Interview mit Quazarre und Vraath von Devilish Impressions

Im zwölften Jahr ihres Bestehens melden sich die polnischen Black Metaller von DEVILISH IMPRESSIONS mit ihrem neuen Album „Simulacra“ zurück. Was es für Schwierigkeiten bei den Aufnahmen und im Bandleben gab und was das erste Release der Band seit 2009 tatsächlich kann, könnt ihr im Interview mit Sänger und Gitarrist Quazarre und Bassist Vraath nachlesen.

Hey Leute. Wie gehts zur Zeit?
Vraath: Hi, uns geht es gut, wir kommen gerade von einer Reihe von Festivals heim. Vor ein paar Wochen waren wir auf dem Polish Brutal East Vol. 2. Jetzt ruhen wir uns ein wenig aus und warten auf die Europa-Tour, die hoffentlich Anfang 2013 statt finden wird. Wir können es kaum erwarten, loszuziehen und unsere Musik Leuten aus aller Welt zu präsentieren.

„Simulacra“ ist vor drei Monaten erschienen. Wie fühlt ihr euch in der Band damit und wie ist das Album von Fans und den Medien aufgenommen worden?
Vraath: Ja, in der Tat, das Album ist seit dem 30. Juli in Europa, den USA und Kanada draußen. Wir haben ein richtig gutes Gefühl und haben schon viele positive Meinungen von den Fans bekommen und „Simulacra“ hat auch gute Reviews bekommen. Unser Live-Set beinhaltet eine Menge neues Zeug und bisher ist es von den Fans fantastisch aufgenommen worden. Ich weiß, dass die Erwartungen nach „Diabolicanos“ (unserem vorherigen Album) ziemlich hoch waren, aber wir haben uns überhaupt keinen Druck gemacht. Gleichzeitig wollten wir aber ein komplett anderes Album machen, das trotzdem noch unsere Trademarks beinhaltet. Wenn du es dir anhörst, wirst du feststellen, dass wir immer noch die selbe Band, aber einen Schritt weiter und erfahrener sind.
Quazarre: Und wir sind extrem heiß darauf, auf Tour zu gehen. Wir sind immer schon eine Live-Band gewesen und die Songs auf „Simulacra“ eignen sich perfekt für Shows. Ich kann es echt nicht erwarten.

Erzählt mal ein bisschen was über die bisherige Bandgeschichte: Wer seid ihr, wo kommt ihr her, wo habt ihr euch getroffen und wie kam es zur Gründung von DEVILISH IMPRESSIONS?
Vraath: Es sind bereits 12 Jahre, also machen wirs kurz: Die Band wurde am 1.11.2000 gegründet. Sänger und Gitarrist Quazarre ist das einzige Gründungsmitglied, das noch mit dabei ist. 2002 haben wir die 45-minütige “Eritis sicut Deus; Verbum Diaboli Manet in Aeternum; Vox Vespertilio Act I – Moon Var Dies Irae” veröffentlicht, 2006 dann „Plurima Mortis Imago. Nachdeme wir 2008 „Diabolicanos“ released haben, sind wir sehr lange auf Tour gegangen, mit Bands wie Dismember, Moonspell, Gorgoroth und Behemoth, unter anderem. 2012, nach drei Jahren Abwesenheit, die wegen persönlichen Problemen und Line-Up-Wechseln zu Stande kam, sind wir jetzt stärker als je zuvor zurück!

Seht ihr euch als Black Metal, Symphonic Death Metal, eine Genre-Crossover-Band oder etwas anderes?
Vraath: Es ist so schwierig heutzutage mit diesen ganzen Bezeichnungen. Es gibt eine Million Unterbezeichnungen, jede Band versucht irgendwas neues zu erfinden, einen neuen Stil, um originell rüberzukommen und etwas, was vorher noch nie da war. Eine Zeitlang wurden wir mal als Avantgarde Black Metal bezeichnet. Unsere Musik ist vielseitig, aber extrem. Ich denke, du kannst Symphonic Black Metal sagen, aber wir haben definitiv auch Thrash und Heavy-Einflüsse, deswegen passt Extreme Metal auch.
Quazarre: Absolut, aus den genannten Gründen würde ich nicht sagen, dass wir nur eine Black Metal sind. Nenn es wie du willst, das einzige, was letztendlich zählt, ist, wie man bestimmte Vorurteile gegenüber jeglicher Sorte von Genre vermeidet, wenn du dir unsere Vorschläge anhörst. Nimm es einfach, wie es ist und dann mach dir deine eigenen Gedanken.

Wofür steht der Albumtitel „Simulacra“?
Vraath: „Simulacra“ bezeichnet die Dualität von Dingen, Religionen und Symbolen. Es zeigt, dass nichts so klar ist, wie es zu sein scheint. Alles hat mehrere Bedeutungen, nichts ist schwarz oder weiß. Manchmal denkst du, dass etwas böse oder falsch ist und wenn du etwas nachforschst, stellst du fest, dass es ganz anders ist, wenn du verstehst, was ich meine.

Wie geht ihr beim Songwriting vor? Schreibst du alle Songs alleine oder ist das eher Sache der gesamten Band?
Quazarre: Seit den Anfangstagen der Band bin ich derjenige, der für den Songwriting-Prozess zuständig ist. Aber das heißt nicht, dass ich Ideen der anderen nicht akzeptieren würde, solange diese in das Gesamtkonzept passen, dass ich für das entsprechende Album entwerfe. Wenn ein Song fertig ist, leg ich zunächst erstmal die Gitarrenspuren fest, damit meine „Brothers In Arms“ an ihren jeweiligen Parts arbeiten können. Wenn wir fertig sind, treffen wir uns und proben, überprüfen die Arrangements nochmal und entscheiden uns dann letztendlich für die Version, die uns am besten erscheint. So kommen wir in der Regel zu dem Punkt, an dem wir die Drums aufnehmen. Wenn wir damit fertig sind, fügen wir noch andere Instrumente hinzu und am Ende kommt der Gesang. Die Art und Weise, wie wir arbeiten, unterscheidet sich also nicht wirklich von der von anderen Bands.

