CD-Review: Kwade Droes - De Duivel En Zijn Gore Oude Kankermoer

Besetzung

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Tracklist

01. De Teerling Is Geworpen
02. Lood Om Oud Ijzer
03. De Wrange Boodschap
04. Drankduivel
05. Misdaad Loont
06. De Geile Lokroep Van Gene Zijde
07. De Satan Allerheiligst


Auf dem Cover prangt eine grotesk deformierte Figur, zu ihren Füßen steht in Schräglage die geradezu absurd lange Buchstabenfolge „De Duivel En Zijn Gore Oude Kankermoer“ und über alledem ein seltsamer Schriftzug, in dem man kaum den Bandnamen herauszulesen vermag: KWADE DROES machen keinen Hehl daraus, dass es sich bei ihrem Debüt um eine höchst experimentelle Angelegenheit handelt. Zwar beginnt die musikalische Expedition der Niederländer eindeutig im schwarzmetallischen Hafen, doch sie führt den aufmerksamen Zuhörer im Verlauf von einer guten halben Stunde an so manch sonderbare Destination. Ob wohl am Ende eine lohnenswerte Entdeckung winkt?

Mit überraschend wundersamem Klavierspiel und einer merkwürdigen Geräuschkulisse nimmt der Eröffnungstrack „De Teerling Is Geworpen“ seinen Anfang. Es dauert jedoch nicht lang, bis das ahnungsvolle Staunen dem blanken Entsetzen weicht. In diesem abrupten Umschwung enthüllen KWADE DROES ihr wahres Antlitz: Mit dröhnenden, melodiearmen Gitarrenriffs, chaotischem Drumming und schizophren kreischendem Screaming erschaffen die Flachländer eine unwirkliche Welt des Grauens. Einzelne Noten in dem verwaschenen, undefinierbaren Geschrammel zu erkennen, gestaltet sich in den stürmischen Abschnitten als geradezu unmöglich, was den albtraumhaften Charakter der Platte unterstreicht.

Allerdings hat auch die Produktion einen großen Anteil an der surrealen Grundstimmung – leider nicht unbedingt in einem guten Sinne. Davon abgesehen, dass das von KWADE DROES auf „De Duivel En Zijn Gore Oude Kankermoer“ Gespielte oft völlig verschwommen klingt, mangelt es der Scheibe unverständlicherweise an klanglichem Volumen. Wer sich nicht dazu bequemt, den Lautstärkeregler um zwei bis drei Stufen höher zu drehen, kann es auch gleich ganz sein lassen.

Glücklicherweise können sich die wahnwitzigen Vocals vergleichsweise gut hervortun, diese bilden nämlich eindeutig den verstörendsten und zugleich beeindruckendsten Aspekt des Albums. Einzeln betrachtet haben KWADE DROES sogar durchaus noch mehr zu bieten, so zum Beispiel das zum Staunen einladende Piano im Interlude „De Wrange Boodschap“ oder die herrlich fiesen Riffs im Rausschmeißer „De Satan Allerheiligst“, der das Album mit kirchlichen Chören und Orgeln beschließt. Letztlich will jedoch vieles in diesem skurrilen Kuriosum nicht wirklich zusammenpassen.

Dass KWADE DROES schon mit ihrem ersten vollwertigen (wenn auch ziemlich kurz gehaltenen) Album etwas Außergewöhnliches geschaffen haben, ist nicht zu bestreiten. Die – gelinde gesagt – bescheidene Klangqualität und die unzusammenhängenden Stilbrüche, die die Niederländer zwischendurch immer wieder aus dem Nichts hervorzaubern, gehen jedoch leider auf Kosten der Atmosphäre. Wieso einem zwischen angsterfülltem Wimmern, boshaftem Geschrei und infernalischer Black-Metal-Instrumentierung plötzlich Frieden im auf positive Weise rätselhaften Klavierspiel vergönnt wird, bleibt fraglich. Sollten KWADE DROES in Zukunft genauer auf den Sound und auf konsistente Songstrukturen achten, wäre ein hörenswerter Nachfolger nicht undenkbar.

Bewertung: 5.5 / 10

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