Das Cover von "Shadowland" von Wolf.

Review Wolf – Shadowland

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Heavy Metal

Schon mit ihrem gleichnamigen Debüt wurde die schwedische Heavy-Metal-Truppe WOLF zum Liebling des Undergrounds. Seither hat die Band mit fast jedem ihrer acht Alben ins Schwarze getroffen und konnte sich als feste Größe im traditionsbewussten Metal etablieren. Entsprechend gut ist die Truppe vernetzt und es dürfte kaum verwundern, dass Bassist Pontus Egberg auch bei King Diamond in die Saiten greift und Drummer Johan Koleberg schon bei Hammerfall hinter dem Schlagzeug saß. Zwei Jahre nach „Feeding The Machine“ steht mit „Shadowland“ nun ein neues WOLF-Album in den Regalen.

WOLF gehörten schon immer zu jenen Bands, die sich zwar dem traditionellen Heavy Metal verschrieben haben, dabei jedoch nie auf Teufel komm raus altbacken klingen wollten. Auf „Shadowland“ manifestiert sich dieser Ansatz einmal mehr in ebenso druckvollen wie gradlinigen Nummern, denen man stets anhört, wo die Band herkommt, die deshalb aber trotzdem aktuellen Hörgewohnheiten entsprechen. So bekommen Fans mit dem modern groovenden und doch unüberhörbar an Black Sabbath erinnernden „Time Machine“ sowie dem treibenden „Exit Sign“ durchweg starke Heavy-Metal-Songs geboten, die sich dank der erwähnten Eigenschaften als absolut zeitlos erweisen.

Im Verlauf von „Shadowland“ schlägt das Pendel dabei immer mal wieder etwas stärker in Richtung eines der beiden Pole „traditionell“ bzw. „modern“ aus. So kehren WOLF etwa mit dem dank singender Twin-Gitarren eindeutig von der NWOBHM inspirierten „Evil Lives“ kurzzeitig zu ihren Wurzeln zurück, wohingegen moderne Stampfer wie der Titeltrack oder „Rasputin“ voll am Puls der Zeit liegen. Beides steht der Band gut, allerdings könnten sich vor allem Fans früher Alben der Schweden wünschen, WOLF hätten ein bisschen öfter in ihre eigene Vergangenheit geguckt, denn der Anteil an „neumodischem“ Midtempo überwiegt auf dieser Platte eindeutig.

Was sich glücklicherweise nicht verändert hat, ist der Umstand, dass WOLF nach wie vor ungeschlagen darin sind, Songs mit dichter Atmosphäre zu schreiben. Die Mannschaft veredelt ihre Kompositionen auch auf ihrem neunten Album wieder mit geradezu unwiderstehlichem weil latent augenzwinkerndem Geisterbahn-Pathos, wie man ihn auch von stilbildenden Alice-Cooper– oder King-Diamond-Platten kennt. Dank des bissigen, ja geradezu schneidenden Gesangs von Frontmann Niklas Stålvind und intelligent geschriebener Texte basierend auf mehr oder minder bekannten Schauermärchen sorgt das nicht selten für Gänsehaut – die besten Beispiele dafür finden sich in „Dust“ und vor allem dem grandiosen „The Ill-Fated Mr. Mordrake“.

„Shadowland“ ist ein starkes Album, das einmal mehr untermauert, warum WOLF zu den führenden Bands in ihrer Sparte gehören. Es zeigt allerdings auch, dass die Schweden ihren Sound schon seit langer Zeit gefunden haben und nun wenig bis überhaupt nicht an irgendwelchen stilistischen Experimenten interessiert sind. Somit ist ihre neueste Platte der logische Nachfolger ihrer bisherigen Alben, was natürlich auch ähnlich hohe Qualität garantiert. Es bedeutet aber auch, dass WOLF hier höchstens in Nuancen von ihrem bisherigen Kurs abweichen und Überraschungen (fast vollständig) ausbleiben. Kann man so machen.

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Wertung: 7 / 10

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