Interview mit Voi Cox von Act Of Denial

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Mit ACT OF DENIAL ist ein neues Projekt am Start, das es so ohne die Pandemie wohl nicht gegeben hätte. So hatten Szenegrößen wie Sänger Björn Strid (Soilwork), Bassist Steve Di Giorgio (u. a. Testament) oder Drummer Krimh (u. a. Septicflesh) freie Terminkalender, um sich zusammenzuschließen. Wir haben Bandgründer und Gitarrist Voi Cox zur Entstehung des Modern-Melodic-Death-Metal-Projekts und des Debütalbums „Negative“ befragt, auch wenn er selbst nicht alles wusste oder der perfekte Ansprechpartner war…

ACT OF DENIAL wird oft als Supergroup bezeichnet. Was hältst du von dieser Bezeichnung?
Es ist ein Projekt, keine Band oder eine Supergroup. Die anderen Jungs sind vielleicht super, aber ich nicht (lacht). Aber wen interessiert der Scheiß, die Musik ist wichtig, nicht die Namen.

Was bedeutet der Bandname? Was verweigert ihr oder lehnt ihr ab?
Es ist eine Textzeile vom Song „Negative“, den Luger (Gitarrist, Anm. d. Red.) geschrieben hat, da musst du also ihn fragen.

Welche Bedeutung hat das Coverartwork? Für mich sieht es so aus, als ob dieser Totenkopf voller negativer und manipulierter Gedanken ist, angesichts der Schlangen und Zahnräder und bezogen auf den Albumtitel.
Gutes Auge! Ich habe das Artwork nicht gemacht, aber für mich steht es für den inneren Kampf und den Umgang mit unseren Dämonen.

Verfolgt das Album ein lyrisches Konzept oder steht jeder Track für sich selbst?
Was die Texte und weitere Details dazu angeht, solltest du Luger und Björn (Strid, Sänger, Anm. d. Red.) fragen.

Du hast das Projekt mit Luger gegründet. Wie kamen die anderen Mitglieder zum Projekt, habt ihr euch vorher bereits gekannt?
Luger und ich sind Freunde aus derselben Straße und wir haben den gleichen Musikgeschmack. Jeder, der am Album beteiligt ist, ist entweder ein Freund oder Kindheitsidol.

Wie lief der Songwritingprozess ab? Ich gehe mal davon aus, dass ihr euch wegen Corona nicht persönlich treffen konntet, da ihr aus verschiedenen Ländern kommt.
Wir haben alles über das Internet erledigt. Wir haben Demos aufgenommen und uns mit ein paar Anweisungen zugeschickt. Die Jungs sind alle tolle, professionelle Musiker, also haben wir sie nicht zu sehr in eine Richtung gedrückt … ein bisschen, aber nicht viel (lacht).

Die Musikvideos zu „Puzzle Heart“ und „Slave“ zeigen euch, wie ihr zu Hause oder in euren Homestudios spielt. Habt ihr das ganze Album zu Hause jeder für sich selbst aufgenommen?
Meine Demos habe ich in meinem Dorfhaus in der Nähe des Coop-Hauses und im Snakepit aufgenommen und das Mastering habe ich in meinem kleinen Studio in Split erledigt. Die anderen Jungs haben ihre Instrumente ebenfalls in ihren Homestudios eingespielt. Steve hat in der Nähe seines Hühnerstalls aufgenommen (lacht).

„Puzzle Heart“ scheint mit einem „Eins, zwei, drei, vier“-Count zu beginnen. Ist das Deutsch?
Die Aufzählung ist auf Schwedisch und lautet „ett, två, tre, fyra“. Luger und ich wollten, dass Björn dass so sagt, weil es wenige schwedische Songs gibt, in denen jemand Zahlen aufzählt (lacht).

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Euer Sound erinnert mich mit dem modernen Einfluss im Melodic Death Metal sehr an Bands wie Soilwork, Sonic Syndicate oder Scar Symmetry. Was sind die Haupteinflüsse für ACT OF DENIAL?
Soilwork auf jeden Fall! Große Einflüsse sind für uns auch In Flames, At The Gates, Dark Tranquility und viele mehr. Wir lieben den Göteborg-Sound, den Fredman erfunden hat.

Ihr habt Fredrik Nordström und Studio Fredman also wegen der früheren Melodic-Death-Metal-Arbeiten als Produzenten für das Album ausgewählt? Ich finde den Sound sehr gut, kraftvoll und differenziert.
Frederik hat das Album nicht produziert, er hat es abgemischt und gemastert und hat dabei einen großartigen Job gemacht. Er hat uns hier und da ein paar Ratschläge gegeben, es ging aber meistens um Mixing-Angelegenheiten. Luger und ich haben das gesamte Album produziert und das war eine großartige Erfahrung!

Hattet ihr von Anfang an eine exakte Vorstellung, wie die Songs klingen sollten, oder hat sich das während des Songwritingprozesses so entwickelt?
Wir hatten eine sehr genaue Vorstellung, wie die Songs klingen sollen, insofern wussten wir auch, dass wir mit Fredrik als Mixing- und Mastering-Engineer arbeiten wollen.

Hast du einen Lieblingssong oder Lieblings-Gitarrenpart auf dem Album?
Mein persönlicher Favorit ist der letzte Song „Clutching At Rays Of The Light“. Es ist ein sehr einfacher, simpler Song, aber ich liebe es, was Björn mit dem Gesang und den Melodien gemacht hat. Am Ende des Liedes kannst du eine Menge Hintergrundgesang hören, das ist ebenfalls Björn zusammen mit einigen weiblichen Backgroundsängerinnen.

Nahezu jeder Song ist ziemlich genau viereinhalb Minuten lang. Ist das Zufall oder hat sich das beim Songwriting einfach richtig angefühlt?
Das ist die maximale Länge, die wir als Musiker verarbeiten können (lacht).

Es sieht so aus, als wären die schlimmsten Zeiten mit Corona vorüber. Habt ihr daher schon Pläne für Liveauftritte?
Sind sie das? Ich weiß es nicht, momentan wollen wir, dass sich die Leute unser Album anhören und es genießen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.
(Inzwischen wurde bereits ein rein kroatisches Live-Lineup mit Sänger Karlo Horvat, Gitarrist Goran “Gogo” Paleka, Bassist Marko Vladilo und Drummer Frane Belinić zusätzlich zu den Gründungsmitgliedern und Gitarristen Voi Cox und Luger bekannt gegeben. Anm. d. Red.)

Kommen wir zum Schluss zu unserem traditionellen Brainstorming. Was kommt dir bei den folgenden Begriffen zuerst in den Sinn?
Aktuelles Lieblingsalbum: Royal Blood (aktuelles Album “Typhoons”, Anm. d. Red.)
Nostalgie: Meine Brüder.
Comics: Alan Ford.
Bester Film 2021 bisher: The Gentlemen.
Etwas, das jeden schlechten Tag besser macht: Meine Kinder.
Sommer ohne Festivals: Winter ohne Schnee.
Reisen: Ja, bitte!
Voi Cox in zehn Jahren: Voi Cox ist 48 (lacht).

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Die letzten Worte gehören dir.
Danke für das Interesse!

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