CD-Review: Massendefekt - Pazifik

Besetzung

Sebastian Beyer - Gesang, Gitarre
Claus Pütz - Gitarre, Gesang
Mike Duda - Bass
Alexander Wolfart - Schlagzeug

Tracklist

01. Pazifik
02. Maschinenmenschen
03. Wo ich dich finde
04. Von Horizont zu Horizont
05. In/die Hölle
06. Glanz der Sonne
07. Freier Fall
08. Schlechter Optimist
09. Feuer und Eis
10. Niemandsland
11. Zwischen Löwen und Lämmern
12. Am Ende


Wo sich MASSENDEFEKT auf dem letzten Album im weitesten Sinne dem Thema „Echos“ widmeten, hat das Quartett den neuesten Output schlicht „Pazifik“ betitelt und liefert gleich das passende Wasser-Artwork dazu. Nicht sonderlich innovativ vielleicht, aber kann die Musik überzeugen, so kann man über diesen Aspekt wohlwollend hinwegsehen. Ein Konzeptalbum ist es dann aber nicht geworden, soviel sei vorab verraten.

Bereits der Titeltrack als Opener ist erstaunlich mitreißend gestaltet und sehr kraftvoll eingespielt worden. Insgesamt scheinen die Songs zwischen den punkig-schnellen Passagen und entschleunigteren Momenten deutlich ausgereifter und auch die Texte durchdachter. Insgesamt sind es die kritischen Töne, die im Fall der zwölf neuen Songs die Feder führen. So kommen auch gesellschaftskritische und gerade heraus vertonte Zeilen wie „Ihr tötet nicht in meinem Namen“ („Maschinenmenschen“) zum Einsatz. Stimmlich hat sich Sebastian Beyer nicht merklich weiterentwickelt, dennoch scheint sein Organ gefestigter und die Kompositionen stimmiger für die gegebenen Möglichkeiten.

Natürlich arbeiten MASSENDEFEKT aber nicht nur nach dem stumpfen rotzig-melancholischen Schema, sondern binden auch andere Elemente in ihre Musik ein. So nähert sich die Band stärker an Jupiter Jones an („Von Horizont zu Horizont“) oder spielt mit starken Kraftklub-Referenzen inklusive Sprechgesang („In/die Hölle“). Die Produktion ist klar und doch nicht zu steril für die deutschsprachigen Rocksongs. Die Texte überzeugen insofern, da sie gelegentlich das nötige Fünkchen Augenzwinkern in sich tragen, aber auch mit Geschichten nah am Leben überzeugen. Vor allem verzichten sie größtenteils auf Plattitüden und gängige Klischees. Tolle Beispiele hierfür sind „Schlechter Optimist“ und „Feuer und Eis“.

MASSENDEFEKTs Erfolg mit ihrem siebten Studioalbum „Pazifik“ kommt nicht überraschend, betrachtet man die in sich stimmigen Songs mit ihren melancholischen und aus dem Leben gegriffenen Geschichten, aber vor allem den politischen Statements. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Punk, Alternative Rock und Indie. Dazu kommt eine gelungene Produktion, die den nötigen Druck mitbringt. MASSENDEFEKT haben einen Schritt nach vorne gemacht, der sie weiter in Richtung Spitzengruppe der deutschen Rockmusik bringt. Jetzt müssen sie das Niveau auf dem nächsten Longplayer nur noch halten.

Bewertung: 7.5 / 10

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