CD-Review: Papa Roach - Getting Away With Murder (-)

  • Veröffentlichung: 2004
  • Label: DreamWorks
  • Spielart: Rock
Besetzung

Jacoby Shaddix – Gesang
Jerry Horton – Gitarre
Tobin Esperance – Bass
David Buckner – Schlagzeug

Tracklist

01. Blood
02. Not Listening
03. Stop Looking Start Seeing
04. Take Me
05. Getting Away With Murder
06. Be Free
07. Done With You
08. Scars
09. Sometimes
10. Blanket Of Fear
11. Tyranny Of Normality
12. Do Or Die


Zwei Jahre nach dem erfreulich mutigen (zugleich aber kommerziell erfolglosem) „LoveHateTragedy“ legen die vier Kalifornier nun ihr drittes Major-Album vor. Kritiker beschwören ja nur zu gerne herauf, dass dies für jede Band der entscheidende Schritt nach vorn oder eben auch der katastrophale Fehltritt ins endgültige Abseits sein muss.

Fakt ist, dass man im Hause Shaddix & Co. nicht zurück zum Mix aus New Metal und Rock vergangener Tage will. Ebenso Fakt ist aber auch, dass man wohl wieder ein bisschen Zaster gebrauchen kann und Fans zurückgewinnen will. Die nämlich fanden das letzte Studio-Werk größtenteils nicht wirklich berauschend. Was also tun?Mit „Blood“ legt man jedenfalls erst mal ganz nett los. Moderne Rockmusik mit abermals fetzigen Gitarren. Gefällige Rhythmusarbeit und ein überwiegend singender Jacoby. Wobei – ein wenig Hintergrundgeschrei muss dann doch noch sein. Mit diesen wenigen Worten lässt sich auch die gesamte Platte beschreiben. Auffallend eingängig ist sie geworden. Wo der Vorgänger doch eher zum Mid-Tempo tendierte und dort reifte, präsentiert man hier sehr kurzweilige und substanzlose, schnelle Rockmusik, die auch von Kollegen wie Hoobastank stammen könnte. Sicherlich, die Produktion ist dank Howard Benson wieder einmal sehr gut. Aber wo sind die Ecken und Kanten geblieben, die das Quartett zwar Gott weiß nicht zu einer Ausnahme- oder Innovationsband machten, aber Papa Roach dafür ein klares Profil gaben?
Natürlich gibt es hier einen Haufen Songs, die sofort das Innenohr erreichen und zum Tanzen animieren. Aber genau darin liegt das Problem. Zu banal, austauschbar und simpel wirkt das Ganze. Viel zu oft wiederholt man die Refrains in den Liedern. Selbstplagiatierung bei den Hooklines nicht einmal eingeschlossen. Irgendwie eine Ansammlung, auf die die Bezeichnung Einheitsbrei selten besser zutraf. Wie gesagt, von schlecht ist dieser Silberling noch ein Stück entfernt. Vielmehr sind die Grooves von Esperance und Buckner dafür zu professionell, gleichzeitig aber auch zu altbacken und einfach nur durchschnittlich. Horton und Shaddixx reihen sich da ganz ungeniert ein. Auch die wiedereinmal klischeehaften Texte geben der These vom Durchschnittsalbum recht.

So kommen Papa Roach diesmal nicht so einfach davon wie sie es laut Titel gerne hätten. Vielmehr reihen sie sich in die Riege von Bands ein, die einem großen Publikum möglichst ausgelutschte Erfolgsformeln präsentieren will. Kein fauler Kompromiss zwischen „Infest“ und „LoveHateTragedy“, wie vorher befürchtet, sondern vielmehr ein belangloses Stück Musik, an das sich in einem Jahr niemand mehr erinnern wird.

(Thomas)

Bewertung: 5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: