Das Cover von "Feed Me Violence" von Evil Invaders

Review Evil Invaders – Feed Me Violence

  • Label: Napalm
  • Veröffentlicht: 2017
  • Spielart: Thrash Metal

Seit sie vor gerade einmal vier Jahren mit ihrer ersten EP in der Szene einschlugen, konnten sich die belgischen Speed Metaller EVIL INVADERS über einen steten Aufwärtstrend freuen: Schon ihr erstes Album wurde über den österreichischen Label-Giganten Napalm Records veröffentlicht und in Kürze wird sich die Truppe aus Limburg zusammen mit den schwedischen Heavy-Metal-Titanen Grand Magus auf Tour begeben. Damit es da auch neue Songs zu hören gibt, präsentiert die Mannschaft vorher noch ihr neues Album „Feed Me Violence“.

Zusammen mit dem reichlich krätzigen Artwork ist „Feed Me Violence“ eigentlich ein viel zu bösartiger Titel für das neue EVIL-INVADERS-Album. Zweieinhalb Jahre nach ihrer ersten ausgewachsenen Platte klingen die Belgier hörbar gereift und auch eine ganze Ecke aufgeräumter als noch in ihrer Anfangsphase. Sicher, die Eckdaten ihres Sounds sind nach wie vor die gleichen: Frontmann Joe klingt noch immer stark nach dem verstorbenen Exodus-Frontmann Paul Baloff und auch setzt die Truppe hier wieder auf edles Hochgeschwindigkeits-Riffing nebst technisch vollendeter Leadgitarrenarbeit.

Allerdings klingt der Sänger auf „Feed Me Violence“ lange nicht mehr so ungestüm wie auf „Pulses Of Pleasure“ und scheint sich so etwas wie Gesangstechnik angeeignet zu haben, was für deutlich temperiertere Gesangslinien sorgt – steht ihm gut. Überhaupt haben EVIL INVADERS auf ihrem neuen Album in jeder Hinsicht gewaltige Fortschritte gemacht und legen beim Songwriting mehr Routine und Selbstsicherheit an den Tag. Damit rangiert die Formation mit Songs wie „Mental Penitentiary“ oder „As Life Slowly Fades“ irgendwo zwischen Thrash- und Heavy Metal, wobei auffällt, dass die Truppe den räudigen Speed-Metal-Anteil nach dem Rezept von Razor deutlich zurückgefahren hat.

Und weil EVIL INVADERS inzwischen eben hörbar mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewonnen haben, trauen sie sich auf „Feed Me Violence“ auch mehr und so gibt es etwa mit „Broken Dreams In Isolation“ erhabene Stadion-Momente. Obendrein haben die Jungens bereits in der Vergangenheit ein feines Gespür für die Gratwanderung zwischen Aggression und Melodie bewiesen – Pfunde, mit denen die Belgier hier noch weitaus mehr buttern. So gibt es etwa im Intro zum starken „Oblivion“ einen Gänsehaut erzeugenden Instrumentalteil und auch das atmosphärische Zwischenstück „Shades Of Solitude“ zeigt, wozu EVIL INVADERS inzwischen imstande sind.

Somit haben die Herren ihren Sound auf Album Nummer zwei erfolgreich diversifiziert, weshalb allenfalls der rüde Titeltrack auch auf einem der vorherigen Outputs hätte stehen können. Höhepunkt von „Feed Me Violence“ ist deshalb sicherlich der Abschlusstrack „Among The Depths Of Sanity“ , in dem sämtliche der im Vorangegangenen genannten Merkmale dieses Albums zur Vollendung vorhanden sind. Abschließend sei noch bemerkt, dass EVIL INVADERS ihr Schaffen auch auf diesem Album wieder mit extrem viel Spielfreude präsentieren und damit jeden Hörer ab dem ersten Tob mitnehmen. Stark!

Sicherlich werden EVIL INVADERS mit einem Album wie „Feed Me Violence“ vielerorts als Old School-Band eingestuft werden, es ist jedoch mindestens genauso akkurat, den Sound der Belgier als zeitlos zu bezeichnen. Auf ihrem zweiten Album spielen die Burschen aus Limburg dezent thrashigen Heavy Metal mit gewaltigem Hitpotenzial und stellen obendrein in Sachen Songwriting eine enorme Steigerung gegenüber ihrem Debüt zur Schau. Dank herausragender musikalischer Fähigkeiten und einem Höchstmaß an jugendlicher Spielfreude treffen EVIL INVADERS mit „Feed Me Violence“ voll auf den Punkt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.