CD-Review: Sollertia - Light

Besetzung

James Fogarty – Gesang
VoA VoXyD – Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard

Gastmusiker:
Vanja Obscure (Martyrium) – Gesang

Tracklist

01. Adducantur
02. Abstract Object Theory
03. Pascal’s Wager
04. Enter The Light Eternal
05. Praying At The Chapel Perilous
06. The Devils Seethe
07. Mathematical Universe Hypothesis
08. Dark Night Of The Soul
09. Sisyphean Cycle
10. Positive Disintegration
11. Light


Mit „Pure“ feierten die norwegischen Black-Metal-Revolutionäre In The Woods… 17 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ihr lang ersehntes Comeback und riefen zugleich ihren neuen Leadsänger James Fogarty auf den Plan. Dass es sich bei ihm nicht einfach nur um einen ungeübten Grünschnabel handelt, belegen die vielen Projekte, in denen der Brite bereits tätig war, so zum Beispiel Ewigkeit oder Old Forest. Doch trotz all dem scheint der Sänger noch lange nicht ausgelastet zu sein, denn zusammen mit VoA VoXyD (ehem. Ad Inferna) hat er inzwischen eine weitere musikalische Spielwiese eröffnet: SOLLERTIA. Nun legen die Dark-Metaller mit „Light“ ihr vielversprechendes Debüt vor.

Nach den ersten beklemmenden Ambient-Sounds zeigt sich bereits im Intro „Adducantur“, dass sich SOLLERTIA nicht allzu weit vom neuen Material von In The Woods… distanzieren: Unheilvolle, hochmelodische Doom-Gitarrenleads geben sich ein Stelldichein mit zumeist schleppendem, aber schlagkräftigem Drumming. Ab dem nachfolgenden „Abstract Object Theory“ legt natürlich auch die wehmütige, manchmal etwas zu ausgezehrt wirkende Singstimme von Fogarty die Assoziation nahe, allerdings gibt er uns auf „Light“ vermehrt durch mathematische und technische Metaphern Einblick in seine leidgeplagte Gedankenwelt. Ergänzt wird der ein wenig zu eintönig klagende, aber solide dargebotene Klargesang von ein paar verstreuten, mächtigen Growls, die im wuchtigen „The Devils Seethe“ sogar die Oberhand gewinnen.
Vergleiche mit Katatonia, My Dying Bride und Paradise Lost sind nicht nur aufgrund der klagenden Cleans, der trübsinnigen Leads („Pascal’s Wager“) und der hoffnungslosen Stimmung, die SOLLERTIA so überzeugend transportieren, gerechtfertigt, sondern auch dadurch, dass sich das Duo in puncto Professionalität durchaus mit den genannten Dark-Metal-Institutionen messen kann. Dabei kann man SOLLERTIA keineswegs vorwerfen, dass sie bloß ihre Vorbilder nachahmen – sieht man von dem geradezu aufdringlichen Zitat von Tschaikowskis „Schwanensee“ in „Enter The Light Eternal“ ab.
Vielmehr erschafft sich das Zweigespann einen eigenen kleinen Kosmos der Düstermusik, in dem nicht nur die gängigen Stilmittel Platz haben, sondern auch klassisch anmutendes, tristes Piano, dezente und doch dramatische Symphonic-Keyboards sowie atmosphärische Electro-Klänge. Dennoch folgt „Light“ einem natürlichen, manchmal sogar etwas zu geradlinigen Fluss, der zwar nur von Zeit zu Zeit packende Höhepunkte („Praying At The Chapel Perilous“), dafür aber praktisch keinerlei Talfahrten durchläuft.

Die Kompositionen und der Gesang mögen auf den ersten Blick ein Stück zu einheitlich wirken, doch schlussendlich ist es wohl gerade dieser Konsistenz zu verdanken, dass „Light“ ein so stimmungsvolles und durchgehend gelungenes Album geworden ist. Trotz stilistischer Verweise auf andere Bands haben SOLLERTIA mit ihrer ersten Platte also bewiesen, dass sie definitiv eine Raison d’Être haben. Wer gerne den erwähnten Musikgruppen lauscht, wer Keyboard-lastigem Dark Metal nicht abgeneigt ist oder wer bereits durch „Pure“ auf James Fogarty aufmerksam geworden ist, der sollte SOLLERTIA jedenfalls unterstützen – auf dass man in Zukunft noch mehr von Ihnen hören wird.

Bewertung: 7.5 / 10

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