CD-Review: Siberian - Through Ages Of Sleep

Besetzung

Gus Ring – Gesang
Linus Marron de Martin – Gitarre
Daniel Eklöw – Schlagzeug

Tracklist

01. Ascend
02. Witness
03. Axis Mundi
04. Heresy Breath
05. Anima Astray
06. Transcend
07. Kingdoms
08. Dirge
09. Age Of Sleep


2010 gegründet, änderten Shrine zum Release ihres Debüts „Modern Age Mausoleum“ (2014) den Bandnamen in SIBERIAN. Ein Hinweis auf ihre Herkunft versteckt sich darin allerdings nicht, die Truppe kommt aus Linköping in Schweden. Der neue Name hat jedenfalls Bestand: Drei Jahre nach dem Debüt legen SIBERIAN mit „Through Ages Of Sleep“ 2017 den zweiten Teil einer geplanten Trilogie vor.

Schon das phantastische Artwork, das von seiner Stimmung her auch zu The Ocean passen würde, macht Lust auf mehr: Der Blick, von der Wasseroberfläche geteilt, fällt auf eine niederbrennende Welt. Darunter herrscht förmlich sichtbar Stille, eine Hand streckt wie unbewusst den Finger zur Grenze zwischen den (Traum-)Welten. Tatsächlich dreht sich nämlich nicht nur der Titel, sondern auch das Textkonzept von „Through Ages Of Sleep“ ganz um Schlaf und Traum.

Dieses spannende Thema fassen SIBERIAN in ein nicht minder spannendes Klangbild, das Post-Metal und Sludge gelungen vereint: Brachiale Riffs treffen auf griffige Melodien und Screams im Post-Hardcore-Stil („Axis Mundi“). Dazwischen überraschen SIBERIAN den Hörer jedoch immer wieder mit elegant eingepflegten ruhigen Parts („Witness“), mitunter auch mit sphärischem Klargesang („Animan Astray“). Gelegentlich bricht dann auch noch der straightere, groovige Stil vom Debüt durch, bei dem vor allem der Gesang an Sepultura denken lässt  – nicht ohne direkt wieder in einen extrem ruhigen Part umzubrechen („Kingdoms“).

Um mangelnde Abwechslung braucht man hier also nicht besorgt zu sein – eher noch um die Einzigartigkeit. Denn zugegeben, keines der Elemente, vor allem aber auch nicht die Art und Weise, in der SIBERIAN sie verknüpfen, macht „Through Ages Of Sleep“ einzigartig. Tatsächlich ist mancher Part fast schon generisch, wie nach dem „Leitfaden Post-Metal/Sludge“ konstruiert. Wer nicht ausschließlich in diesem Genre unterwegs ist oder nicht mit dem Anspruch an SIBERIAN herantritt, Ungehörtes zu hören, kann darüber jedoch getrost hinwegsehen.

Sollte man sogar – denn sonst beraubt man sich aus reiner Sturheit den Freuden eines extrem gefälligen Albums: SIBERIAN haben „Through Ages Of Sleep“ vielleicht nicht ausgefallen, aber rundum stimmig komponiert. Das Resultat erinnert deswegen hier und da vielleicht an andere Bands oder auch mal ganz allgemein eine imaginäre „Genre-Blaupause“ – macht deswegen aber nicht weniger Spaß. Denn in der Umsetzung – technisch wie kompositorisch – haben SIBERIAN so manch anderer Band aus diesem Sektor einiges voraus.

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Bewertung: 8 / 10

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