CD-Review: Monster Truck - Sittin' Heavy

Besetzung

Jon Harvey - Gesang, Bass
Jeremy Widerman - Gitarre, Gesang
Steve Kiely - Schlagzeug, Gesang
Brandon Bliss - Keyboard, Gesang

Tracklist

01. Why Are You Not Rocking?
02. Don't Tell Me How To Live
03. She's A Witch
04. For The People
05. Black Forest
06. Another Man's Shoes
07. Things Get Better
08. The Enforcer
09. To The Flame
10. New Soul
11. Enjoy The Time


Arkansas, Louisiana, Tennessee oder Texas sind die Staaten, die einem in den Sinn kommen, wenn man den Namen Southern Rock hört. Ontario in Kanada hingegen verbindet man wohl eher mit Eishockey und grünen Landschaften im Sommer. MONSTER TRUCK stammen aber genau aus dieser Region, genauer gesagt aus Hamilton und spielen Hard Rock mit ordentlichem Hang zu eben jenem Southern Rock. „Sittin‘ Heavy“ ist nun also der zweite Full-Length-Streich, der auf die geneigte Hörerschaft losgelassen wird.

Vollkommen stilsicher trägt der erste Song des Silberlings den Namen „Why Are You Not Rocking?“, denn immerhin könnte der Rock ’n’ Roll in dieser Nacht dein Leben retten, zumindest wenn es nach den Jungs von MONSTER TRUCK geht. Die Eröffnung des Albums besitzt einen ordentlichen Drive und bringt den Hörer mit seiner leicht rotzigen Note direkt in Stimmung für das, was in den weiteren knapp 43 Minuten folgt.
Die vier Kanadier gehen auf „Sittin‘ Heavy“ nämlich keinen allzu großen Experimenten nach, sondern sie besinnen sich auf das, was sie bereits auf „Furiosity“ ausgezeichnet hat. Lediglich einige kleine Änderungen wurden vorgenommen, um dem Sound noch mehr Abwechslung und Eingängigkeit zu verpassen. Eine logische Konsequenz aus dieser Vorgehensweise ist jedoch der stellenweise geringere Härtegrad. Glücklicherweise bedeutet ein Härteverlust nicht, dass der Groove ebenfalls verloren ist, denn tatsächlich kommt dieser nun noch besser zur Geltung und auch die zahlreichen Einflüsse aus Blues- und Countrymusik wirken präsenter als auf dem Debüt.

„She’s A Witch“ beispielsweise nimmt den Hörer sofort an den Haken und unwillkürlich ertappt man sich beim Mitwippen im Rhythmus der satten Riffs. Spätestens beim mehrstimmigen Refrain sitzt das Stück dann endgültig im Gehörgang fest und der Mitteilteil ist so fest am Stampfen, dass man eigentlich gleich auf Repeat drücken möchte. Das folgende „For The People“ ist zwar deutlich melodischer und lockerer beim Sound, aber auch hier staubt es zuweilen gewaltig im Wüstensand. Überraschend ruhig, fast verträumt, und mit einer Prise Led Zeppelin versehen geht es mit „Black Forest“ weiter und mit „The Enforcer“ gibt es bereits den passenden Soundtrack für die nächste Prügelei deines Lieblings-Eishockeyspielers oder wahlweise die nächste alkoholreiche Party. Den versöhnlichen und wahrlich selig wirkenden Abschluss auf dieser Scheibe hätte man dann gar nicht besser betiteln können als „Enjoy The Time“.

MONSTER TRUCK haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt, ohne den eingeschlagenen Weg verlassen zu haben. Hard Rock mit Südstaatenflair ist immer noch der Grundstoff für alle der elf Nummern auf „Sittin‘ Heavy“, jedoch wirkt dieses Mal alles etwas feiner geschliffen. Die Gitarren bilden noch immer das Herzstück der Musik und neben den Unmengen an fetten Riffs wissen auch die mal mehr, mal weniger sauber gespielten Leads und Soli zu überzeugen. Angetrieben wird alles durch ein sehr gut produziertes und kraftvolles Schlagzeugspiel und natürlich kommen auch die Bässe an einigen Stellen richtig schön aus den Boxen.

Abschließend kann man sagen, der MONSTER TRUCK rollt wieder mit Volldampf voraus und lässt sich, mit dem selbstgesteckten Ziel fest im Blick, auf seinem Weg nicht aufhalten.

Bewertung: 8 / 10

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