CD-Review: The Horn - Volume Ten

Besetzung

The Horn's A D MacHine – Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. The Portal Opens
02. Spell 165
03. Spell 124
04. Spell 47
05. Spell 146
06. Spell 26
07. Spell 156
08. Spell 66
09. The Portal Closes
10. Book Of Dust (Bonustrack)
11. Spell 110 (Bonustrack
12. Spell 53 (Bonustrack)
13. Spell 93 (Bonustrack)
14. Spell 7 (Bonustrack)


Wer aus Australien kommt und Industrial Black Metal über ägyptische Mythologie schreibt, den er selbst als „Pure Ancient Occult Egyptian Space Metal“ beschreibt, dürfte in vielerlei Hinsicht keine gewöhnliche Erscheinung sein. Die Musik von THE HORN jedenfalls unterstreicht diesen Verdacht. Doppelt.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das elfte Studioalbum des Australiers „Volume Ten“ betitel ist – und ein Jahr nach „The Ancient Egyptian Book Of The Dead Vol. 11“ in die Läden kam. Doch auch wenn man derartige Spitzfindigkeiten außen vor lässt, stellt THE HORN den Hörer vor ein Rätsel: Nach einem ambient-lastigen Intro geht es mit „Spell 165“ direkt in die Untiefen des Undergrounds – zumindest, was den Sound angeht. Gitarrengeschrammel wabert vorbei, dazu rasselt irgendwo ein Drumcomputer und Sänger und Mastermind The Horn’s A D MacHine flüstert beschwörend altägyptische Zaubersprüche und Beschwörungen aus dem Buch der Toten auf seine Hörer ein. So oder so ähnlich verhält es sich auch im Folgenden: Zwar schwankt die Aufnahme-Qualität der einzelnen Stücke hörbar, über undurchdringliches Geschrammel kommt man hier aber nicht hinaus. Erst die fünf Bonustracks lassen erahnen, worauf THE HORN eigentlich hinaus wollen – das aber zu spät und auch dann noch nicht überzeugend genug. Erneut bekommt der Hörer nämlich über weite Strecken nicht mehr als Geflüster, atmosphärische Klänge und noisige Distortion-Gitarren geboten. Das ist zwar von der Idee bisweilen („Spell 146“) nicht weit von Bands wie The Ruins Of Beverast entfernt – in der Umsetzung leider schon.

Zwar gelingt es THE HORN zumindest streckenweise, eine gewisse „mystische“ Atmosphäre aufzubauen. Den Stöpsel zieht jedoch oft schon der nächste Song. Ganz allgemein stellt sich die Frage, ob ein Album, das von einem Intro und einem Outro abgesehen größtenteils aus von Gollum vorgetragenen Beschwörungsformeln und Soundbrei besteht, all zu viele Fans finden wird. Zwar ist das Konzept, das ägyptische Totenbuch in seiner Gesamtheit zu vertonen, ambitioniert – die Umsetzung lässt zumindest in diesem Fall jedoch zu wünschen übrig.

Bewertung: 3.5 / 10

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