphere - New Hell

Besetzung

Esse - Gesang
Jakob - Gitarre
Pepe - Gitarre
Jimmy - Bass
Mike - Schlagzeug

Tracklist

01. The Executioner
02. Lines Crossed Lives Lost
03. Head On A Spike
04. The Longest Haul
05. Your Sad Existence
06. On The Shores Of Hell
07. New Hell
08. Master Of Betrayal
09. Human Cesspool
10. The Grey Mass


HATESPHERE gehören zu den regelmäßigsten Veröffentlichern im modernen Metal. Ziemlich genau alle zwei Jahre gibt es neuen Danish Dynamite und so ist es auch 2015 (so gerade eben noch) soweit: Die „New Hell“ bricht los, sie hat zehn Songs bzw. etwa 40 Minuten Musik der schärferen Gangart parat.

Die letzten Platten von HATESPHERE waren qualitativ eine kleine Achterbahnfahrt, vor allem die letzte Veröffentlichung Murderlust musste sich den Vorwurf gefallen lassen, alten Wein in neue Schläuche zu pressen, dabei aber das Niveau nicht gehalten zu haben. Entsprechend ist es an der Zeit, mit „New Hell“ zu beweisen, dass mit den Dänen noch zu rechnen ist.
„The Executioner“ gibt sogleich die Marschrichtung vor: zackig, schnörkellos und ballastarm hauen die fünf Burschen in Saiten und auf Felle. Wenig spektakulär nimmt die Nummer rasch an Fahrt auf und punktet vor allem durch Energie stzatt Tempo. Diese Rechnung geht zwar mittlerweile nur in seltenen Fällen auf, bei HATESPHERE passt es aber, je schneller, desto besser klingen die Songs auf „New Hell“. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass die Qualität stark nachlässt, wenn mal ein melodisches Gitarrensolo erklingt oder die Band per Break die Geschwindigkeit für einige Momente herausnimmt. Vielmehr sind es diese kleinen Abwechslungen, die den Fokus dann unbewusst wieder auf die Ballerei zurückführen. Gekonnt gesetzte Kontrapunkte machen die Scheibe also sehr aus, wie auch die nach wie vor vorhandene Spielfreude. Klar, die Riffs sind jetzt keinen Innovationspreis wert, aber 08/15-Stoff vom Reißbrett sind sie auch nicht. HATESPHERE dosieren Technik und Highspeed auf jeweils gesundem Maß und überfordern so weder den traditionellen Thrasher, noch unterfordern sie Freunde progressiverer Klänge. Und so darf der Opener eben auch nicht als Blaupause verstanden werden, vielmehr handelt es sich bei der angesprochenen Nummer um einen Anspieltipp. Ein weiterer wäre „Head On A Spike“, welcher im vokalpraktischen Bereich einige Register zieht und so den vermutlich höchsten Eingängigkeitswert auf „New Hell“ erzielt. Hierbei ist ohnehin festzuhalten, dass Fronter Esse sich mal wieder durch den ganzen Scheiß der Welt kotzt. Die dezente Härte verleiht dem sonst durchaus thrashigen Sound ein modern-(todes-)metallisches Feeling.
Klar, auch das ist nicht neu, aber vermutlich braucht der Hörer das ja auch gar nicht, zumindest nicht von HATESPHERE. Kritisch ließe sich natürlich festhalten, dass sich die Truppe ein wenig zu eindimensional durchs Programm lawiniert, die Riffs kennt man, den Gesangsstil ebenso wie die Beats von der Schießbude. Dafür glänzt „New Hell“ durch einen kräftigen Sound, der trotz aller Härte noch genug Raum für Transparenz lässt.

Die Hölle, in der sich HATESPHERE bewegen, mag neu sein, die Musik ist es nicht, aber sie ist gut und das sollte ja des Bürgers erste Pflicht sein. Hatte man einen miesen Tag, dann wird man bei den zehn Songs eine Menge Aggression wieder los, scheint die Sonne und eine längere Autofahrt steht, schiebe man die Platte in den Player, wo sie ebenso gut rocken wie bei einer zünftigen Partynacht. Easy-Listening mit geringfügigen Ansprüchen.

Bewertung: 7 / 10

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