Review Planks – Perished Bodies

  • Label: Golden Antenna
  • Veröffentlicht: 2015
  • Spielart: Sludge / Drone

Was die Produktivität ihrer Helden angeht, können sich Fans von PLANKS wahrlich nicht beschweren: In acht Jahren haben es die Mannheimer auf vier Alben, vier Splits sowie diverse weitere Veröffentlichungen wie Compilation-Beiträge, Singles und Demos gebracht. Mit Album Nummero vier ist jetzt jedoch auch Schicht im Schacht: Wenn dieser Tage „Perished Bodies“ erscheint, sind PLANKS schon längst Geschichte. Aus verschiedenen Gründen, die in unserem Interview nachzulesen sind, lösten die Musiker die Band bereits 2014 auf. Dass sie „Perished Bodies“ trotzdem noch veröffentlichen, ist in diesem Kontext ein Segen – wäre den Fans sonst doch ein wahres Meisterstück vorenthalten geblieben.

Basierend auf dem Sound, den die Band bereits mit „Funeral Mouth“ für sich patentiert hatte, gehen PLANKS bei ihrem letzten Streich noch einen Schritt weiter: Jedes Detail, jedes Element wirkt nochmal ausgefeilter, präziser und runder als auf dem sowieso schon starken Vorgänger.
In erster Instanz ist das dem Sound zu verdanken, der zwar die Gitarren düsterer, das Gesamtwerk dennoch transparenter und prägnanter erklingen lässt. So stechen all die großen und kleinen Details, mit denen PLANKS ihre Kompositionen ausstaffiert haben, deutlich mehr heraus: Die vielen melancholischen Clean-Gitarren, die Dynamik im Schlagzeugspiel, die Ausdrucksstärke der deutlich melodischeren, griffigeren Riffs. Vor allem aber der Gesang macht „Perished Bodies“ spannender als jedes PLANKS-Album zuvor: Bereits im zweiten Song, dem grandiosen „Nothing Will Ever Change“, begeistert Ralph Schmidt mit einer mehr als gelungenen Kombination aus melodischem Klargesang und seinen harschen Verzweiflungs-Vocals. Wer das Album nach diesem Meisterwerk noch nicht ins Herzen geschlossen hat, wird kein PLANKS-Fan mehr. Für alle Fans hält „Perished Bodies“ jedoch noch weit größere Überraschungen bereit – „She Is Alone“ ist eine davon. In der für PLANKS-Verhältnisse über weite Strecken sehr ruhigen Nummer liefert sich Ralph Schmidt mit Leonie von Svuffer ein hinreißendes Duett, das an Intensität seinesgleichen sucht.
Wer bei all dieser Melodik nun befürchtet, PLANKS seien auf ihre alten Tage verweichlicht, sei beruhigt: Dem ist definitiv nicht so. Zwar taucht auch in „Bliss In All Sorriws Found“, das hinsichtlich seiner Riffs an die Bonner Valborg denken lässt, nochmal schattenhaft Klargesang auf, danach geht es jedoch zurück in die düstere Tiefe, in der Sludge-Gitarren und Schreie vorherrschen, bevor „The Sacrifist, Pt.II (What Dies Walking Away Leave Us)“ melancholisch-düster zuende bringt, was sein Pt. I als Opener begann.

Perished Bodies“ komplettiert nicht nur die Trilogie, die mit den Konzeptalben „The Darkest Of Grays“ und „Funeral Mouth“ ihren Anfang nahm, sondern auch das Werk von PLANKS ganz allgemein. So schade es auch ist, dass sich diese großartige Band aufgelöst hat – mit „Perished Bodies“ haben sie sich zumindest ein ihrer würdiges Denkmal gesetzt.

Wertung: 9 / 10

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