CD-Review: This Wild Life - Petaluma

Besetzung

Kevin Jordan - Gesang, Gitarre
Anthony Del Grosso - Gitarre

Tracklist

01. Figure It Out
02. Headfirst
03. Catie Rae
04. Positively Negative
05. Westside
06. Hold You Here
07. Come Back Down
08. College Kids
09. Never Believe
10. No Need For Novocaine


Wenig abwechslungsreich und viel zu kitschig präsentierten sich THIS WILD LIFE noch auf „Low Tides“. Jetzt möchte das Duo mit dem vierten Studioalbum „Petaluma“ und seinem Artwork zwischen sommerlicher Leichtigkeit und Kirchenfenster abermals die Hörer überzeugen. Produzent Ryan Hadlock (Vance Joy, The Lumineers) brachte den Musikern ungewöhnliche Instrumente näher, wie bspw. die Mandoline, die in den akustischen Pop-Punk verwoben wurde. Gelingt es Jordan und Del Grosso diesmal unter dem Strich ein besseres Album anzubieten?

In Sachen Qualität haben sich THIS WILD LIFE deutlich gesteigert, das sei vorab verraten, auch wenn sie sich noch stärker in Richtung Pop entwickelt haben. „Headfirst“ wird durch ein Schlagzeug angereichert, dass die nötigen Akzente setzt und für diesen Stil sogar recht wuchtig wirkt. Die zum Einsatz kommenden Chöre geben dem Song noch etwas mehr Drive mit auf den Weg. Mal agiert eine Ukulele federführend („Catie Rae“) oder es kommen beschwingte Bläser zum Einsatz („Come Back Down“).

Elegant und schön anzuhören sind auch die Streicher, die vermehrt zum Einsatz kommen und einige Titel auf „Petaluma“ veredeln. Auch in Sachen Gitarren hat sich das Duo aber merklich gesteigert. Wiederholt dringen gewisse Griffe und Kniffe ans Gehör, die man nicht vermutet hätte. Der Bass ist oft unterschwellig präsent, was den Songs ebenfalls sehr gut steht. Neben den locker-flockigen Titeln greifen THIS WILD LIFE auch ernste Themen auf: „Westside“ beispielsweise handelt von sexuellem Missbrauch.

Aktusisch ja, Pop ja, Punk Fehlanzeige. Ganz klar positionieren sich THIS WILD LIFE im Spektrum der Popmusik mit Singer/Songwriter-Elementen. Trotzdem ist „Petaluma“ ein gelungenes Album geworden, dass seinem Vorgänger um Längen voraus ist, wenn auch wenig wirklich spektakuläres passiert. Die kitschigen Songs sind weitgehend fröhlichen Nummern gewichen, die viel positive Atmosphäre versprühen und auch desöfteren Ohrwurmgaranten darstellen. Die beiden Kalifornier wären gut beraten weiterhin auf sentimentale Gefühlsduselei zu verzichten und diesen Gute-Laune-Faktor dominieren zu lassen.

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: