Review Reverend Hound – Beyond Savagery

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Heavy Metal

REVEREND HOUND entstanden im vergangenen Jahr aus den Überresten der 2004 gegründeten Formation Savage. Genau genommen sind 4/5 der Savager Besetzung nun in REVEREND HOUND aktiv. Lediglich am Mikro gab es im Rahmen der Umbennenung auch einen Wechsel. „Beyond Savagery“ ist das erste Album der Bajuvaren. Im Titel wird noch mal augenzwinkernd auf die Vergangenheit hingewiesen. Der Name REVEREND HOUND geht übrigens auf das Computerspiel „Fallout 3“ zurück.

Die Münchner lassen es auf „Beyond Savagery“ ganz schön krachen. Erholungspausen gibt es kaum. Der Sound ist bestimmt von treibenden Drums, kräftig pumpendem Bass und knackigen Riffs. Allerdings erstickt die Musik nicht in blindem Gebolze. Die Hooklines sind eingängig, die Leads melodisch und die Höhepunkt gut erarbeitet.
Stilistisch verbinden REVEREND HOUND traditionellen 80er-Metal mit druckvollem, modernen Sound und würzen das Gesamtbild mit einer gut berechneten Prise Thrash Metal. Die Songs profitieren von dieser Mixtur. Melodie und Dynamik halten sich die Waage. „Beyond Savagery“ enthält astreine Headbanger-Ware, die durch die Vereinigung von Eingängigkeit und kompromissloser Power live sicherlich noch etwas besser fruchtet.

Kompositorisch spielt sich der 7-Tracker auf einem gleichbleibend guten Level ab. Dadurch fällt das gezielte Herauspicken von Highlights schwer. Mir gefallen „Death At The Doorstep“ mit seiner gelungenen Verknüpfung von melodischen Leads und wuchtigem Rhythmus und das vielschichtigere „Violent Lullaby“ am besten. Noch druckvoller sind „The Way Of The Gun“ und „Into The Pit“, bei denen die thrashigen Anteile mehr in den Vordergrund rücken. „War Of The Wolves“ hat sicherlich das interessanteste Mainriff, nur hätte hier der Höhepunkt noch mehr herausgestellt werden müssen. Dann wäre es wohl der Top-Hit des Albums geworden. Als Ausfall würde ich es dennoch nicht bezeichnen, einen solchen gibt es in songwriterischer Hinsicht auch gar nicht.

Der einzige Makel, der „Beyond Savagery“ etwas nachhängt, liegt im gesanglichen Bereich. Sebastian Paulus´ Stimme hat zwar einen ureigenen Charakter, der auch zu den oldschooligen Einflüssen passt, jedoch klingt es manchmal so, als hätte er einfach Schwierigkeiten, gegen die Instrumentalmacht anzukämpfen. Es fehlt dann irgendwie an der letzten Ausdruckskraft. Den Leutchen an den Instrumenten kann ich durchweg eine einwandfreie Leistung bescheinigen. Es gehört schon einiges dazu, diesen permanent wuchtigen Groove mit dem melodisch-virtuosen Gitarrenspiel auf solch gekonnte Weise zu verbinden. Da passt alles, da sitzt jeder Ton an der richtigen Stelle und sind die einzelnen Elemente gut aufeinander abgestimmt. Auch bei der schön kraftvollen Produktion wurden offenbar keine Kosten gescheut.

REVEREND HOUND überraschen auf ihrem Erstwerk mit einer ziemlich professionellen Leistung. Im instrumentellen und kompositorischen Bereich sollten sie genau auf dieser Linie weitermachen. Und ich hoffe, dass gesanglich noch eine Steigerung möglich ist. Das würde die musikalische Qualität noch erhöhen. Wer auf druckvollen Heavy Metal der traditionellen Art steht, sollte „Beyond Savagery“ antesten. Es ist für 6 Euro + 2 Euro Versand über die Kontaktadresse webmaster@reverendhound.de orderbar, was man angesichts der Klasse durchaus als Schnäppchen ansehen darf.


Wir weisen darauf hin, dass in der hier besprochenen Band ein Redaktionsmitglied von Metal1.info aktiv ist. Selbstverständlich sind wir auch in solchen Fällen stets um professionelle Distanz bemüht. Eine direkte Einflussnahme des betreffenden Redakteurs auf Text oder Wertung schließen wir aus.

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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