CD-Review: Trivium - Shogun

Besetzung

Matt Heafy – Gesang, Gitarre
Corey Beaulieu – Gitarre, Gesang
Paolo Gregoletto – Bass, Gesang
Travis Smith – Schlagzeug

Tracklist

01. Kirisute Gomen
02. Torn Between Scylla And Charybdis
03. Down From The Sky
04. Into The Mouth Of Hell We March
05. Throes Of Perdition
06. Insurrection
07. The Calamity
08. He Who Spawned The Furies
09. Of Prometheus And The Crucifix
10. Like Callisto To A Star In Heaven
11. Shogun


Spätestens seit „Ascendancy“ sollten TRIVIUM den meisten Metal-Hörern ein Begriff sein. Egal ob man sie mag oder nicht, es ist nicht zu leugnen, dass ihre Mischung aus Thrash Metal und Metalcore einen hohen Wiedererkennungswert hat. Ebenjenen sprach man ihnen jedoch auf „The Crusade“ ab, das darauf enthaltene Material sei nicht mehr als ein müder Abklatsch von Metallica gewesen. 2008 holten TRIVIUM dann mit „Shogun“ zum Befreiungsschlag aus und bewiesen darauf in eindrucksvoller Weise, dass sie durchaus eine eigene künstlerische Identität hatten.

Ebenjenes Album gilt weithin als die Sternstunde TRIVIUMs und das aus gutem Grund. „Shogun“ sprüht regelrecht vor Inspiration, die Songs sind mit die längsten und komplexesten im Band-Katalog und die Truppe gibt in jedweder Hinsicht alles. Die wohl größte Weiterentwicklung haben dabei die Vocals von Matt Heafy vorzuweisen, man merkt wirklich, wie viel der Mann an seinen Gesangskünsten gearbeitet hat. Egal ob kraftvolle Cleans, Hetfield-esque Rauheit oder verschieden hohe und tiefe Shouts, alles wird vortrefflich eingesetzt und erhält genau so viel Raum, wie es der jeweilige Song erfordert. Hinfort sind die vorhersehbaren Strukturen mit gescreamter Strophe und cleanem Refrain, stattdessen wechseln sich die verschiedenen Gesangsstile in unterschiedlicher Reihenfolge gleichberechtigt ab.
Das Gitarrenspiel ist ebenso vielseitig, sodass einem das metallische Herz aufgeht. Halsbrecherische Soli, thrashige Rhythmen, vereinzelt stimmungsvolles Tremolo-Picking und viel melodische Heavy-Metal-Epik, all das und mehr sorgt für ein rundum unterhaltsames Hörerlebnis. Zu keiner Zeit bekommt man das Gefühl, den Gitarristen seien die Ideen ausgegangen, nein, hier hat man sich wirklich mit Spielfreude ans Werk gemacht. Zudem gibt der Einsatz sieben-saitiger Gitarren (die vereinzelt bereits auf dem Vorgängeralbum einen Auftritt hatten) dem ganzen eine zusätzliche Dimension. In puncto Kreativität bilden die Drums keine Ausnahme, auch sie sind wirklich einfallsreich arrangiert. Verschieden schnelle Double-Bass-Drums und stets passende Rhythmen tragen ebenso dazu bei, dem Album seinen Ruf als Meisterwerk TRIVIUMs zu verleihen. Musikalisch gesehen ist es eindeutig ihre aufwendigste Platte, weshalb die einzelnen Songs nicht ganz so schnell ins Ohr gehen wie die der übrigen Alben, doch hat man sie erst einmal verinnerlicht, schätzt man sie umso mehr. Deshalb wird „Shogun“ auch nach mehrmaligem Hören nie langweilig.
Doch auch textlich überzeugt der Longplayer auf ganzer Linie. Wie schon einige der Titel zeigen, werden hier in erster Linie griechische Mythen vertont. Zu den Ausnahmen zählen der Opener „Kirisute Gomen“ und der abschließende Titeltrack, die wiederum japanisch inspiriert sind und auf kämpferische Weise klarstellen, dass TRIVIUM sich nicht von etwaiger Kritik einschüchtern lassen. Das hymnische „Down From The Sky“, Fan-Favorit und fixer Bestandteil der meisten Live-Setlists, thematisiert Tyrannei im Allgemeinen. Der bereits erwähnte Titeltrack sticht zudem dadurch heraus, dass er mit elf Minuten der längste Track der Bandgeschichte ist. Trotz dieser beachtlichen Länge ist „Shogun“ zu jeder Sekunde aufregend, es wird gekonnt Spannung auf- und abgebaut, zwischendurch aufgelockert durch eine ruhige Passage inklusive eines bluesigen Solos. Alle Songs bewegen sich mehr oder weniger auf demselben hohen Niveau und jeder hat etwas Besonderes an sich, deshalb würde es den Rahmen sprengen, näher auf die einzelnen Nummern einzugehen.

Abschließend lässt sich also sagen, dass TRIVIUM mit „Shogun“ ihr Magnum Opus geschaffen haben, das sich durch die perfekte Balance zwischen allen Stilelementen auszeichnet, die TRIVIUM ausmachen. Eine Platte, die auch Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrer Beliebtheit verloren hat, und somit das Referenzwerk, an dem sich wohl oder übel alle darauffolgenden Alben der Band messen müssen.

Bewertung: 9 / 10

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