CD-Review: Heir - Au Peuple De l'Abîme

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Les Acteurs De L'Ombre
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

L.H – Gesang
M.D – Gitarre
M.S – Gitarre
F.B – Bass
D.D.A – Schlagzeug

Tracklist

01. Au Siecle Des Siecles
02. L'Heure d'Helios
03. Meltem
04. L'Ame Des Foules
05. Cendres


Wer düsteren Post-Black Metal hören will, ist dieser Tage gut beraten, sich durch den Roster von Les Acteurs De l’Ombre Productions zu hören: Qualität statt Quantität lautet bei den Franzosen die Devise – echte Enttäuschungen finden sich unter den Releases des Labels bislang kaum. Auch „Au Peuple De l’Abîme“ – nach nur einer Demo und einer Split (mit Spectrale und In Cauda Venenum) das erste Full-Length der erst 2015 gegründeten Formation HEIR – ist, wenn es auch noch ein paar Schwächen offenbart, alles andere als ein Fehlkauf.

HEIR bieten – und dass man das so direkt sagen kann, ist vielleicht das größte Manko des Albums – dem Hörer düsteren Post-Black-Metal: Mal etwas schneller, mal etwas böser, und gelegentlich durch stimmungsvolle, ruhige Parts aufgelockert. Im Großen und Ganzen jedoch Post-Black-Metal, wie man ihn nicht nur bei den Label-Kollegen von Au-Dessus, sondern auch bei diversen anderen Bands bereits in aller Ausführlichkeit gehört hat.

Das ist insofern schade, als HEIR durchaus Talent zu mehr hätten: Die Ideen, die hier zwischendurch aufblitzen, verleihen nicht nur den Songs das nötige Etwas, um sich bereits jetzt vom absoluten Einheitsbrei abzusetzen, sondern zeigen, welches Potential eigentlich in der Band steckt: Gerade das finale „Cendres“ ist hierfür ein gutes Beispiel. Von furiosem Riffing über einen atmosphärischen Cleanpart mit Chorgesang bis hin zu rockig angehauchten Leads und groovigen Drums ist hier alles drin. Was fehlt, ist höchstens noch ein Quäntchen mehr Spannung im Songaufbau, der so doch sehr stark nach Schema A-B-C abläuft.

Mit „Au Peuple De l’Abîme“ legen HEIR ein starkes Debüt, aber definitiv noch nicht das Album vor, das ihnen zu großer Bekanntheit verhelfen wird. Müssen sie aber auch nicht: Für ein erstes Lebenszeichen ist das Werk absolut in Ordnung. Für alles weitere wird die Zeit und die damit einhergehende, quasi unvermeidbare Entwicklung sorgen. Fazit: HEIR sind eine der Bands, die man jetzt unterstützen und für die Zukunft im Auge behalten sollte.

Bewertung: 7 / 10

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