CD-Review: Cast In Silence - 1st

Besetzung

Michael Lowin – Gesang
Torsten Sauerbrey – Gitarre
Mario Thiele – Bass
Stefan Cabanus – Schlagzeug

Tracklist

01. Two Minutes Hate
02. The Last Straw
03. Misery Sun
04. A Melody For Mother Earth
05. If Mourning Never Comes
06. Fake
07. The Cure
08. Voyage Voyage
09. When There Is No Darkness
10. Sanguine Eyes
11. No More To Come


Auch wenn die offizielle Entstehungsgeschichte von CAST IN SILENCE irgendwas von einer Nachfolgeband einer absolute unbekannten Gruppe namens Bloodmoon schwafelt, kann schon nach den ersten paar Tönen kein Zweifel daran bestehen, dass es sich ganz klar um die – zumindest inoffizielle – Dark At Dawn Nachfolgeband handelt.

Mit Mario Thiele am Bass und Stefan Cabanus an den Drums hat man sich also zwei neue Gesichter in die Band geholt und Buddy Kohlrausch durch den ehemaligen Basser Michael Lowin ersetzt. Für die komplette Musik und Produktion zeigt sich nach wie vor Gitarrist Torsten Sauerbrey verantwortlich und das hört man. Wuchtigen und oft düsteren Power Metal ganz in der Tradition von Dark At Dawn bekommt man hier geboten. Beim ersten Hören war das nicht einfach zu verdauen, da Lowin mit Buddy ungefähr gar nichts gemein hat und man die Musik nun mal mit seiner sehr prägnanten Reibeisenstimme verbindet. Das aber die Band nur durch seinen Gesang wirklich funktioniert hat, wird mit CAST IN SILENCEs Debut „1st“ widerlegt. Zwar weist Lowin teilweise deutliche Schwächen gegenüber seinem Vorgänger auf, die beispielsweise im ersten Stück „Two Minutes Hate“ in der ziemlich monotonen Intonation deutlich werden. Da Buddy aber nun nicht gerade durch besonders hohe Variabilität geglänzt hat, kann hier Lowin eindeutig punkten und der zweite Song „The Last Straw“ gelingt schon um einiges besser als der Opener. Spätestens aber bei „A Melody For Mother Earth“ sind alle Gedanken an Buddy verschwunden, denn in diesem Lied und besonders im ziemlich eingängige Refrain und der monoton nachdenklichen Strophe kann er sein Organ voll entfalten – naja, vielleicht hat man sich auch einfach nur an die Stimme gewöhnt. Egal, denn was hier geboten wird, macht ziemlich viel Freude! Auch beim Song „Fake“ zeigt sich die Band von ihrer besten Seite und auch Torsten Sauerbrey als Komponist so richtig was ihn ihm steckt – das plötzliche Auflösen der Strophe in den sehr melodiösen Refrain ist einfach eine absolut geile Stelle! In dessen Steigerung kann Lowin zwar bloß wieder mithalten, weil er ordentlich gedoppelt wurde, aber dann umso problemloser. So gern ich Buddy mochte, so deutlich muss ich aber auch sagen, dass CAST IN SILENCE durchaus das Zeug haben, deren Erfolge noch zu übertreffen. Noch ist es allerdings nicht so weit.

Im weiteren Verlauf des Albums stößt man immer wieder auf schöne Überraschungen aber auch Momente in denen man sich mehr Power in der Stimme gewünscht hätte, so z.B. im Refrain von „The Cure“. Die Coverversion des 80er Jahre Klassikers „Voyage Voyage“ von Desireless muss natürlich auch noch Beachtung finden. Ich gebe gerne zu, ich bin kein großer Freund von so etwas und meist gefällt mir eine Coverversion auch nur wenn sie sich sehr weit vom Original entfernt hat. Das ist bei „Voyage, Voyage“ nun gar nicht er Fall, dennoch passt das Lied einfach in der dargebotenen Weise (bzw. durch den Instrumentenwechsel) super zum restlichen Sound des Albums und kann mich nicht zuletzt auch durch die französische Sprache ziemlich überzeugen.

CAST IN SILENCE legen mit „1st“ ein Album vor, das im direkten Vergleich mit den Dark At Dawn Scheiben – die ebenfalls aus der Feder von Torsten Sauerbrey stammen und wie bereits erwähnt mehr als nur eine stilistische Parallele aufweisen – durchaus bestehen kann. Ausbaufähig ist der Gesang des Dark At Dawn Bassers, vor allem in harten Passagen wo es noch etwas an der nötigen Power fehlt und auch die Texte könnten, besonders der von „Two Minutes Hate“, etwas weniger platt ausfallen. Deutlich besser stehen sie hingegen bezüglich des Abwechslungsreichtums dar. Da Lowin mit seiner Stimme deutlich variabler agieren kann, profitiert da im Endeffekt die komplette Band von, da das Songwriting viel freier verlaufen kann. Potential für einen richtig großen Wurf, vielleicht schon mit dem nächsten Album, seh ich auf jeden Fall. „1st“ ist ein erster Eindruck, der schon sehr positiv ist, vor dem musikalischen Background der Beteiligten aber natürlich nicht wie ein „normales“ Debut behandelt werden darf.

Bewertung: 8 / 10

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