CD-Review: La Morte Viene Dallo Spazio - Trivial Visions

Besetzung

Melissa Crema – Gesang, Theremin, Orgel, Synthesizer
Stefano „Bazu“ Basurto – Gitarre, Gesang, Sitar
Angelo Avogadri – Gitarre, Flöte
Camilla Chessa – Bass
Frederico Rivoli – Schlagzeug

Tracklist

01. Lost Horizon
02. Trivial Visions
03. Cursed Invader
04. Oracolo Della Morte
05. Ashes
06. Spectrometer
07. Absolute Abyss
08. Altered States


„La Morte Viene Dallo Spazio“ ist der Titel eines obskuren italienischen Sci-Fi-Films aus den späten 50er Jahren. Wie eine Band, die sich nach einem solchen cineastischen Geheimtipp benennt, klingt, kann man sich wohl schon in etwa vorstellen. Außerweltlich, geheimnisvoll, unkonventionell, eher wagemutig als routiniert – allesamt Attribute, die man LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO auf ihrem zweiten Album „Trivial Visions“ zu Recht nachsagen kann. Ihre musikalische Expedition führt die Italiener*innen auf der gut 40 Minuten langen Platte zu einer Konstellation aus Space Rock, Psychedelic Rock und Progressive Rock, an der mitunter sogar ein Black-Metal-Komet vorbeizieht.

„Trivial Visions“ ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Werk. Gesang kommt in den Tracks nur recht selten vor, er ist meist sonderbar verzerrt und die übliche Rock-Instrumentierung wird großflächig von synthetischen Elementen übertüncht. Dennoch arbeiten LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO mit relativ leicht nachzuvollziehenden Songstrukturen. Lediglich zwei der Stücke dehnen sich über mehr als fünf Minuten aus, das Drumming ist weitgehend geradlinig und auch von den Melodien wird man nicht vor große Herausforderungen gestellt.

Ihre Eigenartigkeit verdankt die Platte ihrer außerirdischen Sound-Ästhetik. Über den recht groben Gitarren gleiten nicht selten schwerelose Leads dahin, während die mal mehr, mal weniger schrillen Electro-Sounds den Songs einen spacigen Vibe verpassen. Über das Album hinweg erweisen LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO sich immer wieder als findige Klangraumfahrer*innen. Zu den Highlights ihrer musikalischen Reise zählen das ominöse, zum Ende hin mit wellenhaften Tremolo-Riffs drohende „Oracolo Della Morte“ und das anfangs noch hypnotische „Ashes“, das zum Ende hin mit einem rasanten Thrash-Part überrascht. Stark ist außerdem das schwebende „Absolute Abyss“, in dem sich die auch in den anderen Tracks vorkommende Flöte besonders hervortut.

Einen Mangel an Ideen kann man LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO jedenfalls nicht vorwerfen, obgleich die Band bei deren Umsetzung mitunter etwas Fingerspitzengefühl vermissen lässt. So stehen manche der Songs im Vergleich zu den interessanteren Stücken eher unspektakulär da („Spectrometer“) und manche Parts wie etwa der kantige Schlussteil in „Altered States“, der sich nach einem stillen Moment unnötig wiederholt, wirken etwas deplatziert.

Dass LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO beim Songwriting noch etwas fokussierter hätten vorgehen können und der recht rohe Sound des Albums noch ein wenig Feinschliff vertragen hätte, stört auf „Trivial Visions“ nur unwesentlich. Trivial ist hier keineswegs die Musik im Ganzen, sondern allenfalls das eine oder andere Manko, das ihr anhaftet. In gewisser Weise bildet der Nachfolger von „Sky Over Giza“ (2018) mit seinem etwas holprigen Sound sogar ein passendes Pendant zum leicht amateurhaften Charme alter Sci-Fi-Streifen. Eines muss man LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO hiernach jedenfalls lassen: Mit ihrem sperrigen, bestenfalls einem kleinen Nischenpublikum geläufigen Namen betreibt die Band definitiv keine irreführende Werbung.

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Bewertung: 7 / 10

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