CD-Review: Kältetod - Leere (Re-Release)

Besetzung

R. – Gesang, alle Instrumente

Tracklist

1.
2. Wiederhall der Leere
3. Kältetod
4. Von Vertrauter Vergänglichkeit
5. Appendix 1: Talwärts...
6. Appendix 2: ... treibend


Erst unlängst hielt ich die Promo zum aktuellen KÄLTETOD-Werk „Reue“ in Händen, welche mich zwar nicht vollends zu überzeugen wusste, deren solide Machart jedoch durchaus Anerkennung verdient hatte: Ein gutes, wenn auch nicht eben herausragendes Stück Schwarzmetall eben.

Mit „Leere“ wurde nun auch das Debütalbum über Eternity Records wiederveröffentlicht – neben dem so betitelten Album finden sich dabei auch zwei Stücke des „Talpfade“-Releases als „Anhang“ auf dem Silberling.
Zunächst jedoch ist es das Layout, das ins Auge sticht – weniger jedoch eines gelungenen Artworks wegen, als mehr, weil „Leere“ hier ein wirklich recht passender Titel ist: Im grauschwarz des Rauh-Karton-Digipaks geht nämlich jegliche Schattierung des Artworks, so es denn eines gegeben hatte, unter – dem Bandlogo gleich eingeschlossen. Das mag zwar immernoch ansehnlicher sein, als das ziemlich belanglose Wald-Photo-Artwork des original-Releases, erinnert insgesamt jedoch an Ruins Of Beverasts missratenes „Rain Upon the Impure“.
Musikalisch klingt „Leere“ wie der logische Vorgänger von „Reue“ – noch einen Zacken allgemeiner gehaltener, traditioneller Black Metal, der weniger auf Bösartigkeit denn atmosphärische Riffs ausgelegt ist. Inwieweit der Sound der neu gemischten Re-Release-Version dabei dem Original etwas vorraus hat, vermag ich nicht zu sagen, kenne ich doch die Urversion nicht – wenn durch das Remastering jedoch ein auch nur halbwegs hörbarer Unterschied zum Original herausgearbeteitet werden konnte, muss dieses wirklich furchtbar klingen. Denn auch hier poltert und schrubbt es an allen Ecken und Enden, mehr als ein mumpfiger Brei aus schrammligen Riffs, bollerndem Schlagzeug und extrem übersteuertem Gesang ist nicht zu erkennen. Das mag irgendwo auch wieder ganz atmosphärisch sein, und hat, zugegebenermaßen, auch einen gewissen Charme – ist auf Dauer aber doch eher anstrengend – was schade ist, hätte das Material auf dem Album doch, ähnlich dem auf „Reue“ durchaus Potential: Sicher nicht das, etwas Besonderes, aber doch zumindest, wirklich gut anhörbarer Black Metal zu sein. Doch spätestens, als sich „Treibend…“ dann auch noch von diversen Knacksern durchzogen präsentiert, wird zumindest mir der Demo-Tape-Charakter zu dominant…

So ist leider hier der Sound der entscheidende Faktor für die Bewertung der CD – kann über diesen doch nur schwer hinweggehört werden. Für liebhaber garagigen Black Metals mag KÄLTETODs „Leere“ vielleicht ein Kleinod sein – alle anderen brauchen doch einiges Durchhaltevermögen, um sich davon nicht davon abhalten zu lassen, „Leere“ in voller Länge zu genießen. Doch, so ehrlich muss man sein: Wirklich viel würde auch nicht verpassen, wer bereits nach der halben Spielzeit den „Stop“-Button drückt.

Bewertung: 4.5 / 10

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