Interview mit Andreas Bjulver Paarup von Cabal

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CABAL sind vielleicht die spannendste Band im dänischen Metal- und Deathcore-Zirkus. Nachdem ihr Debütalbum „Mark Of Rot“ aus dem Jahr 2018 von Presse und Fans sehr gut aufgenommen wurde, hat das Quintett in diesem Jahr seine zweite Platte „Drag Me Down“ nachgelegt. Ein guter Grund, mit Schreihals Andreas Paarup über das neue Full-Length, die Entwicklung der Band sowie die dänische Szene zu sprechen.


Hey! Danke für Deine Zeit. Wie läuft es momentan?
Alles in allem läuft es ziemlich gut.

Viele unserer Leser sind mit CABAL vielleicht nicht vertraut. Möchtest Du uns die Band vorstellen?
CABAL ist eine dänische Metal-Band, die sehr harte und düstere Musik spielt. Wir haben unseren ersten Song Ende 2015 veröffentlicht und machen seither einfach unser Ding.

Vor kurzem hat ihr euer zweites Album „Drag Me Down“ veröffentlicht. Wie waren die Rückmeldungen bisher? Bist du zufrieden damit, wie es geworden ist?
Die Rückmeldungen waren verdammt gut, insgesamt scheint es, dass es allen Kritikern und unseren Kollegen gefällt, aber vor allem scheint es unseren Fans wirklich zu gefallen. Wir sind sehr stolz auf die Platte, die wir herausgebracht haben und sehr zufrieden mit der ganzen Sache.

In eurer Musik verbindet ihr Einflüsse aus verschiedenen Genres wie Death Metal, Hardcore, Doom und Djent. Welche Bands sind eure größten Einflüsse und woher bezieht ihr eure Inspiration?
Eine der größten Inspirationen für unsere Musik muss Meshuggah sein, aber wir lassen uns von allem, vom skandinavischen Black Metal bis hin zur neuen Welle des Beatdown, Hardcore und Metalcore inspirieren.

Euer Debüt „Mark Of Rot“ wurde vor zwei Jahren veröffentlicht und erhielt gute Kritiken aus der ganzen Welt. Gibt es etwas, das ihr bei „Drag Me Down“ anders machen wolltet? Warum ist es deiner Meinung nach besser als euer erstes Album?
Wir wollten, dass jeder Song auf „Drag Me Down“ einzigartig klingt, was zu einem spannenderen und dynamischeren Hörerlebnis führt, weshalb es unserer Meinung nach auch eine bessere Platte ist als „Mark Of Rot“.

Könntest du uns bitte etwas über das Songwriting erzählen? Waren alle beteiligt oder schreibt ein Bandmitglied die Stücke für CABAL?
Chris, der zufällig als Vollzeit-Metal-Produzent arbeitet, ist unser Hauptsongwriter. Er schreibt Demos für alle Instrumentalstücke, nimmt sie auf und schickt sie an uns zurück. Wir lassen dann alle unsere „Korrekturen“ und Ideen einfließen. Dann schreibe ich einige Texte und nehme den Gesang so auf, wie ich denke, dass er gemacht werden sollte, und die anderen werden das wieder kommentieren und „korrigieren“. Das ist so ziemlich unser Songwriting-Prozess.


„Drag Me Down“ ist von einer dunklen und unheilvollen Atmosphäre umgeben. Wie hängt der instrumentale Ansatz mit den Lyrics zusammen? Worum geht es in den Liedern?
Die Instrumente verbinden sich sehr stark mit dem lyrischen Inhalt, da sie genauso düster und aggressiv sind. Die Lieder auf dieser Platte sind hauptsächlich ein Ventil für sehr dunkle persönliche Dinge wie Depressionen, das Akzeptieren von Verlusten und Leiden als Teile des Lebens – und weitere nicht sehr fröhliche Themen.

Während es auf dem neuesten Release viele aggressive und schnell vorpreschende Songs gibt, gibt es einige Stücke, die eine andere Seite von CABAL zeigen. Ich würde gerne mit dir über diese Tracks sprechen: „Sjælebrand“ sticht durch seine sehr langsamen, von Doom inspirierten Riffs hervor. Wie ist dieser Track entstanden und wie verbindet er sich mit den anderen Songs auf „Drag Me Down“?
Wie ich bereits sagte, wollten wir jeden Song einzigartig machen, und wir dachten, es wäre cool, einen Song zu haben, der ein bisschen Sludge-lastiger ist als die meisten Sachen, die wir je gemacht haben. Er fügt sich auf die gleiche Art und Weise wie die anderen Songs in das Album ein: durch das Thema des Textes und durch die Tatsache, dass er im Kern sehr CABAL-mäßig ist, trotz der unterschiedlichen Herangehensweise im Songwriting.

