Interview mit Manolis Karazeris von Battleroar

Enttäuscht von den jüngsten Manowar-Veröffentlichungen? Macht überhaupt nichts, denn es gibt genug Bands, die bereits in den Startlöchern stehen, den Kings of Metal den Rang abzulaufen. Ganz weit vorne dabei stehen BATTLEROAR aus Griechenland, die sich mit ihrem dritten Album „To Death And Beyond“ an die Spitze der Epic Metal Szene geschossen haben. Gitarrist Manolis über Stress im Studio, engstirnige Metalfans und irische Saufgelage:

English original

Hi, Manolis, erst einmal Danke für das Interview! Wie geht’s dir?
Hi, mein Freund, hier ist alles perfekt, mal abgesehen vom Wetter. Die Sommertemperaturen hier in Griechenland bringen mich wirklich noch um!

Wie würdest du BATTLEROAR jemandem beschreiben, der euch noch nie gehört hat?
Nun, ich denke, unser Name sagt schon einiges. Wir wollen das Getöse der Schlacht rüberbringen. Epic Metal gespielt von Fans, aber vor allem wollen wir den glorreichen 80ern Tribut zollen.

Habt ihr bestimmte Einflüsse?
Natürlich, und diese Einflüsse bestehen schon seit den allerersten Tagen dieser Band. Es sind hauptsächlich die ganzen US-Metalbands der 80er Jahre (Manowar, Manilla Road, Cirith Ungol, Omen, um nur ein paar zu nennen) und einige der großen europäischen Gruppen wie Heavy Load, Ostogoth, Iron Maiden usw.

Meiner Meinung nach ist „To Death And Beyond“ ein großartiges Album. Wie waren die übrigen internationalen Reaktionen?
Vielen Dank! Bis jetzt waren die Reaktionen großartig, sowohl die der großen Medien als auch die der Underground-Presse in der ganzen Welt. Als wir das Album fertig hatten, wussten wir, wir hatten etwas starkes in der Hand, aber wir rechneten niemals mit einem derartigen Feedback. Wir haben einige der bisher besten Reviews im Internet gelesen, das erfüllt uns mit Stolz und gibt uns zudem die Kraft, so weiterzumachen.

Im Gegensatz zu vielen Band, die diese Art von Musik spielen, habt ihr eine ganze Menge überlanger Songs auf eurem Album. Wolltet ihr von Anfang an derartige Songs schreiben oder entwickelten sich die Songs so erst während des Songwritings?
Man kann nicht sagen, dass wir es so planen. Normalerweise kommt Kostas (Gitarre, Red.) mit derart „großen“ Songs daher, weil es nun mal seine Art ist, Musik zu schreiben. Ich glaube, du einen Song schreibst, treibt er dich immer weiter, bis er seine endgültige Länge erreicht hat.

Was kannst du uns ganz generell über den Songwriting-Prozess erzählen? Ist BATTLEROAR eine demokratische Band?
Nun, eigentlich sind wir eine demokratische Band, aber derjenige, der mit der ersten Idee zu einem Song ankommt, hat normalerweise auch das letzte Wort. Ich denke, das ist normal. Songs sind wie Kinder: Niemand kann dich zwingen, sie so großzuziehen wie er will.

Euer letztes Album habt ihr in Italien aufgenommen. Wo entstand „To Death And Beyond“?
Wir haben „To Death And Beyond“ diesmal komplett in Griechenland in den Basement Studios aufgenommen. Wir haben nach unseren letzten beiden Veröffentlichungen sehr lange dort geprobt und dabei eine gute Beziehung zu seinem Besitzer Chris Tsoukalas aufgebaut. Als die Zeit gekommen war, zu entscheiden ob wir nach Italien zurückkehren oder in Griechenland zu bleiben, bat Chris uns an, in seinem Studio aufzunehmen und ich denke, das Ergebniss stellt uns alle zufrieden.

Der Sound passt zu eurer Mukke wie die Faust aufs Auge. Wer ist für den Produktion verantwortlich?
Danke für das Kompliment für den Sound. Die Aufnahmen entstanden mithilfe von John Boulamakis. Den Mix und das Mastering übernahmen Chris Tsoukalas und die Band. Wir wollten eigentlich nie einen Produzenten, der dann am Ende das Sagen hat. Musik zu spielen ist unser Hobby und wir werden niemals jemand anderem das letzte Wort dabei überlassen.

