CD-Review: The Night Flight Orchestra - Amber Galactic

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Nuclear Blast
  • Spielart: Rock
Besetzung

Björn Strid - Gesang
David Andersson - Gitarre
Sharlee D' Angelo - Bass
Jonas Källsbäck - Schlagzeug
Richard Larsson - Keyboard, Synthesizer

Tracklist

01. Midnight Flyer
02. Star Of Rio
03. Gemini
04. Sad State Of Affairs
05. Jennie
06. Domino
07. Josephine
08. Space Whisperer
09. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet
11. Just Another Night


Retrowelle hin oder her, es gibt immer wieder Bands, die ihren völlig eigenen Sound kreieren und sich somit eine Nische schaffen, die noch kein anderer Künstler besetzt hat. Eine dieser Bands ist nunmehr definitiv THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA. Mit „Amber Galactic“ hat die Truppe um Björn „Speed“ Strid (Soilwork) ihr drittes Album veröffentlicht und es ist eine wahre Wundertüte.

So bewahrheitet sich der Verdacht, welchen man beim Betrachten des Covers bekommt, bereits nach wenigen Augenblicken. „Amber Galactic“ ist wirklich eine Wundertüte, gefüllt mit dem Besten – für einige vielleicht auch dem Klischeehaftesten – was die späten Siebziger und folgenden Achtziger zu bieten hatten. THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA pfeifen auf Konventionen und präsentieren elf gelungene Loblieder auf Bands wie Survivor und Foreigner, auf den Funk, den Classic Rock im Allgemeinen und sogar auf Disco Pop. Man merkt regelrecht, dass hier der Bauch und nicht der Kopf die Musik geschrieben hat, da absolut keine Zwänge zu finden sind. Dieser Silberling ist die konsequente Fortsetzung eines hoffentlich noch langen Weges der Band.
Was dies im Einzelnen heißt, kann an wenigen Beispielen festgemacht werden. So gibt es kraftvolle, direkt nach vorn gehende, Rocknummern wie „Midnight Flyer“ oder „Space Whisperer“, verspielten und etwas galanteren Classic Rock wie bei „Sad State Of Affairs“ oder „Josephine“ und tanzbare (Fast-)Disco-Nummern wie „Domino“ genauso wie Songs, die direkt aus einem Rocky oder Bloodsport Soundtrack entsprungen sein könnten („Something Mysterious“).

Völlig egal, in welche Richtung es nun geht, THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA haben Entspannung, Spaß und gute Laune im Gepäck. Selbst die omnipräsenten, von Richard Larsson bedienten Keyboards und Synthesizer sind hier kein Störfaktor, sondern einfach ein Teil des großen Spaßfaktors. Kleinere Samples, diverse Percussions und auch das ab und an auftauchende Saxophon gehören einfach auf ein Album wie „Amber Galactic“. THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA achten zudem penibel darauf, dass jedes Lied einen packenden Refrain präsentiert und dass die Melodien sofort im Ohr bleiben.

Allen elf Songs ist aber eines gemein, nämlich der kraftvolle, facettenreiche Gesang von Björn Strid. Es ist unglaublich, wie perfekt er jede einzelne Strophe und jeden Refrain trifft. Egal ob rockig und kratzig oder warm und gefühlvoll, Herr Strid bietet die gesamte Palette an. Seine Mitstreiter agieren glücklicherweise auf gleichem Niveau. David Andersson (Soilwork) zaubert immer wieder eingängige Riffs, perfekt sitzende Leads und verspielte Soli aus dem Handgelenk, sodass man gar nicht stillsitzen möchte. Groovy, Funky und Glittering sind hier keine ironischen Anspielungen auf irgendwelchen Kitsch, sondern die einfache Wahrheit. Drummer Jonas Källsbäck (Mean Streak) und Bassist Sharlee D’Angelo (Arch Enemy) geben den Takt, für all das, stets unaufdringlich vor und nur äußerst selten drängt sich jemand in den Vordergrund.

Fazit: Sollte man bis heute nach dem einen Album gesucht haben, welches das Prädikat „catchy“ verdient, dann haben THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA es mit „Amber Galactic“ nun endlich geliefert.

Bewertung: 9.5 / 10

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