CD-Review: Orochen - Thylacine

Besetzung

Jonas Mattsson - Gesang
Emil Gustavsson - Gitarre
Rasmus Lindblom - Gitarre
Hampus Olsson - Bass

Gastmusiker:

Alex Stjernfelt - Gesang

Tracklist

01. Burial Mounds
02. Drift Away
03. Inside The City
04. The Jonestown Deathtape


[Post-Rock / Post-Punk / Alternative Rock] Das letzte Exemplar des „Thylacinus Cynocephalus“ (auch bekannt als Tasmanischer Wolf oder Beuteltiger) starb 1936 in einem Zoo auf Tasmanien. Ihm widmen OROCHEN ihre dritte EP „Thylacine“ – und stellen in ihren dystopischen Texten gleichzeitig die Frage, welche Spezies wohl als Nächstes dran glauben muss, wenn der Mensch nicht noch einmal die Kurve kriegt und sein Denken und Handeln den wachsenden Herausforderungen auf diesem Planeten anpasst. Inhaltlich also durchaus zeitgemäß und „pädagogisch wertvoll“ – aber wie schaut es mit der musikalischen Seite der Medaille aus?

„Thylacine“ bietet zwar nur vier Songs auf rund 19 Minuten Spielzeit, allerdings auch keine Ausfälle. Im Gegenteil: Die ersten drei OROCHEN-Tracks überzeugen durch eine abwechslungsreiche Mischung aus ganz unterschiedlichen Stilen. Irgendwie schon Post-Rock, aber mit starker Post-Punk- bzw. Wave-Schlagseite, wofür nicht zuletzt der cleane Gesang von Jonas Mattsson verantwortlich ist. Nicht wirklich Metal, manchmal auch schon fast ein wenig an die Smashing Pumpkins oder Lou Reed erinnernd, sind die Vocals ein schöner Kontrapunkt zu den rotzig-harten, wenn auch nicht weniger atmosphärischen Instrumentals.

So gibt es zwischen den (Noten-)Zeilen eine ganze Menge zu entdecken: Neben genannten Hauptzutaten greift gerade die Gitarrenarbeit regelmäßig Versatzstücke aus den Bereichen Indie und Folk, aber auch Sludge und Metal auf – letztere vor allem im härtesten Stück von „Thylacine“, dem Closer „The Jonestown Deathtape“, der mit Gast-Growls von Alex Stjernfelt (Novarupta, Ex-The-Moth-Gatherer) aufwartet. Produziert wurde der aktuelle OROCHEN-Output von Karl Daniel Lidén, der auch schon für Crippled Black Phoenix und Breach die Fader geschubst hat und auch hier einen guten Job macht. Nicht zu poliert, nicht zu rough, bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes eine schöne Mischung auf die Ohren.

Unterm Strich gibt es nicht viel zu meckern: Die ersten drei Songs von „Thylacine“ sind großartige Kompositionen mit massivem Ohrwurmcharakter und tollen Melodien. Der letzte Song wirkt da fast ein wenig unspektakulär und fällt im Vergleich ab und aus der Reihe – ist aber weit davon entfernt, ein schlechtes Stück Musik zu sein. Der Hauptkritikpunkt bezieht sich eigentlich nur auf die knappe Spielzeit von unter 20 Minuten – denn von diesen OROCHEN hätte man gerne noch mehr gehört. Freunde von atmosphärischer Rockmusik wie Anathema oder bereits genannten Crippled Black Phoenix dürfen somit gefahrlos ein Ohr riskieren.

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