Exit Eden Femme Fatales Coverartwork

Review Exit Eden – Femmes Fatales

Nach sieben Jahren melden sich EXIT EDEN mit ihrem zweiten Album „Femmes Fatales“ zurück und sind vom Quartett zum Trio geschrumpft: Amanda Somerville ist nicht mehr mit dabei. Clémentine Delauney (Visions of Atlantis), Anna Brunner (League of Distortion), Marina La Torraca (Phantom Elite) sind aber wieder als Symphonic-Metal-Supergroup zusammengekommen und haben im Gegensatz zum Debüt „Rhapsodies In Black“ nun auch eigene Songs im Gepäck.

Das Offensichtlichste an dieser Konstellation: Rein gesanglich ist „Femmes Fatales“ ein großartiges Album geworden. Die Stimmen der drei Frauen harmonieren wunderbar miteinander, die Sängerinnen sind für sich eh schon klasse und im Verbund ebenso. Einzig könnte man bemängeln, dass die drei mittleren Stimmlagen sich stellenweise zu sehr ähneln, eventuell entsteht der Eindruck aber auch nur, weil mit dem Wegfall von Somerville der stilistisch herausstechende Mezzosopran fehlt. Im Endeffekt stellt sich das aber als Vorteil heraus, da Delauny, Brunner und La Torraca so gefühlt mehr Platz zum Atmen haben und ihre Stärken voll ausspielen können. Vor allem die raue Note von Anna Brunner sorgt hierbei für Abwechslung.

Nachdem „Rhapsodies In Black“ ein komplettes Coveralbum war, haben EXIT EDEN auf „Femmes Fatales“ nur noch sechs Neuinterpretationen im Gepäck, die zumeist überzeugen. Besonders cool ist „Désenchantée“ geworden: Das symphonisch-metallische Gewand steht dem Neunziger-Hit ausgezeichnet und der französische Gesang von Clémentine Delauney ist mit einem plumpen „schön“ wohl treffend beschrieben. Ebenso stark wurden der Heart-Evergreen „Alone“ und der Marillion-Klassiker „Kayleigh“ umgesetzt. Ob es nun noch eine Version von Alice Coopers „Posion“ oder „It’s A Sin“ von den Pet Shop Boys gebraucht hat, ist fraglich – beide Lieder sind schon oft genug durchgenudelt worden. Dass alle ausgewählten Althits perfekt in den Bandsound passen, steht jedenfalls außer Frage: Würde man die Originale nicht kennen, könnte man meinen, es wären alles eigene Songs, so gut gelang die Umsetzung.

Viel spannender sind da schon die sechs eigenen Songs. Das eröffnende „Femme Fatale“ strotzt nur so vor Energie und ist ein kraftvoller Symphonic-Metal-Kracher mit Ohrwurmpotential. „Run!“ mit Marco Hietala – wenn er dabei ist, wird’s eh immer gut – setzt sich ebenso im Ohr fest und gefällt mit seinem bombastischen Folk-Element. Packenden Herzschmerz gibt es mit der treibenden Powerballade „Dying In My Dreams“, breit und episch etwa wird es beim getragenen „Elysium“. EXIT EDEN nehmen sich also der gesamten Bandbreite des Genres und der möglichen Gefühlspalette an. Mit Hannes Braun von Kissin‘ Dynamite ist auch ein profilierter Songwriter an Bord, der zusammen mit Anna Brunner exakt weiß, wie der symphonische Hase läuft.

EXIT EDEN gehen mit „Femmes Fatales“ genau den richtigen Weg: Weniger Cover, mehr eigene Songs. Gerne können auf dem nächsten Album auch ausschließlich eigene Songs sein, die Aufmerksamkeit durch Cover hat die Band nicht mehr nötig, zudem sind die Eigenkompositionen wesentlich spannender. Genrefans bekommen mit „Femmes Fatales“ ein lohnenswertes Album, das auch nach vielen Durchläufen noch Spaß macht und mit dem Zusammenspiel der drei Sängerinnen überzeugt. Jetzt aber bitte nicht wieder sieben Jahre bis zum nächsten Album verstreichen lassen!

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Wertung: 8 / 10

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