CD-Review: Annisokay - Arms

Besetzung

Dave Grunewald - Gesang
Christoph Wieczorek - Gesang, Gitarre
Philipp Kretzschmar - Gitarre
Norbert Kayo - Bass
Nico Vaeen - Schlagzeug

Tracklist

01. Coma Blue
02. Unaware
03. Good Stories
04. Fully Automatic
05. Sea Of Trees
06. Innocence Was Here
07. Humanophobia
08. End Of The World
09. Escalators
10. Private Paradise
11. One Second
12. Locked Out, Locked


Ein Urgestein des deutschen Fußballs hat mal den griffigen Spruch „Dass die Entlassung okay ist, das ist okay.“ rausgehauen. Interessant wäre es im Kontext dieses Reviews, herauszufinden, ob ANNISOKAY auch okay sind, oder vielmehr, ob der Leser noch okay ist, wenn er das Album „Arms“ gehört hat.

Nicht okay ist bereits die Tatsache, dass ANNISOKAY damit werben, vor Jahren alte Michael-Jackson-Songs im Schülerband-Stil als Metalcore-Version verunstaltet zu haben. Wenig überraschend auch die musikalische Suppe, die die Band aus Leipzig kocht. Es offenbart sich schnell, dass es hier an allen Ecken und Enden an Inspiration und wohl auch an Talent mangelt: Minimalistiches Songwriting, Midtempo, bis der Arzt kommt, die berüchtigte Mischung aus stereotypem Geschrei und mit viel zu viel Hall versehenem Gesang, sowie (quasi ausschließlich) Power Chords. Variation? Tempowechsel? Soli? Fehlanzeige. Sorry, aber das können selbst We Butter The Bread With Butter besser.

Da der Text nach zwei Absätzen noch nicht zu Ende sein kann, müssen hier noch ein paar Lowlights hervorgehoben werden. Die gibt es en masse, zum Beispiel den zweiten Song „Unaware“: Dass ANNISOKAY sich hier – ob bewusst oder unbewusst, in jedem Fall offensichtlich – bei einem ein paar Jahre alten Pop-Hit bedient haben, ist erstens dreist, zweitens peinlich und drittens eine geistige Bankrotterklärung. Ohrenschmerz ist spätestens bei der abnormalen Synthesizer-Folter namens „Humanophobia“ angesagt.  Die Keyboard-Parts in „Sea Of Trees“ könnten noch als Anspielung auf große Momente von frühen Still Remains durchgehen – leider sind sie erstens massiv überproduziert, und zweitens zerstört das ätzende Rumgeschmachte hier jegliche Atmosphäre, es sei denn, der Song soll auf die Bravo Hits – ich fürchte jedoch, nicht. Wenn die Band in „End Of The World“ „I am so alone out here“ singt, muss man als kaltherziger Außenstehender feststellen: „Könnte an eurer Musik liegen.“ Und während der Sprechgesang in „Private Paradise“ schlicht absurd und man sich im abschließenden „Locked Out/Locked“ fragen muss, was genau bei der Produktion kaputt gegangen ist, kann man bei den restlichen Songs zumindest darüber froh sein, dass sie „nur“ langweilig sind.

In Anlehnung an den oben erwähnten Spruch lässt sich sagen: „Dass ANNISOKAY nicht okay sind, ist okay.“ Man muss das Album ja nicht hören. Eine Tour von Parkway Drive zu co-headlinen, ist heutzutage schließlich auch kein Qualitätsmerkmal mehr. 

Bewertung: 2.5 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “Annisokay – Arms”

  1. Booney

    Gibt es dir irgendeine Form von Kick, unnötig Platten zu verreißen? Wieso, herrgott, nimmst du dir immer wieder Alben, deren Hauptaspekte eben nicht technische Raffinnesse, dichte Amtosphäre oder besondere realness sind, sondern schlicht leichte Unterhaltung, und verreißt sie jenseits von gut und böse? Ich brauch dieses Album nicht einmal gehört zu haben, um zu wissen, dass das Review völliger Bullshit und reines Frustablassen für Nüsse ist.

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