CD-Review: Reverend Hound - Release The Hounds

Besetzung

Sebastian Paulus – Gesang
Thomas Meyns – Gitarre
Sebastian Weinstock – Gitarre
Markus Brendel – Bass
Felix Indra – Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Intro
02. Runaway Train
03. Among The Pigs
04. Hell Is Here
05. Off Beaten Tracks
06. The Locust King
07. Heavy Metal Thunderstorm
08. Zombie Apocalypse


Sieben Jahre sind ins Land gegangen, seit die Münchner Thrash-Combo REVEREND HOUND mit ihrem Debüt „Beyond Savagery“ erstmals von sich hören ließen. Eine lange Zeit, die trotz ettlicher Konzerte sicherlich nicht eben ideal war, um sich eine Fanbase aufzubauen. Dafür aber auch viel Zeit, um sich musikalisch weiterzuentwickeln – und das ist für junge Bands schließlich entscheidend. Nun erstatten die Thrasher mit ihrem zweiten Album Rapport und soviel sei vorweggenommen: Es hat sich einiges getan bei REVEREND HOUND.

Passend zum schmissigen Titel „Release The Hounds“ blecken auf dem Cover fünf Kettenhunde die Zähne. Obwohl dieses Motiv unzählige Möglichkeiten einer kitschigen oder ganz und gar misslungenen Umsetzung bietet, können REVEREND HOUND hier bereits den ersten Punkt einfahren: Modern und doch nicht künstlich, farblich herausstechend und doch nicht kitschig ist das Cover nicht nur um Welten besser als das Schwammerl auf dem Debüt, sondern macht auch direkt Lust auf mehr – also los, „Release The Hounds“!

Ein pathetisches Clean-Gitarren-Intro eröffnet den Reigen überraschend friedlich – das martialische Schlagzeug und die sich dazugesellenden Distortion-Gitarren künden jedoch schon bald von der Härte, die den Hörer erwartet. Und richtig: Gleich der erste Track „Runaway Train“ wartet mit flottem, aber melodischem Thrash Metal auf. Knackige Riffs treffen auf versiertes Gitarrenspiel, aus dem sich die Leadgitarre immer wieder löst und zu furiosen Solo-Läufen aufmacht. Das muss man mögen – Freunden des puristischen, riffbasierten Thrash dürfte das Gefrickel auf Dauer zu viel des Guten sein. Doch nicht zuletzt, weil sich REVEREND HOUND diese Spielerein auf technisch hohem Niveau (ihren spielerischen Fertigkeiten sei Dank) durchaus erlauben können, dürften gerade Fans von Melodic-Thrash- und traditionellem 80er-Metal hier ihre Freude haben. Doch REVEREND HOUND können auch brachial: „Among The Pigs“ beispielsweise ist nicht nur in den schnellen, sondern gerade auch in den Midtempo-Passagen ein echter Brecher. Die stilistische Vielfalt, die REVEREND HOUND auf „Release The Hounds“ ist generell ein großes Plus für die Münchner – langweilig wird „Release The Hounds“ so schnell nicht. Allerdings fordert diese Vielfalt ihren Tribut: Während die Instrumentalisten munter voranpreschen, kommt der Sänger trotz hörbaren Engagements leider nicht immer hinterher und stößt hie und da an die Grenzen seines Könnens. Wirklich schlimm ist das zwar nie, aber oft schade: So manchem Song hätte man einfach etwas mehr Biss gewünscht. Andererseits: So bleibt dem ansonsten sehr professionellen Album ein gewisser, sympathischer Underground-Charme erhalten

Alles in allem sind REVEREND HOUND mit ihrem Zweitling „Release The Hounds“ überraschend schnell aus den Kinderschuhen herausgewachsen: Sound, Songs und Fingerfertigkeit der HOUNDS können sich hören lassen. Wer auf melodischen Thrash Metal steht und die hiesige Underground-Szene unterstützen möchte, sollte hier zuschlagen – spätestens beim bierseligen Mitgrölen von „Heavy Metal Thunderstorm“ fällt der eine oder andere Wackler im Gesang eh nicht mehr auf.

Bewertung: 7.5 / 10

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