CD-Review: Streams Of Blood - Allgegenwärtig

Besetzung

Thymos - Gesang, Gitarre, Bass
Terrorin - Schlagzeug

Tracklist

01. Stella Nova (Collapse)
02. Corrosion
03. Detox
04. Open Your Third Eye
05. Fusion
06. Man Owes Nature Only Death (Conduct)
07. Regeneration
08. Transformation


Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Exzess und Spiritualität – diese paarweise in Opposition zueinander stehenden Begriffe stellen im Black Metal zunächst kein Novum im Reigen der dort gerne besprochenen Thematiken dar. Die entscheidende Frage ist, ob es musikalisch ansprechend umgesetzt wird. Die deutschen Schwarzmetaller STREAMS OF BLOOD, bestehend seit 2009, versuchen sich daran auf ihrem dritten Album „Allgegenwärtig“.

Beckenschläge und sich zähfließend aufbauende, bedrohlich wirkende Gitarrenwände leiten langsam, aber wirkungsvoll in die 45 Minuten andauernde Misantrophie ein. Erst nach und nach gesellen sich unheilvoll knarzender Gesang und schnelleres Schlagzeugspiel hinzu. Dieser Aufbau des Openers „Stelle Nova (Collapse)“ weckt Interesse beim Hörer und vermittelt gleich zu Beginn eine Stimmung, mit der STREAMS OF BLOOD ihn einnehmen. Diese bleibt auf Albumlänge aufrechterhalten, wobei für „Allgegenwärtig“ bezeichnend ist, dass die deutschen Black-Metaller mehr auf eine wirklich gelungene Atmosphäre als auf Geschwindigkeit setzen. Ausbrüche in die oberen Tempobereiche sind vorhanden, insgesamt präsentiert sich die dritte Scheibe aus dem Hause STREAMS OF BLOOD aber eher getragen. Der Musik und ihrer Wirkung tut das keinen Abbruch, da die Band es versteht, auf diesem Weg ein düsteres Feeling zu erzeugen.
Von den acht Songs einen oder mehrere zu besonderen Anspieltipps zu nominieren fällt schwer – nicht, weil keiner dazu geeignet wäre, sondern weil im Gegenteil die Platte durchgehend überzeugt. Die Nummern stehen sich qualitativ in nichts nach, gehören vielleicht nicht zu den ganz großen Würfen, die der Black Metal derzeit zu bieten hat, überzeugen für sich genommen aber sehr. Auffallend ist in erster Linie eine hohe Zugänglichkeit, die sich in Form einprägsamer Riffs und Refrains äußert. Letztere bestehen oftmals hauptsächlich aus der repetitiven Nennung des Songtitels, was ein wenig innovativer, dafür aber ein wirksamer Weg ist, die Nummern im Gedächtnis des Hörers zu verankern. Am besten eignet sich „Allgegenwärtig“ als zusammenhängendes Hörerlebnis und klingt in dieser Form gut genug, damit sich über den einen oder anderen vielleicht etwas zu langen Song gegen Ende auch gut hinwegsehen lässt.

STREAMS OF BLOOD gelingt es, mit ihrem dritten Album einen Black-Metal-Output zu kreieren, der in der Tradition dieser Spielart steht, allerdings keine erneute Kopie, sondern ein eigenständiges Werk voller Atmosphäre darstellt. „Allgegenwärtig“ sind hier also eine finstere Grundstimmung und durchgehender Hörgenuss für diejenigen, die sich genau darauf einlassen wollen.

Bewertung: 7.5 / 10

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