Wo seht ihr die größten Unterschiede zwischen diesem und dem letzten Album?
Vraath: Wenn Du „Simulacra“ mit dem vorherigen Album vergleichst, wirst du feststellen, dass wir mehr orchestrale Elemente eingebaut haben. Wir haben immer schon Keyboards benutzt, aber dieses Mal mehr als je zuvor. Wir hatten zwei Leute, die an den „elektronischen Parts“ für dieses Album gearbeitet haben, und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Diese intensiven Effekte geben unserer Musik eine ganz neue Richtung. Ich würde sagen, „Simulacra“ ist bisher unser komplettestes Album: Es zeigt die Band aus einer anderen Perspektive, experimentierfreudig und nicht ängstlich vor etwas Neuem.
Quazarre: „Simulacra“ ist generell viel komplexer. Ich meine, wir haben nie etwas total Simples produziert, es gab immer genug Elemente, die typisch für andere Unter-Genres sind, aber dieses Mal sind wir noch weiter gegangen. Aber du musst dir „Simulacra“ schon ein paar Mal anhören, da es anfangs eher weniger komplex als die vorherigen Alben zu sein scheint.

Was stellt das Album-Cover dar und was für eine Bedeutung hat es?
Vraath: Das Cover gibt den lyrischen Kontext des Albums und seinen Titel perfekt wieder. Es zeigt Ähnlichkeiten und Unterschiede der Dinge, kreiert seine eigene Realität. Zwei Lucifers scheinen nur auf den ersten Blick gleich zu sein. In Wirklichkeit zeigen sie zwei verschiedene Welten. Wir haben absichtlich helle Farben benutzt, um die Kälte der Musik zu ebtonen. Das Bild von Lucifer auf dem Schachfeld ist auch sehr metaphorisch.

Hat der Song „Fear No Gods!“ eine Art anti-religiöse Message oder wollt ihr damit nur ausdrücken, dass jemand nicht sein ganzes Leben Gott opfern sollte?
Vraath: Wie du sehen kannst, lautet der Titel „Fear No Gods!“, steht also im Plural. Egal, ob Jesus Christus, Allah, Ctulhu oder irgendwer anders, du musst dich nicht vor ihnen verbeugen oder niederknien. Sei dein eigener Herr, verfolg deine eigenen Träume, geh deinen Weg und scheiß auf alles andere. Das bedeutet der Titel. Das bedeutet er zumindest für mich.

Quazarre: Genau! Wir sollten uns vor niemandem verbeugen, das alles ist von Leuten erfunden worden, die die Massen kontrollieren wollen. Wir hatten einen Song auf dem letzten Album, der sich „Natas Ro Dog On Si Ereht“ nannte, was „There Is No God Or Satan“ rückwärts gelesen ist… verstehst du, was ich meine? Es geht nur um Symbole und die Art und Weise, wie sie uns aufgezwungen werden. Um die Art und Weise, wie wir eventuell damit umgehen, wenn wir die Demut, die uns von religiösen und sogenannten spirituellen Führen aufgezwungen wird, loswerden.

Auf dem Album ist ein Song namens “Vi Veri Universum Vivus Vici”. Das ist sicher Latein: Könnt ihr erklären, was es bedeutet und warum ihr einen lateinischen Titel für das Album ausgewählt habt?br>Quazarre: Es ist ein lateinischer Satz, der bedeutet: „By The Force Of Truth, I Have Conquered The Universe While Living.“ Wir haben immer schon lateinische Texte benutzt, auch auf den vorherigen Alben: Das fing an mit „Eritis Sicut Deus…“, auch auf unserem Debüt „Plurima Mortis Imago“ und „Diabolicanos“ waren viele lateinische Ausdrücke. Warum? Latein hat diesen idiomatischen, mystischen Touch, den man in anderen Sprachen kaum findet… ich wünschte, ich könnte es eines Tages richtig lernen.

Wann werdet ihr in Deutschland auf Tour gehen?
Vraath: Wenn man auf eine Tour in Westeuropa geht, kann man Deutschland ja nicht wirklich auslassen. Wir warten momentan auf Bestätigungen, ich kann dir da noch keine Details nennen, aber ich kann dir versprechen, dass wir bei euch spielen werden, sobald wir dazu eine Möglichkeit haben.
Quazarre: Oh ja, es wäre definitiv eine Ehre. Das letzte Mal waren wir 2008 in Deutschland, es wäre also unglaublich coool, mal wieder dort zu sein.

Alles klar, das wars von meiner Seite. Danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Wenn ihr wollt, könnt ihr noch ein paar Worte an unsere Leser rausschicken. Machts gut!
Quazarre:Danke an euch für die Unterstützung von DEVILISH IMPRESSIONS. Wir arbeiten gerade mit unserem Management und unserer Booking-Agentur daran, viele Live-Dates klar zu machen. Es wird also viele Möglichkeiten geben, unsere Leidenschaft mit euch und den Lesern zu teilen. Kauft euch ein Exemplar von „Simulacra“ und seht zu, dass ihr alle Updates auf unserer Webseite und den sozialen Netzwerken lest! Devilish Hailz!

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Publiziert am von Pascal Stieler

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