CD-Review: Apocalyptica - Worlds Collide

Besetzung

Eicca Toppinen
Paavo Lotjonen
Perttu Kivilaakso

Gastmusiker:
Corey Taylor – Gesang (#3)
Till Lindemann – Gesang (#5)
Adam Gontier – Gesang (#8)
Cristina Scabbia – Gesang (#10)
Dave Lombardo – Schlagzeug (#7)
Ulf Kruckenberg - Schlagzeug

Tracklist

01. Worlds Collide
02. Grace
03. I’m Not Jesus
04. Ion
05. Helden
06. Stroke
07. Last Hope
08. I Don’t Care
09. Burn
10. S.O.S. (Anything But Love)
11. Peace


Wenig glücklich machte viele APOCALYPTICA-Fans das vorab präsentierte „I’m Not Jesus“ mit Corey Taylor als Gastsänger. Niemand kann bestreiten, dass das Lied völlig auf die Stimme des Slipknot-/Stone Sour-Frontmannes ausgerichtet ist, die Cellos spielen die zweite Geige und die typische APOCALYPTICA-Stimmung kommt zu keiner Sekunde auf. An sich wohl kein besonders schlechtes Lied – aber wenn APOCALYPTICA drauf steht und nicht APOCALYPTICA drin ist, ist das besonders bei dieser einst einzigartigen Band fatal.

Klar, die Entwicklung war abzusehen, die Finnen holen sich ganz gerne immer mehr Gastsänger ins Boot. Was anfangs als Single-Bonus noch sehr interessant war, nimmt jetzt zu sehr Überhand, das sehen viele Anhänger der Band und auch ich so. Glücklicherweise aber können die weiteren Vocal-Tracks mehr überzeugen. Bei „Helden“ steuert Rammstein-Sänger Till Lindemann seine tiefen Vocals bei, was nicht schlecht harmoniert mit den Cello-Klängen. Ist übrigens ein David Bowie-Cover, das Original ist mir aber unbekannt. „S.O.S. (Anything But Love)” wird von Lacuna Coil-Frontsirene Cristina Scabbia veredelt und ist besser als die meisten Werke ihrer Hauptband. „I Don’t Care” ist dann mein Favorit der mit Gesang ausgestatteten Lieder. Adam Gontier von Three Days Grace verleiht dem Stück mit seiner kraftvollen und zugleich traurigen Stimme endlich die sehnsuchtsvolle, bittersüße, melancholische Atmosphäre, die APOCALYPTICA in der Vergangenheit so großartig zelebrierte.

Und eben das fehlt auf „Worlds Collide“ fast durchgehend. Lieder wie „Burn“ und „Stroke“ haben natürlich nach wie vor ihre wunderschönen Momente, doch manchmal wünsche ich mir, dass das Material weniger auf Metal getrimmt worden wäre. Die Drums krachen durchgehend, die Cello-Melodien werden durchgehend von einem hämmernden Beat unterlegt, unentwegt wird den großen Streichinstrumenten ein Rhythmus vorgegeben, manchmal leider übernimmt der Herr am Schlagzeug leider gar zu sehr die Kontrolle. Die knarzigen Metallica-Zeiten sind freilich vorbei, die sehne ich auch gar nicht wieder herbei, doch sollten APOCALYPTICA nicht vergessen, wie sie so groß geworden sind und die Cellos wieder in den Vordergrund rücken. Die Cellos sind mir dazu zu oft zu sehr verzerrt und auf hart getrimmt, was mir sehr missfällt, anderen dafür besser gefallen könnte als bisher.

Die 2/3 des Albums, die ohne Gesang auskommen, sind nicht schlecht, aber eben auch nichts Besonderes (mehr). APOCALYPTICA selbst haben das meiste hier gezeigte schon besser präsentiert. Die Vorgänger „Apocalyptica“ und vor allem „Reflections“ waren da noch wesentlich spannender und gefallen auch heute noch besser. Und überhaupt durfte man schlicht und einfach mehr erwarten…

Bewertung: 6 / 10

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