CD-Review: Firespawn - The Reprobate

Besetzung

LG Petrov – Gesang
Victor Brandt – Gitarre
Fredrik Folkare – Gitarre
Alex Friberg – Bass
Matte Modin – Schlagzeug

Tracklist

01. Serpent Of The Ocean
02. Blood Eagle
03. Full Of Hate
04. Damnatio Ad Bestias
05. Death By Impalement
06. Generals Creed
07. The Whitechapel Murderer
08. A Patient Wolf
09. The Reprobate
10. Nightwalkers


Mit „Shadow Realms“ haben FIRESPAWN, das Death-Metal-Schwadron mit Mitgliedern von Entombed A. D., Necrophobic und Unleashed, 2015 ein richtig starkes Debüt vorgelegt, einen fiesen Bastard aus amerikanischem und schwedischem Todesmetall. Pünktlich zwei Jahre später legt das Quintett nun „The Reprobate“ nach und beweist damit nicht nur einmal mehr, dass sich nicht alle Supergroups nur auf den Lorbeeren ihrer großen Namen ausruhen, sondern auch, dass der Hunger der fünf Musiker nach all den Jahren und Projekten noch lange nicht gestillt ist. Wie bereits auf dem morbiden Artwork, bei dem abermals Paolo Girardi pinselführend war, erkennt man auch in der Musik eindeutig den Stil des ersten Albums wieder: Eine knappe Dreiviertelstunde lang pflastern FIRESPAWN uns die Gehörgänge mit groovendem, rohem Death Metal zu.

Wie schon „Shadow Realms“ fängt auch „The Reprobate“ eher untypisch an. Waren es damals noch unheilverkündende Bläser, mit denen die Platte ihren Anfang nahm, so spielen FIRESPAWN diesmal zu Beginn ihre Gitarren in unverzerrter, gehetzter Weise, bevor sie auf einmal zum kompromisslosen Death-Metal-Schlag ausholen. Mit düsteren, tonnenschweren Riffs, brutal ballernden Double-Bass-Drums und Blast-Beats sowie LG Petrovs tiefen, biestigen Growls, die inzwischen gefühlt noch tiefer und biestiger klingen, führen FIRESPAWN gleich mit dem Eröffnungstrack „Serpent Of The Ocean“ den auf dem Debüt eingeschlagenen Weg konsequent fort.
Beim ersten Hören mag man es noch nicht für möglich halten, aber die Songs prägen sich sogar ebenso schnell ein wie jene des Vorgängers: Sei es nun der frickelige Nackenbrecher „Blood Eagle“, das treibend galoppierende „Damnatio Ad Bestias“ mit seinem (für Death-Metal-Verhältnisse) fast schon majestätischen Refrain oder das mal erbarmungslos marschierende, dann wiederum fett groovende „Death By Impalement“, in dem FIRESPAWN einmalig wieder auf den düster beschwörenden Klargesang von „Lucifer Has Spoken“ zurückgreifen. Es braucht wirklich nicht lange, bis einem die kraftstrotzenden Tracks in Fleisch und Blut übergehen.
In puncto Sound und Eingängigkeit haben die Todesmetaller in den letzten zwei Jahren also nichts verlernt und vereinzelt traut man sich sogar, ein paar neue Einfälle umzusetzen. Letztlich zieht die Platte gegenüber „Shadow Realms“ aber doch den Kürzeren. Während jenes nämlich trotz aller Brutalität auch einiges an Atmosphäre zu bieten hatte, findet man letztere beim Nachfolgealbum nur selten. „The Reprobate“ zündet schnell, brennt aber nicht so lichterloh infernalisch wie das Debüt.

Ein empfehlenswertes Full-Length haben FIRESPAWN natürlich auch diesmal kreiert, keine Frage. Einige der Songs können es durchaus auch mit denen der ersten Langrille aufnehmen und die Produktion ist wieder einmal richtig schön räudig. Gegen Ende der Spielzeit kommen jedoch ein paar weniger beeindruckende Nummern zum Zug und insgesamt fehlt es einfach an dem gewissen Etwas, das „Shadow Realms“ noch an sich hatte. Objektiv betrachtet hat „The Reprobate“ alles, was sein Vorläufer hatte – nur in gewisser Weise weniger davon. Die Fans ihrer ersten Platte sollten FIRESPAWN jedoch trotzdem zufriedenstellen und dass die Supergroup so schnell ein zweites Album am Start hat, lässt hoffen, dass man auch in Zukunft noch Gutes von dem Quintett hören wird.

Bewertung: 7 / 10

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3 Kommentare zu “Firespawn – The Reprobate”

  1. Simon Bodesheim

    Ich finde das Album extrem stark, muss aber auch sagen, dass ich die Band erst mit diesem Teil hier kennengelernt habe. In den Vorgänger muss ich dann unbedingt auch noch reinhören, wenn du den sogar noch besser findest. :)

    1. Stephan Rajchl Post Author

      Ich fand hier einfach, dass die Songs zum Ende hin etwas nachlassen und insgesamt hat es mich nicht ganz so begeistert wie das Debüt. Aber gut find ichs eh auch, das auf jeden Fall. Und ja, das Debüt solltest du dir unbedingt auch anhören, bin mal gespannt, wie du es im Vergleich findest.

  2. Pascal Weber

    Ich gebe mal meinen Senf dazu :) In der Tat ein cooles Album, nur was mir die Platte etwas verleidet, ist das teilweise übertriebene Ausschlachten der (größtenteils aber echt coolen) Refrains. Bei manchen Liedern werden die am Ende ja bis zu vier Mal wiederholt, das hätte ich nicht zwingend gebraucht. Selbiges gilt für den Cleangesang in einem der Songs, den man sich mal besser gespart hätte – also den Cleangesang, nicht den Song ^^

    Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, die Songs an sich taugen mir auch sehr und dass sie gegen Ende schwächer werden, kann ich persönlich so nicht sehen, gerade der Titelsong ist für mich der absolute Wahnsinn, aber klar, das ist subjektiv. Insgesamt ziehe ich allerdings doch ihre Landsmänner und Genrekollegen Cut Up vor, glaube ich, die ich etwa zusammen mit Firespawn entdeckt habe. Beide Bands sind toll, aber Cut Up haben dann eben doch etwas mehr Biss :)

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