CD-Review: Necronomicon - Revenge Of The Beast

Besetzung

Volker "Freddy" Fredrich - Gesang, Gitarre
Andi - Gitarre
Alexander Heil - Bass
Axel Strickstrock - Schlagzeug

Tracklist

01. Magic Forest
02. Haunted
03. Warfare
04. Nightstalker
05. On Pain of Death
06. Blood Sky
07. Who Dies?
08. Refugee
09. Skull & Bone
10. Commit Suicide
11. War in the Cradle
12. One Universe


Ein wenig verwundert war ich schon, dass ich noch nie was von NECRONOMICON gehört hatte, ehe mir die Promo ihrer aktuellen Langrille „Revenge of the Beast“ entgegen purzelte, und das, obwohl die Truppe schon seit 1983 aktiv ist. Aber gut, der Bandname ist jetzt auch keiner von der Sorte, der sich exorbitant einprägen würde, die Metal Archives listen auch fünf Bands, die sich nach dem guten alten Grimoire aus Lovecrafts Erzählungen benannt haben. Trotzdem, für die Qualität des Quartetts aus dem malerischen Lörrach, BaWü, spricht das nicht gerade.
Wirklich groß rausgekommen ist die Truppe bis zum heutigen Tag auch nicht, in den 80ern und 90ern brachten sie ein paar Alben bei Labels raus, die kein Mensch kennt, bis 2004 war es dann recht ruhig um die Band, da kam ihre fünfte CD „Construction of Evil“ heraus, voriges Jahr wurde endlich nachgelegt. Bei so langen Schaffenspausen sollte man auch relativ ausgereifte und durchdachte Kompositionen erwarten dürfen, oder?

Um so enttäuschender, dass NECRONOMICON eine Mischung aus Speed und Thrash Metal spielen, wie sie gewöhnlicher nicht sein könnte. Weitestgehend überraschungsfrei (okay, die orientalischen Einflüsse bei „Skull & Bone“ hatte ich nicht unbedingt erwartet) kloppt das Quartett sich durch die zwölf Tracks, feiert dabei recht altmodische Riffs und Songstrukturen ab, macht handwerklich eigentlich alles richtig (die Produktion ist schön fett geworden, vor allem das Schlagzeug geht richtig gut in die Magengrube rein), kann aber schlicht und ergreifend nicht mitreißen.
Daran ist aber schwerlich nur die altbackene Ausrichtung der Musik verantwortlich, obwohl die ihren Teil dazu beiträgt. Aber ein paar Riffs und Hooklines gefallen doch durchaus richtig gut, vieles wird aber von Sänger Volker „Freddy“ Fredrich wieder kaputt gemacht, dessen Leistung… naja, ist nicht nett so was zu sagen, aber… nervt halt einfach. Irgendwo zwischen einem sehr quietschigen Dave Mustaine und einem heiseren Chuck Schuldiner zu Zeiten der „The Sound of Perseverance“ nölt er sich durch die Kompositionen, hat bei Refrains keine bessere Idee als immer wieder eine einzelne Textzeile zu wiederholen und wenn ihm dann gar nichts mehr einfällt, dann „Hmmmm“t er wieder ins Mikro. Ständig. Bis zum Ende des ersten Durchgangs von „Revenge of the Beast“ will der geneigte Hörer ihm dieses „Füllsummen“ am liebsten links und rechts um die Ohren hauen.

Auch ansonsten bekleckert die Band sich in Sachen Lyrik nicht mit Ruhm, die Texte sind konsequent doof und handeln von nichts wichtigem oder auch nur ansatzweise interessantem, da ist es um so faszinierender, dass NECRONOMICON auf den letzten Metern plötzlich den richtigen Ton treffen. Der Rausschmeißer „One Universe“ ist zwar ungefähr so repräsentativ für die Musik der Würtemberger wie ein Steak für Rohkost, aber er gefällt halt einfach. Die akkustische Nummer erinnert mich recht stark an „Beyond Reality“ von Savage Circus‘ Debutalbum. Und obwohl der Text erneut ziemlich doof ist und die Gesangslinien mitunter Katastrophal sind, macht „One Universe“ doch eine Menge Freude und lässt das Album auf einer Note enden, die stärker ist als alle anderen davor.
Wirklich gut macht das „Revenge of the Beast“ immer noch nicht, aber zumindest verzeihe ich dadurch ein paar Schwachpunkte. Hardcore-Speed-Thrash-Metal-Fans, die den 80ern nachtrauern, können das Ding mal antesten, herausragendes wird aber nicht geboten.

Bewertung: 4 / 10

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