CD-Review: Celtic Frost - Morbid Tales

Besetzung

Thomas Gabriel "Warrior" Fischer - Gesang, Gitarre
Martin Eric Ain - Bass, Hintergrundgesang
Stephen Priestly - Schlagzeug

Tracklist

01. Human (Intro)
02. Into The Crypts Of Rays
03. Visions Of Mortality
04. Dethroned Emperor
05. Morbid Tales
06. Procreation (Of The Wicked)
07. Return To The Eve
08. Danse Macabre
09. Nocturnal Fear


1984. Hellhammer, die mit dem Album „Apocalyptic Raids A.D.“ Kultstatus in der damals noch recht jungen, extremen Metalszene einfahren konnten, lösten sich auf. Jedoch nur um einer weiteren Kultband Platz zu machen: CELTIC FROST. Tom Gabriel „Warrior“ Fischer und Martin Eric Ain, die zuvor bei Hellhammer tätig waren, warfen darauf gleich im Dezember des selben Jahres eine LP mit dem klangvollen Namen „Morbid Tales“ vor die Füße der ach so ahnungslosen Metallerschaft – und die ist heute noch eine Perle in Sachen roher, unverfälschter Musik.

Eingespielt wurden die neun Songs mit dem befreundeten Sessiondrummer Stephen Priestley, der den ganzen Sound etwas rockiger rüberbringen lässt. Aber besonders der Schweizer Gabriel drückt hier seinen markanten Stempel auf; fiese Riffs, die einem mal im Mid Tempo Bereich langsam die Knochen zersägen oder im Up Tempo Bereich gleich die ganze Birne demontieren, kranke Soli und unvergleichbare Shouts – man denke nur an Gabriel’s unverkennbares „Uh!“. Eine ganze Generation von extremen Metal Bands, egal ob nun aus dem Black oder Death Metal Bereich, hat sich von ihm beeinflussen lassen.
Aber das schweizerisch-amerikanische Trio hat auf „Morbid Tales“ auch einiges zu bieten, dazu muss man aber erst nochmal die Jahreszahl erwähnen: 1984. Erst danach kamen Bands wie Slayer, Exodus, Possessed oder Autopsy auf und mischten mit. Für also eben dieses doch recht frühe Jahr war der Sound einfach nur derbe. Man wollte extremer als Venom klingen, die es ja bevorzugen eine Show zu liefern, anstatt zu musizieren, und dabei aber als Künstler ernstgenommen werden. Was mit Hellhammer eher misslang, schaffte man mit CELTIC FROST umso eher. Düstere, okkultistische Texte vereinigen sich perfekt mit der dunklen Atmosphäre und die immerwieder auftauchende Frauenstimme, die total monoton ihren Text runterleiert, tut den Rest dazu. Aber was man besonders loben muss ist der Track „Danse Macabre“, der ein absolutes Ausnahmestück ist. Man könnte es als eine Art Soundcollage bezeichnen, aber viel mehr ist es ein sehr experimenteller Song, der zur Stimmung beitragen soll. Klar, heute würde wohl jeder Label-Boss darüber lachen, wenn man sich davon in die Hosen machen soll – damals aber war das Okkulte in der Musik eine ganz neue Erfahrung und deshalb erzeugte der Titel mit Sicherheit die gewünschte Reaktion.

Heavy Metal, Avantgarde Metal, langsamer Thrash Metal – nennt es wie es euch beliebt. Es ist und bleibt CELTIC FROST Metal und der ist unverkennbar. Kaum zu beschreiben, für jüngere Metaller könnte man vielleicht sagen es klingt ein wenig wie die letzten Darkthrone Alben mit einer einigermaßen normalen Stimme. Aber das trifft es auch nicht wirklich. Keine Band hat je so eigen geklungen, wie die Schweizamis und dennoch mochte sie jeder und tut es auch heute noch. Eingängig ist „Morbid Tales“ auf jeden Fall, denn die fiesen Riffs von Gabriel sind ausschlaggebend für spätere Kapellen wie Mantas, Xecutioner oder Possessed – die wiederum genau deine Lieblingsband beeinflussten!
Hört einfach rein und erlebt ein Stück Geschichte!

Bewertung: 10 / 10

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