Review Sabbath Assembly – A Letter Of Red

  • Label: Svart
  • Veröffentlicht: 2019
  • Spielart: Hard Rock

Der Gitarrist spielt auch bei Gorguts, die Sängerin stand ehemals bei Hammers Of Misfortune hinterm Mikro – an namhaften Referenzen mangelt es den musikalischen Lebensläufen der Mitglieder von SABBATH ASSEMBLY nun wirklich nicht. Seit ungefähr zehn Jahren veröffentlichen die Amerikaner mindestens alle zwei Jahre ein neues Album, welches stets in der weihrauchverhangenen Grauzone zwischen Psychedelic Rock und Doom Metal rangiert. So verhält es sich auch auf ihrer sechsten Platte mit dem Titel „A Letter Of Red“, auf dem sich SABBATH ASSEMBLY allerdings der vorsichtigen Prog-Annäherungen der Vorgängerveröffentlichung „Rites Of Passage“ entledigen und stattdessen auf kürzere, vom Hard Rock der 70er Jahre inspirierte Tracks setzen.

Dass seitens des Labels zum Vergleich neben Judas Priest, Heart und Jethro Tull auch auf Current 93 verwiesen wird, legt schon vorweg nahe, dass sich die Platte nicht ausschließlich aus verstaubten Classic-Rock-Versatzstücken zusammensetzt. Der fetzige, zugleich aber auch herrlich lässige Drive, mit dem SABBATH ASSEMBLY schon den mysteriösen Opener „Solve Et Coagula“ und auch viele der übrigen Tracks vorantreiben, steht zwar ganz klar in der Tradition der alten Rock-Schule, wird jedoch mit ausreichend andersartigen Elementen angereichert, um nicht altbacken zu klingen.

Erwähnenswert sind in dieser Hinsicht vor allem die sphärischen Electro-Sounds wie etwa im galoppierenden „The Serpent Uncoils“, auf dem SABBATH ASSEMBLY darüber hinaus zum Ende hin mit stimmungsvoll zurückgelehnten Leadgitarren begeistern, sowie das psychedelisch-verwaschene Gitarrenspiel, das insbesondere dem abschließenden Achtminüter „A Welcome Below“ zu seinem fast schon friedlichen, weltentrückten Grundton verhilft. Das Herzstück der Platte – und das nicht bloß dem Namen nach – bildet in Sachen Atmosphäre jedoch unzweifelhaft „Weighing Of The Heart“: In den Strophen von neofolkigen Akustikgitarren und im Refrain von tiefgründigen Doom-Leads getragen, entpuppt sich der im Album mittig platzierte Track schnell als der Inbegriff mystischer Tonkunst.

Die Magie, die SABBATH ASSEMBLY hier heraufbeschwören, geht in manchen der anderen Stücke jedoch leider ein wenig verloren, weil diese entweder zu uninteressant („From The Beginning“) oder nicht ganz schlüssig arrangiert wurden. Letzteres nimmt vor allem dem geheimnisvollen Gesang viel von seinem Reiz. Frontfrau Jamie Myers hat ihre Stimme zwar so weit unter Kontrolle, dass sie alle Töne trifft und vereinzelt sogar einen dezenten Grusel-Vibe einbringt, die gesungenen Melodien könnten allerdings willkürlicher nicht sein. Neben der einfallsreichen Instrumentierung machen die Vocals somit leider einen ziemlich eindimensionalen Eindruck, obwohl sich durchaus ein paar eingängige Hooklines finden lassen.

Obwohl man nicht erst lange über Genres sinnieren muss, um zu erkennen, dass SABBATH ASSEMBLY zu den Sprösslingen des nach wie vor andauernden Okkult-Rock-Trends zählen, kann man den Amerikanern zumindest zugutehalten, dass sie mit ihrem Mix aus Doom Metal, Psychedelic und Hard Rock sowie Neofolk auf „A Letter Of Red“ einen recht interessanten Ansatz gewählt haben. Der kreativen, wenn auch nicht immer ganz flüssigen Instrumentierung steht zwar unerfreulicherweise eine kaum jemals denkwürdige Gesangsperformance gegenüber, dennoch haben SABBATH ASSEMBLY mit ihrer sechsten LP alles in allem eine solide, stellenweise sogar bemerkenswerte Platte kreiert, die deutlich über dem qualitativen Oldschool-Rock-Durchschnitt liegt.

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Wertung: 7 / 10

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