CD-Review: Vampire - Rex

Besetzung

Hand Of Doom - Gesang
Black String - Gitarre
Sepulchral Condor - Gitarre
Command - Bass
Abysmal Condor - Schlagzeug

Tracklist

01. Prelusion
02. Rex
03. Inspiritus
04. Wiru-Akka
05. Pandemoni
06. Moloch
07. Rekviem
08. Serafim
09. Anima
10. Melek-Taus


Rückblick: In der ersten Hälfte der 2010er brach eine ganze Welle Retro-Death-Metal-Bands über die Szene herein. Sulphur Aeon, Miasmal, Tribulation, Morbus Chron, Chapel Of Disease und VAMPIRE lieferten beeindruckende, nach Tod und Verderben klingende Alben ab und hauchten dem Oldschool Death Metal neues Leben ein. Nahezu allen Bands dieser Periode war gemein, dass sie einen Hang zu Horrorthemen, Einflüsse aus dem Black Metal und eine Vorliebe für Theatralik hatten. Nach und nach wandelte sich aber der Sound der meisten Vertreter dieses Sub-Genres: Tribulation spielen heute Gothic Rock, Sulphur Aeon klotzen mit technisch hoch anspruchsvollen Songs, Chapel Of Disease bewegen sich irgendwo zwischen Post-Metal und Todesstahl und Miasmal sowie Morbus Chron haben sich aufgelöst. Und VAMPIRE? Die schwedischen Blutsauger scheinen absolut keine Lust auf Weiterentwicklung zu haben und servieren auch auf ihrem dritten Langspieler „Rex“ lupenreinen Oldschool Death mit Horror-Einflüssen. Doch kann das auch 2020 noch funktionieren?

Klare Antwort: Nein. Würden VAMPIRE eine eigene Nische im Retro-Horro-Death bedienen, wäre der Wow-Faktor bestimmt deutlich höher. Allerdings klingt auch „Rex“ – genau wie die Vorgänger – nach einer bunten Mischung aus Watain, Mercyful Fate, Dissection und Co. und damit null eigenständig. Damit gibt es über „Rex“ eigentlich nichts zu sagen, was nicht auch schon über die ersten beiden Alben der Truppe gesagt wurde. Die Songs wechseln zwischen episch („Serafim“), schauerlich-melodisch („Moloch“) und treibend („Rekviem“), ohne dabei wirklich mitreißend zu klingen. Innerhalb ihrer engen Genre-Grenzen machen VAMPIRE ihre Sache gut und sie haben definitiv verstanden, was den Sound ihrer großen Vorbilder ausmacht. Dennoch fehlt es der Truppe einfach an Eigenständigkeit und frischen Ideen.

Wirklich aufhorchen lässt nur „Anima“. Im Midtempo-Bereich angesiedelt, klingt der Song fast schon etwas proggig und sticht damit recht deutlich aus dem Rest der Scheibe hervor. „Anima“ klingt auch mal nicht zu 100 Prozent nach den Idolen der Vampire, sondern lasst so etwas wie einen eigenen Stil erahnen. Vielleicht ist die Nummer ja der erste Schritt hin zu einer stilistischen Erweiterung des Sounds der Schweden.

Unterm Strich bleibt ein klassisches Oldschool Death Album ohne große Überraschungen, dafür aber mit einem schicken Artwork. VAMPIRE-Fans werden ihre Freude an „Rex“ haben, der Rest kann aber auch einfach zu frühen Entombed und Co. greifen.

Bewertung: 7 / 10

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