CD-Review: F41.0 / Ygramvl - Malintegrigo (Split)

Besetzung

F41.0:
Hysteriis – Gesang, Gitarre, Bass, Ambient-Sounds

Gastmusiker:
Asgoroth – Gesang
Tentakel P. – Schlagzeug

Ygramvl:
MeTvS – Gesang, Instrumente

Tracklist

01. Todschürfer
02. Werdegang


Es ist eine sonderbare Reminiszenz, die Hysteriis mit der neuesten Veröffentlichung seines Black-Metal-Soloprojekts F41.0 heraufbeschwört. Nachdem das Debüt „Near Life Experiences“ unter anderem wegen seiner dürftig programmierten Schlagzeugspuren nicht ganz ausgereift erschien, konnte der Nachfolger „Bürde“ dank der Beiträge einiger Gastmusiker – darunter Tentakel P. (Todtgelichter) an den Drums – einen deutlich stärkeren Eindruck hinterlassen. In der Aushilfsbesetzung fand sich außerdem ein gewisser MeTvS, der mit YGRAMVL ebenfalls eine schwarzmetallische Ein-Mann-Band betreibt und dabei nach wie vor auf künstlich generierte Perkussion zurückgreift. Hiermit schließt sich der Kreis, denn mit „Malintegrigo“ legen F41.0 und YGRAMVL nunmehr eine gemeinsame Split vor.

Auf besagtem Kollaborationsalbum sind beide Projekte jeweils mit einem knapp elf Minuten langen Track vertreten. Den Anfang macht F41.0 mit „Todschürfer“. Passend zu der von Electro-Sounds geprägten Ausrichtung des Co-Interpreten des Minialbums beschränkt sich Hysteriis für die ersten zwei Minuten ausschließlich auf unheimliche Ambient-Klänge, ehe die ersten Schlagzeugrhythmen einsetzen und den Song in jene Bahnen lenken, die bereits auf „Bürde“ beschritten wurden. Das Geschehen spielt sich überwiegend im Midtempo ab, auf wilde Raserei im Stil von Marduk und Konsorten verzichtet F41.0 auch dieses Mal.

Die sehnsuchtsvolle Melancholie der Vorgängerplatte, die vereinzelt von einem schwachen Hoffnungsschimmer durchdrungen wurde, hat sich hier jedoch in ausweglose Verzweiflung gewandelt. Mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an gutturalen Gesangsarten, die von gequältem Kreischen bis zu boshaftem Krächzen reichen, sagt F41.0 positiven Gefühlen den Kampf an und die niedergeschlagenen Gitarrenmelodien gleichen einem schwarzen Loch. Die dem Track zugrundeliegende Stimmung lässt sich somit am ehesten noch mit dem Song „E.V.A.“ der Vorgängerplatte vergleichen.

YGRAMVL schlägt im Anschluss daran mit „Werdegang“ in eine ähnliche Kerbe, bedient sich hierfür jedoch anderer Stilmittel. Zwar bewegt sich die Nummer ebenfalls überwiegend in schleppender Geschwindigkeit, doch die elektronischen Einflüsse treten hier deutlicher in Erscheinung. So werden die deprimierenden Gitarrenriffs und die ebenso durchaus ausdrucksstarken, nicht selten mehrstimmigen Screams manchmal von verschrobenen, synthetischen Sounds umspielt. Vor allem durch die künstlich erzeugten Beats unterscheidet sich der Track von „Todschürfer“ – was YGRAMVL leider nicht unbedingt zum Vorteil gereicht. Obgleich das Stück dadurch einen eigenständigen Charakter erhält, der einen organischen Drumsound nicht nötig hat, verliert „Werdegang“ aufgrund der seichten Perkussion einiges an Durchschlagskraft. Die mäßig gelungene Produktion lässt auch den kurzen Clean-Gitarren-Einschub eher banal erscheinen.

Wer mit der Erwartung einer allumfassend perfekten Veröffentlichung an „Malintegrigo“ herangeht, wird wohl oder übel in mancherlei Hinsicht enttäuscht. Während F41.0 seinen Teil des Zwei-Track-Albums souverän, im Vergleich zur letzten Platte aber ein wenig unspektakulär über die Bühne bringt, haftet der Komposition von YGRAMVL eine gewisse Unvollständigkeit an. Dennoch gibt es zu beiden Stücken auch Positives zu vermerken – insbesondere bezüglich der auf erschütternde Weise beeindruckenden Gesangsperformance beider Interpreten. Mag sich die Split mit ihrer bescheidenen Limitierung auf 100 Stück auch ohnehin primär an die Sammler unter den Fans richten, gibt es doch einige Aspekte, aufgrund derer sich die Anschaffung nicht bloß der Vollständigkeit halber lohnt.

Keine Wertung

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