Gibt es die eine oder andere witzige Story aus dem Studio, über die unsere Leser schmunzeln könnten?
Es gibt sogar sehr viele Stories, aber die sind definitiv nicht lustig! Wir standen aufgrund diverser Deadlines mächtig unter Druck und die ganzen Aufnahmen waren nichts als Stress. Es mag zwar so klingen, als wär letztendlich alles glatt gelaufen, aber nächstes mal werden wir dafür sorgen, dass wir beim nächsten Album uns früher um alles kümmern werden. Beispielsweise war eigentlich geplant dass John Blackwing von Thunder Rider am Mitel- und Endteil von „Oceans of Pain“ mitwirken sollte, aber es kam dann letztendlich doch nicht dazu, so dass wir einen Tag vor Beginn des Final-Mixes noch Ideen und Solos ausarbeiten mussten.

Ihr habt bereits auf Underground-Festivals wie dem Keep It True oder der Swordbrother Festival gespielt. Wie hast du diese Veranstaltugen erlebt?
Deutschland als Land habe ich in mein Herz geschlossen, die Organisation und der Spirit dieser Festival ist möglicherweise das beste, was wir als Band jemals erlebt haben. Ihr könnt euch glücklich schätzen, so viele großartige Festivals zu haben, die ihr mit dem Auto erreichen könnt, während wir erst mal 300€ für Flugtickets hinblättern müssen um nur an einem davon teilzunehmen. Ich hoffe, wir kriegen es gebacken, auch nächstes Jahr wieder eines eurer Sommerfestivals spielen zu können.

Bevorzugt ihr Festivals oder gebt ihr lieber Shows in kleinen Clubs?
Wie schon gesagt, wie lieben die deutschen Festivals aber trotzdem ist jeder Gig für uns etwas besonderes, weil wir aufgrund der Tatsache, dass alle Bandmitglieder sehr weit voneinander entfernt leben (unser Bassist lebt in London und unser Sänger kommt aus Venedig, Italien) nur eine handvoll Shows spielen können. Die größte Crowd, vor der wie bislang gespielt haben waren rund 3000 Leute als wir in Griechenland für Manowar eröffnet haben. Allerdings ist für mich dasselbe wie der Gig in der Schweiz, wo wir vor 50 Nasen gespielt haben. Wenn du erst mal auf der Bühne stehst, vergisst du, wie viele Menschen dir jetzt zusehen.

Auf Tour passieren in der Regel ein Haufen komischer/lustiger Dinge. Gibt es da ein paar Geschichten, die du mit uns teilen möchstest?
Nun, das witzigste Erlebnis für mich war in Irland, als wir in Dublin auftraten. Wir wurden von Alan von Primordial eingeladen, die Nacht in seinem Haus zu verbringen, bevor wir am nächsten Morgen den Flieger nach Italien nehmen sollten. Als wir nun nach dem Gig zu seinem Haus zurückkamen, war da eine Gruppe von Leuten aus Belfast, die die Show besucht hatten und ebenfalls eingeladen waren. Sie haben die Bude fast dem Erdboden gleichgemacht, die ganze Nacht durchgesoffen und dabei Flaschen an der Wand zerdeppert währen Alan in aller Ruhe im oberen Stuck seine Drinks genossen hat, als wäre nichts geschehen. Die ganze Zeit kamen und gingen die Leute, es war wie in einem Pub. Alan ist wahrscheinlich der coolste Gastgeber, den ich je getroffen habe!!

Was habt ihr für die Zukunft so geplant? Werdet ihr wieder ein paar Shows in Europa oder vielleicht sogar in Asien oder in den USA spielen?
Wir werden einen Headliner-Gig im Oktober in Athen spielen und wir haben schon zwei Shows in Italien und Norwegen im November klar gemacht. Unglücklicherweise hat sich unser Sänger während der Aufnahmen und der Tour mit Manilla Road zu oft frei genommen, so dass wir die Anzahl unserer Auftritte dieses Jahr stark reduzieren müssen. Was die USA angeht: Es wäre unser Traum, dort zu spielen, da dort unsere großten Helden geboren wurden. Wir bekommen schon seit Jahren Einladungen, dort zusammen mit Manilla Road und Omen zu touren, allerdings werden wir uns dafür sehr lange frei nehmen müssen. Ich hoffe, wir können es nächstes Jahr durchziehen.

