CD-Review: Massiv in Mensch - Am Port der guten Hoffnung

Besetzung

Daniel Logemann - Gesang, Keyboard, Sampling
Tomas Appelhoff - Gesang
Jonathan Millat - Gitarre
Marwin Voß - Bass
Muck Kemmereit - Schlagzeug
Thomas Rauchenecker - Keyboard

Gastmusiker:
Sara Peel - Gesang
Reiner Schöne - Gesang
Honey - Gesang
Tom Tritoxin - Gesang
Spiritual Reality - Gesang
Thyx - Gesang

Tracklist

CD1:
01. Die Draupner-Welle
02. Türkis ist das neue Schwarz
03. Hamburg
04. Van Weyden
05. Mêlée Island
06. Monkey Islands
07. Sturm (akustisch)
08. Repowering
09. Kontrolliertes Abbrennen
10. Port der guten Hoffnung
11. Rotto Nave
12. Sturm (Alternativ-Version)
13. Le-Rav II
14. Sunt Terminat
15. Der schwarze Mann
16. Niemandsland

CD2:
01. Monkey Islands (Root Beer Money Shot)
02. Hamburg (Eurotanz-Mix)
03. Aggressive Leader (Edit)
04. November (Ginger Snap5 Remix)
05. Still Hopeful
06. Sturm
07. Vajont vs. Alien Love
08. Hamburg (Les Berrtas Remix)
09. November (Tritoxin Remake)
10. Aggressive Leader (Altlast-Maschinen-Boxx-Mix)
11. Hamburg (Analog Modular Remix)
12. Telespiel am Timmendorfer Strand
13. 1991


Vier Jahre nach dem letzten Album „The Cortex Zero Effect“ melden sich MASSIV IN MENSCH aus dem hohen Norden zurück. Für den weiblichen Gesang konnte Sara Peel gewonnen werden, die zuletzt Welle: Erdball live unterstützte. „Am Port der guten Hoffnung“ ist ein Doppel-Album, das insgesamt 29 Songs enthält und sich auf die Kernthemen Energie und Wasser fokussiert.

Im Intro erzählt Schauspieler und Synchronsprecher Reiner Schöne, Stimme von Darth Vader und Optimus Prime, die Geschichte der Draupner-Welle, bevor das eher humorvolle „Türkis ist das neue Schwarz“ den Reigen der Songs eröffnet. Eine Hymne an die norddeutsche Stadt schlechthin darf natürlich auch nicht fehlen: „Hamburg“ beinhaltet ein Sample von Heinz Jungclaussen, dem Stadionsprecher des Hamburger SV und lebt von der Mischung aus harten Klängen und dem lieblichen Gesang Sara Peels. So wird die Millionenstadt in einem angemessenen Licht präsentiert. Musikalisch bewegen sich die Titel im Future-Pop-Sektor, haben aber auch eine starke Techno-Seite. Der Einsatz des Schlagzeugers Muck Kemmereit, der nach dem letzten Longplayer zur Band gestoßen ist, verleiht den Klangkonstrukten deutlich mehr Druck. Die männlichen Gesangsparts sind genretypisch unterkühlt und monoton gehalten. „Mêlée Island“, gesprochen von Honey (Welle:Erdball) und „Monkey Islands“ sind eine Hommage an das gleichnamige legendäre Computerspiel. Die Abwechslung kommt dabei auf CD eins etwas zu kurz, lediglich die akustische und alternative Version von „Sturm“ und „Der schwarze Mann“ entfernen sich mit ihrer entschleunigten Herangehensweise von den ansonsten dynamischen Songs.

Die zweite CD startet mit dem „Root Beer Money Shot“ zu „Monkey Islands“, einem Remix der schwedischen Label-Kollegen TraKKtor. Desweiteren haben sich Kontrast mit ihrem Eurotanz-Mix „Hamburg“ angenommen und werten den Titel deutlich auf. Dem scheinbaren Herzstück des neuen MASSIV-IN-MENSCH-Longplayers haben auch Les Berrtas und Uselesssense in ein neues Gewand verpackt. Aber auch weitere Titel, die auf der ersten CD nicht zu finden sind, haben ihren Weg in diese Zusammenstellung gefunden: „Aggressive Leader“ ist in zwei Versionen, einmal in gekürzter Fassung und als Altlast-Maschinen-Boss-Mix, vertreten und geht stilistisch stark in den Aggrotech-Bereich. „November“ wurde mit zwei Remixen von Ginger Snap5 und Tritoxin versehen, vor allem ersterer besticht durch äußerst tanzbare Rhythmen. „Still Hopeful“ ist eine Zusammenarbeit mit Tom Tritoxin und Spiritual Reality mit entspanntem Wave-Charakter. Das balladenartige „Vajont vs. Alien Love“ wartet mit Gastsänger Stefan Poiss (Thyx) auf. Lediglich die dritte Auflage von „Sturm“ erscheint fragwürdig, steht dem Titel die minimalistisch-melancholische Instrumentierung doch deutlich besser als die von Electro-Beats unterlegte Herangehensweise. Den Abschluss bilden die zwei Bonus-Songs „Telespiel am Timmendorfer Strand“ und „1991“, die sich als nicht weiter erwähnenswert entpuppen.

Die Idee ein Album mit maritimen Themen aufzunehmen ist sicherlich nicht neu und auch die musikalische Ausrichtung von MASSIV IN MENSCH bietet eigentlich wenig Neues oder gar Innovatives, dennoch ist „Am Port der guten Hoffnung“ ein interessantes Album geworden, das aber auch deutliche Schwächen hat. Zwar kann man darüber diskutieren, ob es ein derartig ausuferndes Konzept über zwei CDs mit etlichen Remixes und Neuinterpretationen gebraucht hätte, dennoch liefert die zweite Scheibe spannendere und mitreißendere Songs. Es wäre wünschenswert gewesen, hätte die Band diese Einflüsse anderer Musiker in das reguläre Album eingebunden. So könnten sie das Interesse des Zuhörers länger aufrecht erhalten und gleichzeitig eine abwechslungsreichere Songauswahl anbieten. Genre-Liebhaber werden trotzdem die ein oder andere Perle für sich entdecken.

Bewertung: 6 / 10

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