CD-Review: Five Finger Death Punch - War Is The Answer

Besetzung

Ivan "Ghost" Moody - Gesang
Zoltan Bathory - Gitarre
Jason Hook - Gitarre
Matt Snell - Bass
Jeremy Spencer – Schlagzeug

Tracklist

01. Dying Breed
02. Hard To See
03. Bulletproof
04. No One Gets Left Behind
05. Crossing Over
06. Burn It Down
07. Far From Home
08. Falling In Hate
09. My Own Hellbr>10. Walk Away
11. Canto 34
12. Bad Company (Bad Company-Cover)
13. War Is The Answer

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FIVE FINGER DEATH PUNCH gehören zu der Sorte Band, die man nicht so schnell vergisst – so man sie denn aufmerksam gehört hat. Trotz (oder gerade wegen?) des langen Namens machten viele Leute in Europa lange einen Bogen um die Amerikaner. Vollkommen unbegründet, wie sich spätestens mit dem aktuellen Album „War Is The Answer“ herausstellen soll. Während die Kalifornier trotz beachtlicher Live-Präsenz in Europa noch keiner breiteren Masse bekannt sind, haben sie es in den USA längst in die Charts geschafft und sich mit ihrem unermüdlichen Tourdrang eine riesige Fanbase erspielt.

Nun also wurde Album Nummer zwei der Tothauer (der Bandname wurde von gleichnamigen Todesschlag aus „Kill Bill – Volumne 2“ entwendet) veröffentlicht und handelt mit den bekannten Trademarks der Band: nackenbrechenden Riffbrettern, dem markanten Gesang von Frontmann Ivan „Ghost“ Moody (man munkelt, dass sich der Spitzname auf seinen unsteten Lebenswandel zurückführen lässt) und der Rhythmus-Maschinerie Snell (Bass) und Spencer (Schlagzeug).
Der Opener „Dying Breed“ steuert dann gesanglich leicht in die Hardcore-Ecke, deutet hier und da mal einen Breakdown an, beweist dann aber schnell: allein darauf lassen sich die Ammis nicht eingrenzen. Stattdessen wird, wie auch mit „Hard To See“ und „Bulletproof“, auf den fließenden Wechsel zwischen Shouts (bei denen Sänger Ivan der Schaum vor dem Mund stehen dürfte) und klarem, extrem voluminösen Gesang in Verbindung mit einer Symbiose aus treibenden Basslinien und unverwechselbaren Gitarren-Leads von Mr. Bathory (der übrigens in Ungarn geboren wurde und einige Zeit in Europa lebte) selbst.

Wie ein roter Faden ziehen sich dabei sehr starke Refrains durch die gesamten 45:05 Minuten Spielzeit und sorgen nebenbei noch für einen beachtlichen Wiederkennungswert. Angelpunkt bei der ganzen Geschichte ist und bleibt dabei Frontsau Moody. Der legt alle Aggressionen, die er gerade parat hat in die Songs – und Titeln wie „No One Gets Left Behind“ und „Burn It Down“ nach zu urteilen, muss sich da auch allerhand angestaut haben. Das lyrische Geheimnis dahinter ist jedoch keinesfalls primitiver Natur, nein, eher das Gegenteil ist der Fall. „War Is The Answer“ beschäftigt sich mit den Fragen nach Sinn und Sein des Lebens, der menschlichen Psyche, aber teilweise auch politischen Themen und, getreu dem Titel, auch mit dem Krieg, der sich auf Schlachtfeldern in Afghanistan und Irak, aber auch im Inneren eines jeden Menschen abspielt. Und weil jede Kehle mal trocken wird und auch die Nackenmuskeln mal eine Verschnaufpause brauchen, wurde das Zweitlingswerk der Mannen von der Westküste mit ruhigeren Nummern gefüllt, die weit mehr als pure Lückenfüller sind. „Crossing Over“ ist einer dieser gemäßigteren Tracks, „Far From Home“ wartet sogar mit Streichern aus der Dose auf.
Trotz dieser Unterbrechungen vom Gemetzel sollte man sich nicht über das Gesamtbild der Scheibe hinwegirren lassen, denn: das ist ein vollkommen brachiales, von Krieg bestimmtes Stück Metal, dem von Gitarrist Zoltan Bathory auch einige europäische Einflüsse zugetragen worden sind.

Kurzum: FIVE FINGER DEATH PUNCH geben mit „War Is The Answer“ wieder Vollgas und führen das, was sie mit ihrem Debüt begonnen haben, kompromisslos fort. Insgesamt dürfte es Einigen vielleicht etwas zu kompromisslos ausgefallen sein, da der ein oder andere Song auch für eine neu arrangierte Version eines „The Way Of The Fist“-Titels gehalten werden könnte. Letztendlich setzt man aber auf deutlich weniger Klargesang und gibt dafür kräftiger auf die Kauleiste. Einen wirklich großen Langzeitfaktor an Spaß besitzt „War Is The Answer“ zwar nicht, wird dafür aber – zumindest eine Zeit lang – jeden begeistern, der die Schnittmenge aus Stone Sour, Soil, Slipknot, Disturbed und Godsmack mit einem großen Anteil an Individualität sucht. Und wenn das Quintett bei seinem aktuellen Veröffentlichungstempo bleibt, dürfen wir spätestens 2011 eh mit neuem Material rechnen.

Bewertung: 7.5 / 10

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