Albumcover Demonical

Review Demonical – Mass Destroyer

  • Label: Agonia
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Death Metal

DEMONICAL und Centinex verbinden einige Merkmale. Nicht nur, dass ehemalige Mitglieder von Centinex überhaupt erst DEMONICAL gegründet haben, auch die geradlinige Ausrichtung hin zu Oldschool-Death-Metal eint die schwedischen Landsmänner. Dazu kommt die Vorliebe für Besetzungswechsel und das Arbeitstempo: Ähnlich wie bereits 2020, als beide Bands eine Full-Length veröffentlichten, bringen DEMONICAL und Centinex anno 2022 im Abstand von nur einem Monat ebenfalls neue Musik auf den Markt. Für Martin Schulman, seines Zeichens Bassist in beiden Bands, scheint eine kreative Hochphase angebrochen zu sein. Kann man das auch vom neusten Output seiner Zweitband DEMONICAL behaupten?

Bedingt. Denn wer die Diskografie der Band kennt, der weiß, dass die Schweden seit gut 16 Jahren keine Überraschungen bieten. Auf ihrem nunmehr siebten Album „Mass Destroyer“ rückt das Quintett um Sänger Christofer Säterdal von seiner Vorgehensweise ebenso wenig ab wie auf „Darkness Unbound“ (2013) oder „World Domination“ (2020). DEMONICAL klingen 2022 nicht anders als 2006. Stagnation oder Besinnung auf die eigenen Stärken, die Einschätzung von Rezensenten und Fans könnte hier weit auseinander gehen.

Fakt ist, dass die Schweden ihr neusten Album mit zwei Tracks eröffnen, die kompositorisch kaum ähnlicher sein könnten. Erst mit „Fallen Mountain“ verlassen DEMONICAL die typischen Oldschool-Gefilde mit schnellem Schlagzeugspiel und starker Rifforientierung, um sich knapp fünf Minuten durch den vergleichsweise gediegenen Track zu grooven. Dass die Schweden neben der reinen Death-Metal-Keule auch einen Hang für gedrosselte Tracks haben, ist zwar ebenfalls von den Vorgängern bekannt, hilft aber auch auf „Mass Destroyer“, an der einen oder anderen Stelle für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Das gleiche Prinzip gilt auch für „Lifeslave“, der sich zwar weder von der Struktur noch von den Motiven groß von „Fallen Mountain“ unterscheidet, aber immerhin verhindert, dass man nach den aus dem gleichen Ei gepellten „Wrathspawn“ und „Dödsmarsch“ das Interesse verliert.

Der finale Track „By Hatred Bound“ bündelt die charakteristischen Merkmale von DEMONICAL zu dem stärksten Track der eher durchwachsenen Platte, da besonders der hymenartige Refrain sofort im Gehörgang bleibt. Die Riffs sind gut und der Verbund der einzelnen Motive harmonisch, die Schweden laufen kurz vor Albumende in Höchstform auf – schön zu hören und schade zugleich. Denn dieser eine Song kann nicht darüber hinweg täuschen, dass das grundsätzliche Geschäftsmodell der Selbstkopie nur dann ein Erfolg wird, wenn das Original in Gänze umzuhauen wusste. Da das nicht auf das Debüt „Servants Of The Unlight“ (2007) zutraf, trifft es auch nicht auf den x-ten Aufguss namens „Mass Destroyer“ zu.

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Wertung: 6 / 10

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