CD-Review: Reverend Bizarre - Harbinger Of Metal

Besetzung

Albert Witchfinder - Gesang, Bass
Peter Vicar - Gitarre
Earl Of Void - Schlagzeug

Tracklist

01. Harbinger
02. Strange Horizon
03. The Ambassador
04. From The Void
05. The Wandering Jew
06. Into The Realms Of Magickal Entertainment
07. Dunkelheit


Für alle Metaller, die unter einem schwachen Herzen leiden und keine Aufregung vertragen, wurde diese CD konzipiert: Reverend Bizarre sind ein finnischer Vertreter des ausgesprochen langsamen Doom Metal. Sie verstehen sich als eine Nachfolgeband der großen Klassiker wie St. Vitus, Witchfinder General oder gar Black Sabbath und haben mit „Harbinger Of Metal“ ein, wie ich finde, recht fragwürdiges Werk abgeliefert. Sieben Tracks haben die Jungs im Gepäck (inlusive Burzum-Coverversion „Dunkelheit“), und die Durchschnittsdauer der Songs auf diesem Album beträgt 10.34 Minuten (inklusive Intro und zweier Interludes), was richtig schließen lässt: Ja, es gibt gewaltige Längen und verdammt wenig Höhepunkte. Einzelne Riffs werden endlos in die Länge gezogen und zahlreiche Wiederholungen sorgen für Gähner.
Andererseits bietet die Songstruktur, wenn man genau darauf achtet, doch kein allzu einseitiges Bild, es handelt sich keineswegs um völlig homogenen Soundbrei. Die drei Musiker verstehen mit ihren Instrumenten umzugehen (besonders der Bass klingt teilweise sehr abgefahren), auch der Gesang ist wohl passabel, der Sound an sich ist wirklich satt und weiß zu gefallen.

Nur muss ich klipp und klar sagen: Diese CD ist nichts, was man aufmerksam hören muss, um komplexe, verspielte Arrangements auf sich wirken zu lassen. Nein, hier wird spannungsarmer Doom Metal geboten, das muss von Anfang bis Ende klar sein. Da helfen die dezenten Orgeltöne zum Schluss von „Strange Horizon“ nichts, auch nicht der ins Growling gehende Gesang oder das fünfminütige, psychedelische Drumsolo bei „From The Void“, auch nicht das widerhallende Gitarrensolo bei „The Wandering Jew“. Die Musik fließt wie eine zähe Masse aus den Boxen und versucht zu betören, was aber wohl eher nur bei wahren Doom-Freaks gelingen mag, für den Rest ist diese Scheibe einfach zu sperrig. Dass dieses Album nicht wirklich zünden kann, liegt wohl an den Songs Marke XXL und den ewigen Wiederholungen, die das Ohr nach einer bestimmten Zeit einfach abschalten lassen. Dies verschafft der CD aber auch gewissermaßen eine Daseinsberechtigung, denn zum Abschalten taugt „Harbinger Of Metal“ allemal.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Niemand kann erwarten, dass Doom Metal eine Überraschung nach der anderen mit sich bringt, aber ein gewisser Spannungsbogen sollte meiner Meinung nach schon bestehen. Und das ist mit Songs, die sich teilweise über mehr als 20 Minuten erstrecken und einer Band, die nur aus Bass, Schlagzeug, Gesang und einer Gitarre besteht, einfach schwierig. Klanglich spricht nichts wirklich gegen dieses Album, nur ist alles viel zu sehr in die Länge gezogen und daher ganz schön öde. Man hat einfach den Eindruck, dass „Harbinger Of Metal“ aus einer Sammlung von vier, fünf verschiedenen Gitarrenriffs zusammengebastelt wurde, mit unspektakulärem SloMo-Drumming und Bass der Marke Cannabis garniert, was über eine Spielzeit von 74 Minuten nicht durchgehend begeistern kann.

Bewertung: 4 / 10

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