Ein weiterer herausragender Titel ist „The Hangman’s Song“ mit seinem gnadenlosen Intro-Riff und den Tempowechseln. Was ist die Bedeutung von diesem?
In diesem Lied geht es darum, zu akzeptieren, dass man Opfer bringen muss, um sich auf dieses ganze Musiker-Leben konzentrieren zu können und dass es Druck von der Gesellschaft geben wird, mit dem man umgehen und den man akzeptieren muss.

Die Features sind auch sehr interessant. Mit Jamie Hails (Polaris) und Kim Song Sternkopf (Møl) konntet ihr die Sänger von zwei der vielversprechendsten Newcomern in der Metal-Szene für „Drag Me Down“ gewinnen. Der dritte Mann auf dieser Liste ist kein Geringerer als Matt Heafy von Trivium. Warum habt ihr ausgerechnet diese drei Gastmusiker ausgewählt und wie habt ihr sie davon überzeugt, die Features zu machen?
Wir haben sie ausgewählt, weil wir grundsätzlich der Meinung sind, dass alle sehr talentiert sind in dem, was sie tun. Aber auch, weil sie alle Metal auf eine ganz andere Art und Weise machen als wir. Aus diesem Grund dachten wir, es wäre spannend, sie mit einzubeziehen, um zu sehen, was das zu den Tracks beitragen würde.

Warum habt ihr „Tongues“ und „Bitter Friend“ als Lead-Singles gewählt?
Weil diese beiden Lieder die Variation, die auf „Drag Me Down“ zu finden ist, sehr schön darstellen.

Wenn du das Album in einem Satz beschreiben müsstest – was würdest du sagen?
Düster. (lacht)

Welche Auswirkungen hat Covid-19 auf CABAL und eure Pläne als Band?
Nun, alle unsere Shows, die wir für diesen Frühling geplant haben, einschließlich unserer Release-Party, wurden entweder abgesagt oder verschoben. Das Gleiche gilt für alle unsere Sommershows. Also bedeutet es im Grunde genommen, dass all unsere Pläne nicht realisiert werden konnten.

Was sind eure Pläne für die Zeit nach der Pandemie?
Hoffentlich können wir die Tournee mit Humanity’s Last Breath, Black Tongue und ein paar weiteren spielen und dann fangen wir einfach mit der Arbeit an der nächsten Platte an.

Zwar hat Dänemark im Laufe der Jahre einige berühmte Bands hervorgebracht – zum Beispiel King Diamond, Volbeat oder Heilung – doch hat es nie eine Core-Band gegeben, die internationale Erfolge verbuchen konnte. Nun konnten sich in den letzten Jahren Bands wie ihr, Aphyxion oder Ghost Iris einen Namen machen. Wie kommt es, dass sich die dänische Szene erst etwa 15 Jahre nach dem großen Aufstieg von Metal- und Deathcore zu entwickeln scheint?
Nicht zu vergessen Siamese, Vola und Møl. (lacht) Nun, es gab in Dänemark Bands, die diese Genres gespielt haben, als alles noch ganz frisch war, aber die meisten von ihnen waren musikalisch nicht so großartig und diejenigen, die es waren, waren nicht gut darin, ihre Musik über die Landesgrenzen hinaus bekanntzumachen. Ein großer Teil davon, dass Dänemark nun in der modernen Metal-Szene neben all den grandiosen Bands auf die Landkarte gesetzt wurde, ist Mirza von Prime Collective zuzuschreiben. Er war einer der wenigen Menschen, die bereit waren, mit Bands dieser Genres zu arbeiten und in sie zu investieren, obwohl sie in der dänischen Szene historisch gesehen nicht gut abgeschnitten haben.

Wo siehst du CABAL in zehn Jahren?
Hoffentlich ein ganzes Stück näher daran, nachhaltig davon leben zu können.

Mit welcher Band würdest du gerne auf Tournee gehen?
Meshuggah offensichtlich, Knocked Loose, Thy Art Is Murder, Fit For An Autopsy … die Liste ist schier endlos. (lacht)

Magst du uns eine lokale Band empfehlen, bei der wir auf jeden Fall reinhören sollten?
Ich gebe dir ein paar, nach denen du Ausschau halten sollten: Lifesick, Rot Away und DTHRXNR.

Am Ende jedes Interviews machen wir das traditionelle Metal1.info-Brainstorming. Ich gebe dir ein paar Worte oder Sätze und du antwortest mit dem Ersten, was dir dazu einfällt.
Dein aktuelles Lieblingsalbum: Bobby Raps – Believe The Lie
Christian Eriksen: Ich weiß nicht, wer das ist.
Dein Idol: Als Sänger muss es Travis Ryan sein.
Der Herr der Ringe: Grandios!
Festivals: Fantastisch!
Veganismus: Eine sehr gute und bewusste Wahl.

Nochmals vielen Dank für deine Zeit. Die letzten Worte gehören dir – gibt es noch etwas, was du unseren Lesern mitteilen möchten?
Checkt unsere neue Platte aus und wenn sie euch gefällt, kauft sie!

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
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