CD-Review: Slaughter To Prevail - Misery Sermon

Besetzung

Alexander "Alex Terrible" Shikolai - Gesang
Jack Simmons - Gitarre
Sam Baker - Gitarre
Slava Antonenko - Gitarre
Filipp Kucheryavyh - Bass
Anton Poddyachy - Schlagzeug

Tracklist

01. Misery Sermon
02. Russian Hate
03. Chronic Slaughter
04. King
05. Failed Hope
06. Born To Die
07. 666
08. The Hell In Man
09. Malice Of Rites
10. Below
11. Cultural Ills


SLAUGHTER TO PREVAIL ist eine Deathcore-Band, die auch als Russian Hate Crew bekannt ist. Nach der EP „Chapters Of Misery“ im Gründungsjahr und der, mit dem Vertrag bei Sumerian Records verbundenen, Neuauflage inkl. abgeändertem Artwork und Bonus-Titel im Jahr 2016, legen die Musiker nun das Debüt „Misery Sermon“ vor. Als Haupteinflüsse gibt Frontmann Alex Suicide Silence, Bring Me The Horizon und Carnifex an.

Vorab sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ebendieser sich im Jahr 2015 mit Vorwürfen konfrontiert sah, er würde sich im politisch rechten Spektrum bewegen. Als Gründe dafür wurden u.a. angeführt, dass er eine schwarze Sonne am Ellbogen tätowiert hat, er rechte Künstler aus Russland unterstützt habe und sich in Kleidung von Thor Steinar oder White Rex gezeigt habe. Die Band veröffentlichte in der Folge ein Statement ihres Fronters: „I want to make clear that neither me nor the band and our crew support and/or tolerate any type of Nazism, racism or fascism. Love music, fight racism.“ Zumindest die Texte betreffend finden sich keine Hinweise auf eine tatsächlich rechte Gesinnung, die SLAUGHTER TO PREVAIL mit ihrer Musik in die Welt tragen. Ob jetzt Unwissenheit oder Naivität die Grundlage für diese Vorwürfe war, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist, dass besagte Artikel nicht mehr als vage Verdachtsmomente bieten, die für den Boykott einer aufstrebenden Band unserer Meinung nach nicht aussagekräftig genug waren.

Der eröffnende Titelsong bietet im Intro eine unterkühlte Black-Metal-Atmosphäre mit Doublebass-Einsatz, bevor der eigentliche Deathcore brutal durchschlägt. Zwischen die düster-brachialen Riffwände und todesmetall-lastigen Gesang mischen sich wiederholt melodische Gitarrensequenzen, Black-Metal-angehauchte Screams, Gangshouts und auch dezent aufblitzende Keyboard-Untermalung. Im weiteren Verlauf rumpeln sich SLAUGHTER TO PREVAIL in garstiger Weise durch die knapp 45 Minuten Musik, die „Misery Sermon“ in sich vereint. Auch die genre-typischen Breakdowns dürfen da natürlich nicht fehlen, werden aber glücklicherweise nicht überstrapaziert. Zwar verlaufen die Songs dadurch auch mit fortlaufender Spieldauer in einer Art Gleichförmigkeit, was für Deathcore-Bands aber auch nicht zwingend unüblich ist. Ein besonderes Merkmal der Titel ist, dass zwischen die vorrangig englischsprachigen Texte auch wiederholt russische Zeilen eingeworfen werden. Den Abschluss des Albums bilden das starke „Malice Of Rites“, das verspielte Instrumental „Below“ und das hasserfüllte „Cultural Ills“. Gerade diese drei Titel zeigen, welche Stärken in dieser noch jungen russischen Band schlummern, da sie auch einige neue Stilmittel einbinden und kleinere Experimente wagen.

Im Grunde ist SLAUGHTER TO PREVAIL mit „Misery Sermon“ ein lupenreines Deathcore-Album gelungen, dass nur minimal in die Richtung anderer Genres, beispielsweise Hardcore oder Black Metal, schielt. Zwar fehlt ihnen zu den Vorbildern (früherer) Suicide Silence etwas die Power und zu Bring Me The Horizon der Sinn für ausgeflippte Kompositionen, dennoch ist „Misery Sermon“ ein solides Debüt-Werk, das im Kreis der Deathcore-Jünger seine Anhänger finden wird. Beim nächsten Versuch dann bitte etwas mehr Mut zu schnelleren Passagen und eigenwilligeren Songaufbauten, dann kann es auch über den Genrerand für Metal-Fans richtig interessant werden.

Bewertung: 7 / 10

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