CD-Review: Fozzy - Chasing The Grail

Besetzung

Chris "Jericho" Irvine - Gesang
Rich Ward - Gitarre
Sean Delson - Bass
Frank "Bud" Fontsere - Schlagzeug

Tracklist

01. Under Blackened Skies
02. Martyr No More
03. Grail
04. Broken Soul
05. Let The Madness Begin
06. Pray For Blood
07. New Day's Dawn
08. God Pounds His Nails
09. Watch Me Shine
10. Paraskavedekatriaphobia (Friday The 13th)
11. Revival
12. Wormwood

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Der Kanadier Chris Irvine, der Sänger von FOZZY, ist Wrestling-Fans bestens bekannt. Als Chris Jericho durchlief er die rennomiertesten amerikanischen Wrestling-Ligen wie ECW oder WCW um schließlich beim “Marktführer” WWF (jetzt WWE) groß herauszukommen. Ob nun Musiker oder Wrestler sein Hauptjob ist, darüber lässt sich wohl streiten. Bislang ist er zweifelsohne als Wrestler erfolgreicher. Tatsache ist aber, dass er 2000 die Band FOZZY gründete, mit der er nun sein viertes Studioalbum “Chasing The Grail” veröffentlicht. Jericho zur Seite stehen Musiker, die parallel auch bei der amerikanischen Crossover-Truppe Stuck Mojo aktiv sind oder waren.

FOZZYs Stil ist im traditionellen Heavy Metal verwurzelt. Es fließen aber auch Anleihen bei anderen Genres wie Epic Metal, Thrash Metal und Alternative Metal mit ein. Darüberhinaus haben manche Songs durch viele Wechsel und sich ändernden Intensitäten eine progressive Ausrichtung.
Anfangs wurden FOZZY als Coverband verschrieen, waren die beiden ersten Alben doch von Coverversionen bekannter Künslter geprägt. Doch seit dem 2005er-Werk “All That Remains” mit ausschließlich eigenen Kompositionen hat sich das geändert. Die amerikanisch-kanadische Vereinigung zeigt, dass sie auch das Zeug zu gutklassigem Songwriting hat.
Auch auf “Chasing The Grail” kann man sich davon überzeugen. Mit einer gekonnten Mixtur aus Power und Melodie fräsen sich einige Stücke schnell in die Gehörgänge. Die Songs bauen auf kräftigem, treibendem Groove auf. Durch vielseitige Riffs und den Klang von Jerichos Stimme kommt die melodische Komponente ins Spiel. Überhaupt muss man sagen, dass Chris Jericho seine Arbeit als Metal-Sänger gut macht. Er hat eine ausdrucksstarke Stimme mit diesem leicht rauhen, aber schön melodischen Timbre. Er kann Töne gut halten und so die Höhepunkte perfekt ausreizen.
Als Anspieltipps würde ich das kraftvoll-straighte “Martyr No More”, das emotionale “Broken Soul”, das sehr energetische “Pray For Blood”, das epische “New Day’s Dawn” und den unheimlich vielschichtigen Longtrack “Wormwood” nennen. Andere Stücke wie das sehr Alternative angehauchte “Let The Madness Begin” können bei mir nicht so punkten, doch ist das wohl auch Ansichtsache.

FOZZY geben sowohl technisch als auch kompositorisch eine gute Figur ab. Auch wenn jetzt nicht jeder Song der absolute Hammer ist, spielt sich “Chasing The Grail” auf klar überdurchschnittlichem Niveau ab. Für den Heavy Metal-Fan, der auch mal ein bisschen über den Tellerrand schauen kann, gibt es hier vielfältiges und -schichtiges Material zu entdecken. Ich denke, FOZZY können sich nun endgültig als ernstzunehmende Metal-Band etablieren und Chris Jericho macht sich auch als Musiker einen Namen.

Bewertung: 7.5 / 10

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