Eine Menge Leute denken, über Schlachten und Schwerter zu singen, ist ein peinliches Klischee und ziemlich altmodisch. Was antwortest du diesen Leuten?
Du kannst die Meinung dieser Leute nun mal nicht ändern. Sie nennen uns engstirnig aber sie wollen nur aufgrund des Inhalts der Texte, keine derartigen Bands hören. Ich hasse es, wenn man unsere Lyrics unter “Schlacht und Schwerter” abstempelt, es geht um viel mehr als das…Wer ist denn nun der Engstirnige?

Metalbands aus Griechenland machen sich eigentlich ziemlich rar. Neben BATTLEROAR kenne ich nur die Jungs von Winter\’s Verge, die ihr Debutalbum “Eternal Damnation” vor einigen Wochen veröffentlicht haben. Hast du auch schon von ihnen gehört? Wie würdest du uns die griechische Metal-Szene beschreiben?
Ich hab gehört, sie haben ihr Album bei Limb Music veröffentlicht, aber ich habe es noch nicht gehört. Aus Griechenland kommen eine Menge großartiger Bands, die teilweise tiefer in der Materie stecken, als ich es mir vorstellen kann, das große Problem ist aber die Entfernung zu Mitteleuropa. Griechische Bands können ihre Musik bei euch nicht vernünftig durch Touren usw. promoten. Daher haben wir als Band uns dazu entschlossen, nicht einfach nur dazuhocken zu dumm zu schauen, sondern haben gerade am Anfang der Band einige ökonomische Opfer gebracht, aber nun finden wir, dass es jeden einzelnen Cent wert war.

Welche Erfahrungen hast du mit Internet-Portalen wie Youtube oder Myspace gemacht? Empfindest du sie als Chance, damit eine größere Anzahl von Menschen erreichen zu können? Was denkst du über Filesharing?
Ich habe eigentlich kein Problem mit Filesharing. Ich glaube, wenn ein Metalfan ein Album herunterläd und es ihm gefällt, wird er es sich dann auch kaufen. Letztendlich ist es eher ein Problem für die großen Bands, die von ihrer Musik leben müssen, wir dagegen sind nur Metalfans die halt auch in einer Band spielen und wir erwarten nicht einmal, dass das Geld, das wir in die Band investieren, je wieder reinkommt.

Eine Menge Leute könnten euch mit Manowar vergleichen, aber es gibt da einen entscheidenden Unterschied: Ihr habt nie Titten auf euren CD-Covers. Warum?
Hehe, das ist eine witzige Frage. Versteh uns bitte nicht falsch, wir alle lieben Titten, aber wir wollen sie nur nicht auf unseren Covers. Wie du sicher weißt, gibt es eine Menge Leute, die heute schlecht von Manowar reden, es kostet ja auch keine Kohle, etwas schlechtzureden. Mein Lieblingsalbum schlechthin ist “Into Glory Ride” und ich werde Manowar immer dafür respektieren, was sie für unsere Lieblingsmusik getan haben.

Jetzt haben wir es fast geschafft, fehlt nur noch unser Metal1-Brainstorming. Ich gebe dir einige Stichwörter und du sagst mir, was dir spontan dazu einfällt, ohne aber allzu viel darüber nachzudenken.

Bier: Würste
Stechmücken: Ich hab in einer Punkband gespielt, als ich jünger war (Anm.: Auf Englisch heißen Stechmücken Pukies)
Hiphop: Keine Musik
Ballermann: Greg varsamis (von Eat Metal Records)
Rülpsen: Ich liebe es
China: Towm
Metal1.info: Die Besten

Vielen Dank für das Interview. Wie immer, gehören die letzten Wörter dir:
Danke, dass ihr Interesse an unserer Musik zeigt.

Geschrieben am von Metal1.info

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