CD-Review: Portrait - At One With None

Besetzung

Per Lengstedt - Gesang
Christian Lindell - Gitarre
Fredrik Petersson - Bass
Anders Persson - Schlagzeug

Tracklist

01. At One With None
02. Curtains (The Dumb Supper)
03. Phantom Fathomer
04. He Who Stands
05. Ashen
06. A Murder Of Crows
07. Shadowless
08. The Gallow’s Crossing


Das Cover von "At One With None" von Portrait

Bereits mit ihrem zweiten Album „Crimen Lasae Mejestatis Divinae“ gelang es den Schweden PORTRAIT, beim Global Player Metal Blade Records unterzukommen. Seither erspielte sich die Mannschaft Jahr für Jahr einen festen Platz im Heavy-Metal-Underground, unter anderem als Support von Bands wie den NWOBHM-Legenden Satan. Vier Jahre nach ihrem letzten Output „Burn The World“ wird es Zeit für ein neues PORTRAIT-Album, und so steht seit kurzem „At One With None“ in den Regalen.

Mit der Ankündigung ihres neuen Albums ließen PORTRAIT auch verlauten, es sei ihr erklärtes Ziel, sich nie zu wiederholen. Das tun sie auf „At One With None“ tatsächlich nicht, es ist aber auch nicht so, als hätte die Truppe sich hier neu erfunden. Auf Album Nummer fünf spielen die Schweden noch immer okkult angehauchten Düster-Metal, der oftmals knietief im Fahrwasser von Mercyful Fate und frühen King Diamond rangiert. Das kennt man von dieser Band seit 15 Jahren und große Überraschungen sind auch auf ihrer neuesten Veröffentlichung nicht zu erwarten.

Das soll aber nicht heißen, dass „At One With None“ kein gutes Album wäre, denn PORTRAIT fühlen sich nach anderthalb Jahrzehnten in ihrem Sound hörbar wohl. Um der Atmosphäre willen setzen die Herren in Songs wie dem Titeltrack, „Phantom Fathomer“ oder dem neunminütigen „Ashen“ nicht nur auf griffige Riffs, sondern lockern ihre Gitarrenwände mit offeneren Arrangements auf. Das klappt wie in der Vergangenheit auch hier ziemlich gut, denn obschon die vermeintlich okkultistische Seance-Atmosphäre in ihren Songs klar im Fokus steht, lassen PORTRAIT doch nie den Metal außen vor und achten stets darauf, dass ihre Songs mit genug Druck daherkommen.

Etwas kerniger wird es in Tracks wie dem galoppierenden „Curtains (The Dumb Supper)“, das nun wirklich stark von King Diamond inspiriert ist. Wie auch das an ihre Landsleute Ram erinnernde „A Murder Of Crows“ oder auch das unerwartet gradlinige „Shadowless“ zeigt, macht „At One Wiht None“ dann am meisten Spaß, wenn PORTRAIT vermehrt auf kantige Riffs setzten. Ungeachtet, ob nun rockige oder düstere Songs, beweisen die Schweden auf ihrer neuen Platte ein mehr als glückliches Händchen für tolle Refrains: jeder der enthaltenen Titel überzeugt durch einen mitreißenden Chorus, der die Horrorfilm-Atmosphäre angenehm aufbricht.

Wenngleich man stets hört, wer sie inspiriert hat, haben sich PORTRAIT mit ihrem atmosphärischen Geisterbahn-Metal doch ihre ganz eigene Nische geschaffen, in die erst später Nachahmer wie Attic oder Trial drängten. Mit „At One With None“ setzen die Herren aus Kristianstad genau das fort, was sie mit ihren ersten vier Alben begonnen haben und bleiben sich damit in jeder Hinsicht treu. Das ist am Ende nicht wirklich originell, aber es wirkt stets absolut authentisch und dürfte nicht nur jene Metalfans begeistern, denen die Wartezeit auf das nächste King-Diamond-Album zu lang ist.

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Bewertung: 7 / 10

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1 Kommentar zu “Portrait – At One With None”

  1. rexregum

    Ich muss gestehen, dass ich nach dem ersten Durchhören schwer begeistert war, dass sich diese Begeisterung aber nicht ganz hält. Die A-Seite halte ich für grandios und gebe ihr 9 von 10. Hat man den ersten Track durchschaut, ist es ein großartiges Lied. „Curtains“ hat einen starken Refrain und zündet gleich. „Phantom Fathomer“ wächst mit der Zeit, „He Who Stands“ ist in meinen Augen – v.a. wegen des Refrains – ein origineller Song, der die Qualität zum Klassiker hat, „Ashen“ knallt ordentlich in der Mitte.
    Auf der B-Seite finde ich diese Perlen nicht mehr so. Am meisten enttäuscht war ich aus zwei Gründen vom offiziellen Ende „The Gallow’s Crossing“. Die Platten davor hatten mit „Der Todesking“, „Lily“ und „Pure of Heart“ jeweils einen epischen Monolith als Schlusspunkt; mit dieser Qualität kann der Galgen nicht mithalten. Blass erscheint mir dann auch noch das Ende. Hier wird einfach ausgeblendet, in meinen Augen meist die am wenigesten originelle Art, ein Lied zu beenden. Hier also 7 von 10 und damit endet meine Kritik auch irgendwie auf eine ähnliche

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