CD-Review: Laster - De Verste Verte Is Hier

Besetzung

N. – Gesang, Instrumente
W. Damiean – Gesang, Instrumente

Tracklist

01. Alles Wat Mij Bevalt, Ontvalt Me
02. Tot De Tocht Ons Verlicht
03. Ik – Mijn Master
04. De Verste Verte Is Hier


Dass unsere Nachbarn aus Holland nicht nur kitschigen Symphonic Metal spielen können, sondern auch echten, qualitativ hochwertigen Black Metal, haben sie uns in den letzten Jahren eindrücklich bewiesen. Mit „De Verste Verte Is Hier“ debütiert nun eine weitere vielversprechende Band. Der Sound von LASTER ist ein Cocktail aus klassischem Black Metal, der mit Einflüssen aus Post und Suicidal abgeschmeckt wurde.

Gleich zu Beginn fällt einem natürlich die Struktur des Albums ins Auge: „De Verste Verte Is Hier“ besteht aus drei über zehn Minuten langen Tracks und einem vierten, kürzeren, der das Werk beschließt. Man ahnt schon: Die Platte ist zäh, anstrengend und damit definitiv nicht in jeder Stimmung genießbar. LASTER spielen mit Monotonie, um Atmosphäre zu erzeugen, brechen diese aber immer wieder mit gut gestalteten Tempowechseln und fast schon an Blackgaze erinnernde Ambient-Passagen auf. Aus der schwarzen Masse ragen immer wieder einzelne Höhepunkte heraus, wie etwa die Kirchenchöre gegen Ende von „Tot De Tocht Ons Verlicht“, oder emotionale Momente von „Klar-Gekreisch“ (Schreien mit Singstimme). Ein durchgehendes Highlight bleibt der Schlagzeuger, der eine beeindruckende Performance abliefert. Trotzdem lässt sich das Album kaum zur „Unterhaltung“ hören, sondern lebt von der erzeugten Immersion… die ist dafür aber umso intensiver und mitreißender.

Der letzte Song ist der sechsminütige Titeltrack, der den Hörer langsam, melancholisch und sehr melodisch entlässt. Gerade hier kommt der an sich gut gelungene Klargesang aber schlecht zur Geltung, da er viel zu schwach in den Hintergrund gemischt wurde. An der Produktion könnten LASTER durchaus noch etwas feilen: Man hört ihnen an, dass sie sich noch stark in Richtung True Black Metal orientieren, vom musikalischen Grundgedanken dagegen eher in Richtung modernerer Bands wie etwa Todtgelichter entwickeln. Meiner Meinung nach würde es ihrem Sound guttun, diesen Weg noch entschiedener einzuschlagen und ihre Produktion damit einhergehend auch etwas klarer zu gestalten.

Aber LASTER legen mit „De Verste Verte Is Hier“ trotzdem ein überdurchschnittlich starkes Debüt hin und beweisen bereits jetzt genug Eigenständigkeit, um positiv aus der Masse hervorzustechen. Wenn sie jetzt noch an den richtigen Schrauben drehen und ihr musikalisches Konzept noch weiter verfeinern, könnten sie mit ihren nächsten Werken durchaus zu einer Szenenberühmtheit aufsteigen. Doch schon „De Verste Verte Is Hier“ sollte allen Fans von depressivem, atmosphärischem Black Metal einen Blick wert sein… gerade jetzt, wo der Herbst sich dem Ende zuneigt und der Winter näher rückt.

Bewertung: 8 / 10

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