CD-Review: Quicksand - Interiors

Besetzung

Walter Schreifels – Gesang, Gitarre
Tom Capone – Gitarre
Sergio Vega – Bass
Alan Cage – Schlagzeug

Tracklist

01. Illuminant
02. Under The Screw
03. Warm And Low
04. >
05. Cosmonauts
06. Interiors
07. Hyperion
08. Fire This Time
09. Feels Like A Weight Has Been Lifted
10. >>
11. Sick Mind
12. Normal Love


Walter Schreifels ist ein umtriebiger Mann: Mit den legendären Hardcore-Bands Gorilla Biscuits und Youth Of Today ist er in unregelmäßigen Abständen live zu sehen, und auch seine Projekte Rival Schools und Vanishing Life geben immer wieder Lebenszeichen auf der Bühne und aus dem Studio von sich. Auch QUICKSAND stand seit 2012 für vereinzelte Liveshows wieder auf der Bühne. Nach den beiden wegweisenden Post-Hardcore-Alben „Manic Compression“ und „Slip“ fiel ein schon weit fortgeschrittenes drittes Album 1999 der Auflösung der Band zum Opfer. Um so tiefer klappten sämtliche Kinnladen nach unten, als 22 Jahre nach dem letzten musikalischen Lebenszeichen mit „Illuminant“ 2017 die erste Single des dritten QUICKSAND-Albums „Interiors“ veröffentlicht wurde. Diese klang zur gleichen Zeit nach QUICKSAND, unterschied sich allerdings wesentlich vom Sound der Band in den 90er-Jahren.

Sergio Vegas groovendes Basspiel, das seit vielen Jahren auch die Deftones bereichert, Alan Cages krachendes, verschlepptes Schlagzeugspiel, flirrende sowie rifflastige Gitarren von Tom Capone und Walter Schreifels sowie dessen melodischer Gesang eröffnen „Interiors“. Das konsequente Mid-Tempo des Albums lädt zum Kopfnicken ein. Dennoch sind Songs wie das treibende „Under The Screw“ trotz der Gleichmäßigkeit nicht weniger intensiv, was vor allem an den bewusst sperrig gehaltenen Songstrukturen liegt. Die Post-Hardcore-Attitüde, die QUICKSAND mit Bands wie Fugazi oder Helmet etabliert haben, ist stets fühlbar, auch wenn wirkliche Ausbrüche ausbleiben und musikalisch stärker eine Alternative-Note vorherrscht. Dieser Schritt weg von den Vorgängern, ohne dabei ihren unverkennbaren Stil zu verlieren, zeigt die Klasse der vier Musiker.

Nummern wie das schwermütige „Cosmonauts“ oder der intensive, zwischen laut und leise changierende Titeltrack stechen auf „Interiors“ durch eine atmosphärische Verdichtung hervor. Leider klingt Walter Schreifels Gesang auf die gesamte Spielzeit des Albums etwas eintönig und die doch überschaubare musikalische Abwechslung lässt „Interiors“ stellenweise eher im Hintergrund vorbeigleiten. Dennoch macht das dritte Album von QUICKSAND viel Spaß und kann mit unwiderstehlichem Groove überzeugen. Zwar wirkt die Band mit ihrem Sound fast schon aus der Zeit gefallen, wodurch sie sich allerdings auch angenehm vom Gros überproduzierter und auf Aggression bauender Hardcore-Bands abheben. Hoffentlich dauert es keine weiteren 22 Jahre, bis neue Musik aus dem Hause QUICKSAND erscheint.

Bewertung: 7.5 / 10

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